Zurück zu Mongo's
GastroGuide-User: Kiwikatze
hat Mongo's in 50679 Köln bewertet.
vor 5 Jahren
"Viel zu lange Wartezeiten in der Buffetschlange, relativ laut, eher für große, hungrige Gruppen zu empfehlen"

Geschrieben am 27.01.2015
Besucht am 20.07.2013
Allgemein
Etwa zwei Wochen vorher hatte ich für 20.15 Uhr einen Tisch für mich und meine Mutter reserviert. Es war mein erster Besuch im "Mongo's". Nach einigen positiven Kommentaren aus dem Freundeskreis wollte ich mein Wochenende in Köln nutzen, um dieses neue Konzept zu testen. Ohne Reservierung ist man hier absolut verloren, am besten länger vorher reservieren! Gerade am Wochenende scheinen viele Paare, Familien und Gruppen im "Mongo's" essen zu gehen.

Das "Mongo's" befindet sich unten im großen Glasturm (vom Deutzer Bahnhof Richtung Rheinpark gehen!), man kann es leicht übersehen, weil sich gerade eine große Baustelle vor dem Bahnhof befindet. Wir haben erstmal ca. 15 Minuten gesucht!

Ich würde das "Mongo's" nochmal innerhalb der Woche mittags besuchen, wenn das Restaurant leerer ist. Abends und am Wochenende ist mir die Warteschlange am Buffet zu lang und der Geräuschpegel eindeutig zu hoch!

Bedienung
Mit leichter Verspätung betraten wir das "Mongo's" gegen 20.20 Uhr. Ich hatte für 20.15 Uhr einen Tisch reserviert, da dies hier bei RK so mehrfach angeraten wurde. Das war auch in jedem Fall die richtige Entscheidung! Das Restaurant war sehr gut gefüllt. Sofort konnte ich einem der vielen Kellner meine Reservierung mitteilen und wir wurden zügig zu einem Zweiertisch im hinteren Bereich geführt. Der Kellner zog den Sechsertisch zu drei Zweiertischen auseinander und wir konnten uns am Fenster niederlassen. Wir wurden freundlich begrüßt und uns wurde versichert, dass sich gleich um uns gekümmert werde. Dem war auch so. Die Bedienungen sind alle jung und durchweg sehr freundlich. Da das Restaurant fast aus allen Nähten platzte, ständiges Kommen und Gehen herrschte und anscheinend nicht genügend Servicekräfte im Einsatz waren, sah ich den ganzen Abend alle Servicekräfte wirklich hart arbeiten. Durch die ständige Betriebsamkeit der Servicekräfte und sich zum und vom Buffet weg bewegenden Gäste, ist es sehr unruhig bzw. hektisch im "Mongo's". Es gleicht einem Bienenstock, nur lauter!

Unsere Kellnerin kam nach einiger Zeit, nahm unsere Getränkebestellung auf und verschwand dann erstmal. Es dauerte eine ganze Weile bis ein anderer Kellner die Flasche Wasser und anderen Getränke brachte. Hier jedoch keine Kritik, weil es einfach nicht schneller zu gehen schien.

Es dauerte eine Weile bis wir das System durchschaut hatten und wussten, welche Marinade wir wollten. Nach längerer Wartezeit bekamen wir Brot und Dip serviert und nochmals freundlich erklärt, wie das System funktioniert. Beschäftigt mit dem Brot, konnte ich einen Blick in die Küche erhaschen. Auch hier scheint alles sehr sauber zu sein!

Nachdem wir unsere Brettchen erhalten, die Marinade notiert und das Buffet zum ersten Mal geräubert hatten, stellten wir die befüllten Schalen an der vorhergesehenen Stelle bei den Köchen ab. Es befanden sich schon einige Brettchen hier und ich rechnete damit, dass es wohl eine Weile dauern würde bis wir essen könnten. Weit gefehlt! Die Schalen mit dampfendem, sehr appetitlichem Essen erreichten uns innerhalb von 10 Minuten! Sie werden von den gewieften Kellnern schnell zum passenden Tisch balanciert.

Auch bei der zweiten Schale ging es wieder sehr zügig. Leider wurde diesmal der Reis vergessen. Ich konnte ihn aber nachbestellen und er wurde umgehend gebracht! Sehr schön!

Ein sympathischer, junger Kellner wollte uns noch zu einem Absacker oder Dessert überreden, leider lud die Geräuschkulisse nicht zum Verweilen ein und wir bezahlten.

Insgesamt wirkt das Team im "Mongo's" sehr sympathisch, arbeitet schnell, gemeinsam und ist sehr freundlich! Das Team macht das Hauptmanko - das Warten und den Geräuschpegel- wirklich erträglich!

Das Essen

Das Prinzip ist wohl schon öfters erklärt worden, hier aber trotzdem nochmal! Am Tisch wählt man als Erstes seine Essensform (dabei sind alle Angebote vor 18 Uhr um zwei Euro billiger!). Man kann ab 18 Uhr zwischen One - Way zu 15,90 Euro, Two - Way zu 19,90 Euro oder All- You- Can - Eat zu 23,90 Euro (enthält Tagessuppe) wählen. Die vegetarische Variante ist auch möglich.

