Zurück zu Apples · Hotel Park Hyatt
GastroGuide-User: Carsten1972
hat Apples · Hotel Park Hyatt in 20095 Hamburg bewertet.
vor 4 Jahren
"So geht Hotel in Perfektion........"
Verifiziert

Geschrieben am 23.11.2015 | Aktualisiert am 23.11.2015
Besucht am 20.11.2015
Meine Frau und ich waren aus privaten Gründen über das WE in Hamburg. Und immer, wenn ich in HH übernachten muss oder darf, versuche ich im Park Hyatt in der Mönckebergstraße unter zu kommen. Das Hyatt HH ist für mich das Beste der Hotels, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe. Man kommt an und fühlt sich mit der ersten Minute wohl. Der stets diskret präsente Service macht den Aufenthalt zu einem Genuss.

Auf Grund der späten Anreise am Freitagabend hatten wir in der Gastronomie des Hyatt einen Tisch für uns beide vorab gebucht. Das Apples Restaurant versorgt sowohl Haus wie auch externe Gäste mit gehobener Gastronomie. Gleichzeitig "catert" das Apple für den Hotelbetrieb und auch die Park Lounge gehört zum Apples.

Wir checkten also ein und freuten uns über eine Flasche Champagner auf dem Zimmer (de Saint Gall Premier Cru) auf dem Zimmer als Willkommensgruß. Es blieb noch Zeit, sich frisch zu machen von der Anreise, dann ging es hinunter in Restaurant. Das Hyatt liegt im Levantehaus an der Mönckebergstraße über den 2 Einkaufsetagen in der Passage. Vom Trubel der Einkaufsstraße draußen oder dem Geschehen in der Passage im Haus bekommt man ab dem dritten Stock nichts mit.

Wir wandten uns dem Restaurant zu und wurden von einer Servicekraft am Eingang in Empfang genommen. Unser Tisch lag an den Fenstern zur Mönckebergstraße hinaus. Das Restaurant wird dominiert durch den offenen Küchenbereich über die komplette Länge der Rückseite. Die Tische liegen quasi vor dem Küchenbereich und von jedem Tisch lässt sich das Treiben in der Küche einsehen. Ich bin immer noch nicht ein Fan dieser offenen Küchengestaltung (The Table von Herrn Fehling hat das ja jetzt auf die Spitze getrieben), mir wird es manchmal zu laut und wuselig im ganzen Gastraum, wenn in der Küche Stress aufkommt. Aber es stören keine Gerüche und Anderes und für mich als begeistertem Hobbykoch macht es natürlich Spaß, sich die Abläufe in einer Küchen mit gehobenen Anspruch anzuschauen. Der Rest des Restaurants ist sehr modern und zurückhaltend gestaltet. Tadellos eingedeckte Tische und sehr gemütliche Stühle erfreuen den sich setzenden Gast.

Die Küche ist international, muss sie auch sein, angesichts des internationalen Publikums im Hyatt. Schwerpunkte liegen in der Fleisch- und Grillküche sowie maritimen Speisen. Insgesamt kann hier jeder fündig und glücklich werden. Meine Frau und ich entschieden uns für das angebotene 7 Gang Menü inklusive der Weinbegleitung. Auf einen Aperitif verzichteten wir, wir hatten schon dem Champagner auf dem Zimmer zugesprochen.

Das Menü wurde folgendermaßen in der Karte angekündigt:

Apples Menü



Label Rouge Lachs / gebeizt

Vanille Apfel Püree, Bunte Beete,

Portwein Schalotten



***



Jägers Tee

Hirschschinken, Whiskey,

Holunderbeeren



***



Skreifilet - gebraten

Artischocken, Topinambur,

Haselnuss



***



Sorbet



***



Entenbrust / rosa

Pastinake, Quitte, Pied de Mouton,

Orangenjus


***



Rohmilchkäse

Schweizer Affineur „Jumi“



Feigensenf, Früchtebrot



***



Nougat-Karamellcrème

Zwetschgenmus, Baumkuchen,

Rumfrüchte Parfait


Zum ersten Gang gab es einen Riesling aus Baden, Schloss Staufenberg, Markgraf von Baden 2013. Der noch sehr junge Riesling begleitete einen famos gebeizten Lachs! Wohlschmeckender Einstieg in das Menü.

