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GastroGuide-User: simba47533
hat Neue Mohr'sche Anlage in 66117 Saarbrücken bewertet.
vor 3 Monaten
"Wir waren wieder sehr zufrieden ....."
Verifiziert

Geschrieben am 10.04.2019 | Aktualisiert am 15.04.2019
Besucht am 10.04.2019 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 30 EUR
Nach über 15 Monaten war für uns wieder mal ein Besuch in der "Neuen Mohrsche Anlage" fällig; beim letzten Besuchsversuch waren wir,ohne vorherige telefonische Reservierung, leider abgewiesen worden. Reserviert sollte man, egal ob  am Mittag oder am Abend, in jedem Fall haben, denn hier ist es so gut wie immer bis auf den letzten Platz gefüllt, was ja doch sehr für die Qualität von Küche und Service sowie das Preis-/Leistungsverhältnis spricht. Hierher kommen nicht nur sehr viele Besucher des gegenüber der Anlage direkt an der deutsch-französischen Grenze gelegenen Hauptfriedhofs, die zuvor an den Gräbern ihrer Angehörigen gewesen waren, sondern auch viel französisches Publikum.

Hatte ich in meinem letzten Bericht vom Januar 2018 die "etwas schäbige Aussenansicht" des Gebäudes erwähnt, so ist Abhilfe in Sicht. Blättert an der einen Seite an etlichen Stellen noch massiv der Putz ab, ist die Gebäudefront bereits  voll eingerüstet und ein Handwerkertrupp ist gerade dabei die Fassade komplett zu sanieren. Kein Spaß, bei dem regnerischen Wetter auf dem  Gerüst herumzuturnen und zu malern.

Zur Geschichte des Hauses kann man in meinem Bericht vom Januar 2018 etwas nachlesen, ebenso zum Ambiente, zur Sauberkeit und zum Preis-/Leistungsverhältnis; hier hat sich wirklich nichts geändert. Ich beschränke mich deshalb diesmal auf "Service" sowie "Essen und Trinken".

Service: Zwei Herrschaften im Service; diesmal zwei Männer, einer davon vorwiegend hinter dem Tresen zugange. Wir hatten es  mit einem Herrn zu tun, der rein optisch ein etwas jüngerer Bruder von Wolfgang Niedecken, dem Frontmann der Gruppe "BAP", hätte sein können; sobald er den Mund aufmachte kam allerdings so lupenreines Saarländisch, dass  eine bis dahin eventuell mögliche Niedecken-Verwandtschaft direkt auszuschliessen und zu streichen war. Freundlich, mit viel Übersicht und mit flotten Sprüchen sowohl auf Saarländisch wie auch auf Französisch.  Nicht dass er sich hätte anbiedern wollen; der Mann ist ganz einfach so, ein heiteres und sonniges Naturell. Weder uns noch die anderen Gäste hat das gestört; ganz im Gegenteil, zu einer saarländischen Wirtschaft gehört genau dieser Typ Personal einfach dazu. Möglicherweise ist es ja der Wirt selbst; wir wissen es nicht, hatten ihn auch bisher trotz mehrerer Besuche in der "Anlage" noch nie gesehen. Vier Punkte für den Service.

Essen und Trinken: Wie gewohnt werden unter der Woche zumindest mittags vier Stammessen angeboten; ob dieses Angebot auch am Abend gilt können wir nicht sagen, da wir bisher immer nur mittags hier waren. Zu den Stammessen gibt es noch vier oder fünf weitere Gerichte; insgesamt ist die Mittagskarte also recht übersichtlich. Ein Hinweis darauf, dass hier frisch gekocht wird; TK ist so gut wie nicht im Einsatz, uns freut so etwas..

Stammessen dieser Woche (08. - 12.04.) :

1. Hoorische in Lauchrahmsoße mit Salat (Quenelles "Hoorische" avec sauce poireau-crême et salade) EUR 8,90.

2. Lyonerigel mit Pommes Frites und Salat (Saucisse de viande cuit avec Pommes Frites et salade) EUR 9,90.
    Ob das so etwas wie ein Käseigel, nur anstatt Käse mit Lyoner ist? Wir wissen es nicht, auch ist die Übersetzung von        "Lyonerigel" wohl etwas abenteuerlich um nicht zu sagen unkorrekt ausgefallen.

3. Parmesanschnitzel mit Pommes Frites undd Gemüse (Escaloppe panée "Parmesan" aves Pommes Frites et   legumes)  EUR 11,20.

4. Königinpastete mit Reis und Salat (Bouchée á la Reine avec riz et salade) EUR 12,20.

Zu den Stammessenn gibt es (im Preis inbegriffen) wahlweise eine Tagessuppe oder eine Tranche Paté und ein Dessert, wahlweise Quark mit Apfelkompott oder ein Stück Käsekuchen. Da wir die sehr gute Qualität der hier  gereichten Paté kennen fiel uns die Wahl der Vorspeise, natürlich der Paté, sehr leicht. Wir wissen daher auch nicht was es heute für eine Suppe gegeben hätte. Die Paté kommt üblicherweise solo bzw. in Kombination mit sehr gutem französischen Weißbrot daher; heute hatte sie auf dem Teller eine kleine Garnitur (ein Stück Tomate und ein Löffelchen Julienne). Die Vorspeise ist geschmacklich sehr fein; wer mich kennt, weiss aber, dass ich die Tomatengarnitur unverzüglich direkt an meine Frau weitergereicht habe.

Als Hauptgericht bestellten wir beide die Königinpastete; geschmacklich vom Allerfeinsten (so eine phantastische Königinpastete habe ich lange nicht mehr gegessen) und eine fast schon zu große Portion, jedenfalls für meine Frau, die dann auch nicht alles bewältigte. Bestellt man die Bouchée á la Reine in Frankreich, kann es einem beispielsweise im Elsass passieren, das das Gericht in Form einer italienischen Calzone daherkommt. Hier im Saarland, selbst in direkter Grenznähe (knapp 80m weiter und die"Neue Mohrsche Anlage" befände sich in "Fronkroisch") hat man natürlich das bekannte Blätterteigpastetchen, gefüllt mit und umgeben von viel Ragout fin (Hühner- und Kalbfleischstückchen sowie Champions und fallweise auch Spargel, alles in weißweinlastiger pikanter Sauce), vor sich. Der dazugehörige Reis  war genau richtig und der Beilagensalat hatte aus Sicht meiner Frau (ich hatte ihn nicht versucht sondern das mir zugedachte Schüsselchen direkt an sie durchgereicht) ein ausgesprochen gutes Dressing.
Als Dessert nahmen wir beide den Käsekuchen und meine Frau dazu noch einen koffeinfreien Espresso. Für den servierten Käsekuchen wäre ich jetzt sicher nicht meilenweit gelaufen., aber er war in Ordnung; wäre er etwas besser gewesen hätte ich viereinhalb Sterne für den Bereich "Essen und Trinken" (getrunken habe ich ein Valentins Weizen Hell (0,5l EUR 3,80´), meine Frau eine Orangenlimo (0,2l EUR 1,90) sowie den erwähnten Espresso, den wir nicht auf der Rechnung fanden) vergeben. Der Kuchen bringt einen halben Stern Abzug, verbleiben unterm Strich vier Sterne. P.S. Das mit dem Abzug habe ich mir nochmal überlegt und erhöhe auf die zuvor schon angedachten viereinhalb Sterne.

Fazit: Gut möglich also, dass wir in Bälde wieder hier einkehren; fünfzehn Monate wird es bis dahin jedenfalls nicht wieder dauern. 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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