Alte Mainmühle
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Mainkai 1, 97070 Würzburg
Restaurant Weinstube Biergarten Ausflugsziel
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GastroGuide-User: StadtLandGenuss
hat Alte Mainmühle in 97070 Würzburg bewertet.
vor 1 Jahr
"Kurzurlaub in Franken - Teil 4: Das Wandern ist des Müllers Lust"

Geschrieben am 19.08.2018 | Aktualisiert am 19.08.2018
Besucht am 04.10.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 103 EUR
Um den goldenen Herbst in seinen schönsten Zügen zu genießen, machten wir uns vergangenen Oktober für einen Kurzurlaub nach Würzburg auf. Die Stadt überraschte uns mit schönem Wetter, sehr vielen Kirchen und guter Gastronomie.
 
Nach einem anstrengenden Aufstieg zum Käppele sowie zur Festung Marienberg (der Weg lohnt sich - die Aussicht ist super!) freuten wir uns auf den Abend, denn wir hatten schon mittags einen Tisch in der Alten Mainmühle reserviert. Direkt am Main und der darüber führenden Alten Brücke gelegen, ist die Mainmühle die erste Anlaufstelle für Touristen, die sich ein Glas Weißwein mitnehmen und den Abend auf der Brücke ausklingen lassen. Die ganzjährig zur Brücke hin geöffnete Loggia der Mainmühle ist dafür ideal und hat einen Bistro-ähnlichen Charakter, dominiert von rustikalen Holzmöbeln. Folgt man der Treppe nach oben, gelangt man in den Schober, wo in offener Küche gekocht wird. Das besondere Ambiente ergibt sich aus der gelungenen Mischung von Backsteinwänden und hohen Holzdecken, die von alten (oder auf alt gemachten) Metallvorrichtungen geziert wird. Die Loggia wird bei kühleren Temperaturen mit einem Holzofen beheizt, sodass es nicht zu kalt wird - die offene Küche wärmt hier aber zusätzlich ordentlich. Es gibt zudem einen Balkon, der über den Main ragt; aufgrund des bereits fortgeschritten herbstlichen Wetters wählten wir allerdings lieber einen Platz im Restaurantinneren.

Außenansicht
 
Als Aperitif sollte es für uns beide ein fruchtig-spritziger Limetten-Erdbeer-Secco zu 4,90 €/Glas sein. Sehr lecker, für Herrn Stadt als Liebhaber herberer Aperitifs vielleicht etwas zu süß. Trotzdem eine gelungene Einstimmung für den Abend.
 
Unsere überaus kompetente und herzliche Bedienung, die uns auch seitdem sehr positiv in Erinnerung geblieben ist, brachte sodann die Vorspeise, für Herrn Stadt in Form einer Kokoskürbissuppe mit Flusskrebsschwänzen (6,00 €), für Frau Land ebenfalls saisonal angemessen als kleinen Feldsalat im Kartoffeldressing mit Wildschweinschinken und Walnüssen (12,90 €).
Die fruchtige, gut abgeschmeckte Suppe stimmte gut auf den Herbst ein, auch wenn die zarten Flusskrebsschwänze erwartungsgemäß nicht nur optisch, sondern leider auch geschmacklich in der Suppe untergingen.

Kokoskürbissuppe

Der Salat war üppig mit Schinken belegt, dessen herrliches Aroma vom Kartoffeldressing gut eingefangen wurde und so nicht überhandnahm. Die Anrichtung war hier, wie allgemein in der Mainmühle, eher simpel gehalten - dies fügte sich aber auch gut ins rustikale Ambiente ein. Der einfache Salat war in Ordnung.

Feldsalat mit Wildschweinschinken
 
Zur Hauptspeise durfte es dann zünftig-fränkisch zugehen, bei Herrn Stadt mit einem Rehragout an Pfifferlingen, Preiselbeeren und Polenta (18,00 €). Das Fleisch war nicht so üppig vorhanden wie erwartet und schwamm etwas in der kräftigen Sauce, bei der das Reh allerdings geschmacklich mithalten konnte. Der resultierende sehr intensive Geschmack war etwas zu viel des Guten, woraufhin Herr Stadt sich zum Wein rettete. Die 2015er Cuvée aus Pinot Noir und Domina vom ortsansässigen Weingut am Stein (0,25 l/6,90 €) konnte die Intensität des Wilds erfreulicherweise abmildern. Die Polenta wäre ohne die Sauce etwas trocken dahergekommen, war darin getränkt jedoch in Ordnung. Die Pfifferlinge sowie der schmelzende Klecks Sauerrahm waren nicht weiter auffällig.

Rehragout mit Pfifferlingen und Polenta

Als regionale Spezialität kam bei Frau Land das „Fränkische Hochzeitsessen“ auf den Teller. Drei große Scheiben zartes Tafelspitz wurden in einer milden Meerrettichsauce serviert - der frisch darüber geriebene Meerrettich gab noch einiges an Geschmack, wenn auch erstaunlicherweise kaum Schärfe dazu. Die Bandnudeln an knusprigen Semmelbröseln waren schön buttrig, die üblichen Preiselbeeren rundeten das Gericht mir ihrer Süße ab. Insgesamt hätten sowohl die Nudeln als auch die in ihrer Gesamtheit etwas schwere Soße mehr Würze vertragen können; das Fleisch war jedoch von sehr guter Qualität und für 16,90 € insgesamt mehr als preiswert. Der im Weinrömer gereichte Federweiße zu 3,70 € dazu erfrischend.

"Fränkisches Hochzeitsessen"
 
Wie auch ein Blick an den Nachbartisch bestätigte, an dem eine britische Männerrunde sich an ihren Haxen erfreute, sind die Portionen hier durchweg ordentlich. Also kein Touri-Nepp, sondern eine ordentliche Mahlzeit für den ausgehungerten Wanderer.
 
Der süße Abschluss kam bei Herr Stadt sodann in Form des „Mainmühlen Genuss“: 6 leckere hausgemachte, (teils) alkoholhaltige Mainmühlenpralinen (8,00 €).

"Mainmühlen Genuss"

Frau Land erfreute sich währenddessen an einem mit Secco aufgegossenen Birnensorbet (4,90 €), dessen herbe Süße gut mit dem sprudeligen Schaumwein harmonierte und eine angenehme Erfrischung nach dem eher schweren Hauptgang darstellte.

Birnensorbet in Secco
 
Zum Digestif bedienten wir uns an der großen Auswahl angebotener Obstbrände. Für 4,20 € bekam Herr Stadt den intensiven, holzfassgereiften Schnaps von der Walnuss aus der Destillerie Gößwein aus Thüngersheim. Der Holunderbrand von Frau Land aus demselben Hause konnte trotz Auszeichnung mit der Fränkischen Goldmedaille leider nicht überzeugen - kaum Eigengeschmack, der Alkohol überlagerte fast alles andere. Dies tat dem schönen Abend aber letztendlich keinen Abbruch.

Fazit: Gutes PLV in prominenter Lage, schmackhaftes fränkisches Essen in schönem Ambiente.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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