Wer kocht denn da für uns?

Restaurant-Tester, Fernsehköche, Welches Bier zum Fussball... Alles rund ums TV
Antworten
kgsbus
Beiträge: 180
Registriert: Fr 28. Nov 2014, 18:24

Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von kgsbus » Do 5. Jan 2017, 09:45

Wer kocht denn da für uns?

http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/ ... od100.html

Obwohl Kochshows immer noch beliebt und Rezepte begehrt sind, soll Essen im Alltag möglichst bequem und schnell zuzubereiten sein. Das wollen nicht nur Verbraucher, sondern auch Köche. Deshalb wird auch in der Gastronomie häufig zu vorgefertigten Produkten gegriffen - zu sogenanntem Convenience Food.

Großer
Beiträge: 15
Registriert: Di 11. Apr 2017, 22:36

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von Großer » Mi 12. Apr 2017, 16:04

die Frage bleibt dabei, wie viele Vitamine und gesunde Stoffe bleiben noch drin :roll:
Viele Grüße,
Großer

Gast im Haus
Beiträge: 228
Registriert: Mo 24. Nov 2014, 18:48

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von Gast im Haus » Do 13. Apr 2017, 09:53

Um die Vitamine würde ich mir dabei am wenigsten Sorgen machen - die fügt die Industrie schon wie auch andere "Verbesserungen" der Natur hinzu - am Ende wird damit ein Geschmacksbild erzeugt, dass diesem Produkt "natürlich" gar nicht gegeben ist. Das ist wie bei den Tomaten oder Äpfeln - da obsiegen bei den jüngeren Generationen solche "geschmacksoptimierten" Sorten. Gesund wäre was anderes.

Viel schlimmer finde ich neben der Veränderung in der "Geschmackserziehung" hin zu Industreiprodukten - dass neben sehr sinnvollen Convenience- Produkten wie TK-Spinat oder Fisch der Anteil der Vorfertigung verhindert, noch "Kochen" lernen zu müssen, sich mit dem "Produkt" auseinandersetzen zu müssen. Das betrifft beim Metzger den richtigen Fleischzuschnitt oder gerade der Umgang mit Innereien - wenn da nur noch "Fertigware" angeliefert wird, geht das Wissen verloren. Oder viel "einfacher" beim Bäcker - ich habe letztens einige Beträge über Mehl-wissen gelesen, was ein Müller über sein Produkt wissen muss und wie der Bäcker das eigentlich "prüfen" müsste, um gutes Mehl zu verwenden, welche Kenngrößen es da gibt von denen Bäcker inzwischen wie Laien oft nur noch die Type als Mahlgrad kennen - keine z.B. Backprobe bei neuer Mehllieferung machen um zu erkennen, wie das Mehl für den Backvorgang am besten sein müsse. Wenn nur noch Teiglinge genutzt werden, geht das Bäckerhandwerkswissen verloren - der Industriebetrieb liefert ja.

Gestern Abend kam im TV "Das Geshäft mit der Armut" - in der exemplarisch für Afrika und Brasilien gezeigt wurde, wie die Lebensmittelkonzerne pauperitäts-Probleme als eigenes Marktmodell nutzen und so "echte" Lebensmittel verdrängen - Kleinstpackungen verkaufen (hoher Verpackungsanteil, wenig Produkt) so anbieten, dass es scheinbar billiger der sogar gseund wäre - aber nicht ist. Die Menschen werden dort genau wie hier mit überhöhten Zucker und Gescchmackszusätzen geschmacklich so auf das Industrieprodukt trainiert, dass "normales" Essen nicht mehr schmeckt, mit dem sie eigentlich billiger, weniger Folgekosten und gesünder leben könnten.

Nachtrag: wie "schlimm" das bei uns bereits geworden ist dacht ich mir letztens bei einem Beitrag , in dem ein Koch dafür bewundert wurde/wird, dass er rein vegetarisch aus Suppengemüse (Sellerie, Porree, Möhren, Petersilie/Kerbel) eine so schmackhafte Brühe herstellen könne, dass man den Aufwand mit Knochen rösten, Suppenfleisch et. überhaupt nicht vermissen würde. Sorry, das wusste selbst jede Hausfrau der 50er bereits - Knochen, Fleisch und Suppengemüse braucht man noch nur für entsprechende Fleisch-basierte Zubereitungen, bei denen das Suppengemüse nur marginalen Mengen-Anteil hat.