Der Jägertee stellte sich als dunkle Konsommee heraus, in der sich ein Stück eines sehr kräftigem Hirschschinken befand, sowie (Molekularküchenmäßig) Geleeartige Perlen mit Whiskyaroma und ganz einfach Johannisbeeren. Der Hirschschinken war mir fast zu kräftig für die zurückhaltend gewürzte Brühe. Interessant der Effekt der beim Biss auf sie platzenden Perlen. Die Johannisbeeren passten mit ihrer Säure gut zu den herben Zutaten und schufen ein Gegengewicht. Begleitet wurde das ganze von einem US amerikanischen Chardonnay aus dem Jahre 2012. Im Holz ausgebaut wirkte dieser Chardonnay aus dem Napa Valley von Michael Mondavi sehr französisch. Für mich der Favorit dieser Weinbegleitung.

Ganz ohne weiteren Kommentar einfach nur perfekt zubereitet war der Skrei. Die Saison für den Winterkabeljau von den Lofoten beginnt wieder und man darf sich diesen Fisch dann einfach nicht entgehen lassen. Dazu ein Sauvignon Blanc 2014 von Martin Wassmer aus Baden. Wie immer habe ich mit Sauvignon Blanc meine Schwierigkeiten, muss aber gestehen, dass er zu diesem Gang gut harmonierte.

Das Sorbet wurde mit Wodka aufgegossen. Puh, noch mehr hochprozentiger Alkohol.......

Wieder ohne Fehl und Tadel die Entenbrust, knusprige Haut, zartrosa im Inneren, begleitet durch ein Pastinaken Püree und Quitte. Der Service kredenzte dazu einen Tempranillo von 2012, Rioja, von der Bodegas Primicia. Das passte hervorragend zur Orangensauce dieses Gangs.

Das Weinglas wurde mit dem Rioja wieder aufgefüllt, als der Schweizer Käse aus dem Jura kam. Leider muss ich gestehen, dass ich die Sorten nicht mehr weiß, aber sie waren lecker! (Das weiß ich noch!)

Abgeschlossen wurde die Schlemmerei von einer Nougat-Karamellcreme. Mit den Begleitern war das ziemlich weihnachtlich in den Aromen. Und dazu passte der angebotene Tawny's Taylor Portwein sehr gut.

Fazit dieses 7 Gang Menüs: Die Küche leistete sich keinen von mir bemerkten Schnitzer, alle Gänge waren gut abgeschmackt und komponiert. Für 101 EUR inklusive der Wein-Begleitung war das ein wirklich gutes PLV. Das Essen hinterließ zwei glückliche Münsterländer.

Wie überall im Hyatt erledigt der Service im Apples seinen Job mit der unaufdringlichen Souveränität gut ausgebildeter Profis. Keine Schnitzer, keine Wartezeit, immer freundlich, stets in der Lage Fragen zum Gebotenen zu beantworten, ist es eine Freude, dort zu speisen.

Danach ging es noch in die Bar und wir schlossen den Abend mit einem Cocktail, bevor sehr satt und ziemlich angeheitert ins Bett fielen! Feiner erster Abend in meinem Lieblingshotel!

Zum Abschluss noch eine kleine Anmerkung zum Frühstück des Apples, bzw. Hyatt. Selbst ein Buffetskeptiker wie ich wird glücklich, wenn er sieht und erlebt, wie gut ein Frühstückbuffet sein kann, wenn 8 (ACHT!) Köche morgens direkt hinter dem Buffet stehen und dessen tadellosen Zustand überwachen. Die doppelte Anzahl von Servicekräften serviert dann die heißen Getränke zum Frühstück und fragt nach frisch zubereiteten Eierspeisen. Immer wenn ich die üblichen, meistens sehr lieblosen Hotelfrühstücksbuffets ertragen muss in anderen Hotels, denke ich an das Frühstück im Hyatt. Alleine das macht den Aufenthalt zu einem Erlebnis, auch für den Nichtgast.

Und unbedingt an einem Wochenendtag mal den Afternoontea (Foto in der Galerie) in der Parklounge bestellen, er gehört für uns zu einem HH Aufenthalt zwingend dazu. Eigentlich muss man das Park Hyatt gar nicht verlassen über WE, aber Frau will ja shoppen (im Alsterhaus).........

Ich gebe nicht häufig volle 5 Punkt Wertungen, aber das Hyatt im Verein mit dem Apples hat es sich verdient, über viel Aufenthalte hinweg war es immer erstklassig!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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