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GastroGuide-User: Lavandula
hat Salzburger Stuben in 34117 Kassel bewertet.
vor 2 Jahren
"Einfach nur Pech gehabt?"
Verifiziert

Geschrieben am 08.03.2018
Besucht am 18.11.2017 Besuchszeit: Abendessen 5 Personen
Treffen mit drei Kasseler Bekannten in Kassel, die die Salzburger Stuben für ein gemeinsames Essen ausgesucht und vorgeschlagen hatten. Hier gebe es die besten Schnitzel und besonders die Wiener Backhendl seien ausgesprochen empfehlenswert. Da mein Mann knusprige Backhendl liebt und wir beide das Lokal noch nicht kannten, waren wir mit der Wahl einverstanden.

Das Haus ist zentral gelegen nahe der Martinskirche. Zur frühen Abendstunde ist in der Nähe durchaus noch ein freier, aber kostenpflichtiger Parkplatz zu finden. Ansonsten kann das durchaus schwierig werden.

Nach einem längeren Bummel durch die Fußgängerzone wurde uns doch recht kalt, sodass wir schon eine halbe Stunde vor der verabredeten Zeit zum Restaurant gingen.

Von außen wirkt das Restaurant eher unscheinbar und die Fassade macht nicht unbedingt einen einladenden Eindruck.

Vom Ambiente her erinnert nichts an eine Lokalität, die österreichische und bayrische Spezialitäten schwerpunktmäßig anbietet. Schlichte Tische, nur mit einem Mittelläufer bedeckt, darauf eine Kerze und zwei kleine Tischaufsteller, dunklere Stühle mit gepolsterten Sitzflächen, auf denen man gut sitzen kann.

Nach dem freundlichen Empfang und der Tischzuweisung konnten wir die Speisekarte schon einsehen. Der Schwerpunkt der Angebote liegt auf deutschen, bayrischen und österreichischen Spezialitäten.

Die freundliche Servicedame sah kein Problem darin, dass wir erst später mit den drei anderen unsere Essensbestellung aufgeben wollten. Da ich aber immer noch ziemlich durchgefroren war, bestellte ich mir vorab die „Frittaten-Suppe mit hausgemachten herzhaften Eierkuchenstreifen“ für 3,80 € und schön heiß sollte sie sein. Dazu ein alkoholfreies Weizenbier (3,80 €) für mich und einen Tee (!) zu 2,30 € für meinen Mann. Sehr ungewöhnlich, aber wohl der Kälte geschuldet.

Die Getränke kamen sofort, die Suppe nur wenig später.

Dampfend heiß war sie, kräftig im Geschmack, mit reichlich Frittaten darin. Mir wurde endlich warm und das bohrende Hungergefühl war zunächst vorbei, sodass ich es gut aushalten konnte, bis die Bekannten pünktlich eintrafen.

Die drei waren hier schon oft eingekehrt und somit bei der Essensbestellung schnell dabei: 3 x Schnitzel in verschiedenen Variationen mit Pommes frites und gemischtem Salat.

Für meinen Mann natürlich „½ knuspriges Wiener Backhendl paniert, 30 Min.“ für 8,50 € und dazu einen Krautsalat für 3,30 € und für mich „Rinderleber mit Apfelscheiben und Zwiebelringen, auf Saucenspiegel mit hausgemachtem Kartoffelpüree und gemischtem Salat“ für 11,50 €.

Die Servicedame wies noch einmal darauf hin, dass es mindestens 30 Minuten Zubereitungszeit für das Backhendl braucht, wie schon in der Speisekarte vermerkt.

Es dauerte dann doch noch etwas länger, bis alle Speisen gemeinsam an den Tisch gebracht wurden.

Die Schnitzel wurden deutlich gelobt, sie seien zart und gut gewürzt, wie immer, die Saucen sehr lecker. Das Foto zeigt das Rahmschnitzel meines Nachbarn.

Mein Beilagensalat bestand aus geraspelten Möhren mit wenig Geschmack, Krautsalat, der deutlich weicher hätte sein können und verschiedenen Blattsalaten, die von einer majonäselastigen Sauce fast erschlagen wurde. Der war nix, der Salat!

Unter einem großen Berg gerösteter Zwiebeln fand ich dann auch die drei Rinderleberscheiben. Ich liebe geröstete Zwiebeln, aber diese waren zum größten Teil so hart, dass ich sie nicht essen konnte. Wie man sie so hinbekommen kann, ist mir ein Rätsel. Die ersten beiden  Bissen vom Rand der Leber habe ich auch nicht ganz begeistert gegessen und als ich mir dann die Schnittfläche genauer ansah, schaute ich gleich zweimal hin. Das habe ich bei gebratener Rinderleber noch nicht gesehen. Das Innere war breiig und pastös und konnte leicht mit der Gabel auseinandergepflückt werden. Das sah dann sehr unappetitlich aus und das Foto dazu mag ich hier nicht einstellen. Was die Ursache war, konnte mir weder die herbeigerufene Servicedame erklären noch der Koch, den sie wohl befragt hat. Man war aber sofort bereit, das Gericht noch einmal zuzubereiten.

Nun musste ich ja etwas warten und nutzte die Gelegenheit, am knusprigen Backhendl zu naschen, dem mein Mann sich schon begeistert gewidmet hatte.

Das hätte ich mir auch bestellen sollen. In Kritiken auf anderen Portalen werden diese Backhendl in den höchsten Tönen gelobt. Sehr knusprig das Äußere, sehr gut gewürzt, das Innere ausgesprochen saftig. Auch der Krautsalat, der mir zu hart war, kam bei meinem Mann sehr gut an.

Das zweite Leber-Gericht sah optisch okay aus, die Konsistenz war zwar besser, aber auch nicht optimal. Hier würde ich die Leber auf gar keinen Fall mehr bestellen, aber das Backhendl könnte mich durchaus locken, hier noch einmal einzukehren.

Fazit:
Für mein missglücktes Leber-Gericht und den Salat kann ich nur 1 Stern geben, aber das hervorragende Hähnchen und die positiven Äußerungen der Schnitzel-Fraktion retten drei Sterne für das Essen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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