Großer
Beiträge: 15
Registriert: Di 11. Apr 2017, 22:36

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von Großer » Do 13. Apr 2017, 10:38

in allem hast du ja schon Recht. Wir legen aber noch sehr viel wert darauf, dass unser Essen auch noch gesund ist, sprich alle Vitamine und gesunde Stoffe enthält. Aus diesem Grund habe ich es auch angesprochen
Viele Grüße,
Großer

DerSilberneLoeffel
Beiträge: 3
Registriert: Mi 4. Nov 2015, 21:44

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von DerSilberneLoeffel » Do 20. Apr 2017, 15:58

Tja. Convenience... Mit Pfannenschwenker war ich vor Jahren auf ein paar Messen, da haben wir schon ahnen können, wohin die Reise geht.

Kleines Beispiel. Ich war kurz vor einer dieser Messen bei einem "Spanier" in der Nachbarschaft zum essen. Leckere Sachen, die ich so noch nicht kannte. Beispielsweise ein Vorspeisenteller mit Fisch, Fleisch und Garnelen. War geschmacklich recht gut, vielfältig und preislich nicht der billigste. Bewerte das also bei RK und lobe die Kreativität. Eine Woche später sehe ich genau DIESE Bestandteile des Tellers bei einem Großhersteller. Der hat sich damals schon gerühmt, dass er es so hindrehen kann, dass alles Produzierte wie selbst hergestellt aussieht. Und siehe da - mich haben die dran bekommen.

Convenience sehe ich seither mit unterschiedlichen Gefühlen. JA, da, wo es schnell gehen muss und man sich auch sicher sein kann, dass es Fertigware (ob in Teil- oder Komplettverwengung) ist, wie z. B. an Imbissbuden. Da erwarte ich das ja mittlerweile schon fast und kann das steuern, indem ich entscheide, ob ich dort esse oder nicht.

NEIN aber zur Verwendung in Restaurants. Hier gehe ich - auch auf der Grundlage der Ausbildung - davon aus, dass bitteschön die Speisen frisch und nach handwerklicher Maßgabe hergestellt sind. Ich vermeide zuhause den Einsatz von solchen Tüten, Beutel, Gläsern, Büchsen etc., weil ich die Zusatzstoffe umgehen will und den Geschmack des Produktes, nicht der Beigaben will. Wenn ich, wie kürzlich leider festgestellt, nun Leberknödel aus der TK bekomme und die mir als hausgemacht verkauft werden anstatt, wie früher, wirklich im Haus gemacht, dafür sogar noch mehr Geld bezahlen soll, dann werde ich stinkig. Und dabei rede ich nicht von der Kneipe um die Ecke, die für gutes Bier bekannt ist.

DerSilberneLoeffel
Beiträge: 3
Registriert: Mi 4. Nov 2015, 21:44

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von DerSilberneLoeffel » Mo 26. Jun 2017, 16:36

Ich hoffe, dass diese Sendung nicht schon verlinkt wurde. Meinungen dazu?
https://www.youtube.com/watch?time_cont ... FSJ54S38po

Pfannenschwenker
Beiträge: 26
Registriert: Sa 14. Feb 2015, 00:10

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von Pfannenschwenker » Mo 26. Jun 2017, 20:38

Ist fast das gleiche wenn Leute an die Küste kommen um frischen Fisch zu essen. Nur einige wenige Lokale an der Küste bieten wirklich frischen Fisch. Eher frisch aus dem Froster

kgsbus
Beiträge: 180
Registriert: Fr 28. Nov 2014, 18:24

Re: Wer kocht denn da für uns?

Beitrag von kgsbus » Mi 28. Jun 2017, 10:03

Handwerk stirbt aus - die Industrie siegt.
Wir Verbraucher merken es kaum oder gar nicht.
Zu Hause werden auch Fertigprodukte gegessen.
Systemgastronomie ist auf dem Vormarsch.
Dann braucht man auch keine ausgebildeten Köche mehr.

Das ist ja auch bei anderen Berufen so: zum Beispiel Schumacher: Schuster? - Schuhgeschäft!

Aber es gibt auch immer Gegenbewegungen - wir werden sehen.
Am Ende müssen wir die Verbraucher Farbe bekennen, was uns das Essen wert ist.

Antworten