Auf den Tischen sind Papierplatzdeckchen eingedeckt, die alles nochmal erklären und alle Zutaten auflisten (erinnert mich irgendwie an Steakhäuser!). Das Besteck und die Holzbrettchen werden separat gebracht. Man kann zwischen neun Marinaden wählen, hierbei ist immer angegeben, was die Marinade enthält und wozu sie besonders gut passt! In der Speisekarte finden sich außerdem auch vereinzelt einige Suppen und Einzelgerichte. Anscheinend werden diese aber fast nie bestellt.

Ansonsten gibt es eine wirklich reichhaltige Getränkekarte. Hier kann man auch mal etwas Neues wie z.B. "Kalte Muschi" ausprobieren (Weinmischgetränk). Die Desserts sind an großen Schiefertafeln hinter dem Buffet angeschrieben (drei Sorten selbstgemachtes Eis oder Erdbeertiramisu soweit ich mich erinnere).

Durchs Weinmischgetränk besänftigt, entschieden wir uns beide dafür zwei Schalen zu essen (Fleisch und Fisch in unserem Falle!).

Bevor man zum Buffet schreiten kann, wird ein kleiner Brotkorb mit Baguette und Curry - Paprikabrot mit einem etwas fettigerem, hellen Dip gereicht! Sehr lecker! Besonders das leicht scharfe Brot! So mag ich das!

Sobald man nun das längliche Brettchen mit Loch bekommt und die passende Marinade, Tischnummer und Essensart notiert ist, kann man sich anstellen. Am Buffet bewaffnet man sich mit einer Schale und wählt aus der wirklich riesigen Gemüseauswahl. Ich zähle hier nur die herausstechenden Sorten auf, die mir noch einfallen: Wasserkartoffeln, Austernpilze, Pak Choi, Ingwer, Sojasprossen, Glasnudeln, Eiernudeln, Ananas, Kräuter... Alle Zutaten werden sehr ansprechend in großen Glasschalen, kleingeschnitten zur Selbstbedienung angeboten. Vor jeder Schüssel steht ein kleines Schildchen, welches den Inhalt erklärt. Alles wirkt sehr frisch und appetitlich. Es wird bei teilweise nur 2/3 geleerten Schalen schon gewechselt, um absolute Frische zu gewährleisten. Die Fleischstücke sind teilweise noch halbgefroren. Hier findet man auch außergewöhnliche Fleischsorten wie Zebra, Strauß und Guanako. Natürlich sind auch heimischere Fleischsorten wie Pute, Rind, Schwein, Ente und Lamm vertreten. Fischliebhaber können sich z.B. auf Krabben, Seelachs, Baramundi, Zander, Scampi freuen. Auch hier ist die absolute Frische wieder zu erwähnen. Zu keinen Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass hier geschlampt wird. Spuckschutz ist natürlich auch vorhanden! Sehr schön!

Im ersten Gang wählten wir beide Fleisch, anschließend Meeresfrüchte.

Leider waren beim ersten Mal meine Augen viel zu groß und ich musste natürlich alle Fleischsorten durcheinander auf das Gemüse packen und letztendlich war es zwar lecker, aber irgendwie doch zu einheitlich und viel zu viel. Man sollte also vernünftig sein und besser auswählen. Wenn man wirklich viele Geschmackserlebnisse will, kommt man nicht um die Flatrate herum. Es wird auch jedes Mal Reis dazu serviert.

Meine Honig - Senf - Marinade passte hervorragend zu Fleisch, leicht süß- säuerlich, durchaus zu empfehlen! Meiner Mutter war sie allerdings zu sauer! Man sollte beim Fleisch jedoch darauf achten, dass man nicht zu fettige Stellen wählt oder auch Knorpel dabei sein können: kann zu unangenehmen Überraschungen führen! Die Malatay - Marinade meiner Mutter hat mir persönlich nicht geschmeckt - viel zu rauchig im Aroma! Ihr mundete sie sehr gut!

Nach längerer Ruhepause wählten wir unsere zweite Marinade: Curry - Ananas - Marinade und Thai - Hummer - Marinade. Beide wurden zu Meeresfrüchten und Fisch empfohlen. Wieder am Buffet angekommen, war ich nun schlauer, wählte weniger Gemüse und füllte mit Miesmuscheln, Krabben und Shrimps auf. Hierbei sind die ganz hervorragenden Shrimps zu erwähnen. Am besten sollte man nur Shrimps essen! Als unsere zweite Portion serviert wurde war ich um Einiges zufriedener. Anscheinend muss man auch das mongolische BBQ erst lernen und nicht zu gierig sein!!! Ich mag keine Ananas mit Fleisch oder Fisch, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ich die Marinade meiner Mutter nicht mochte. Ihr hat es wiederum gut geschmeckt.

Vielleicht noch eine Anmerkung für Allergiker: Es kann durchaus passieren, dass Zutaten anderer Personen mal mit im Gericht landen! Die Köche bereiten nämlich alle Gerichte gleichzeitig zu und da rutscht dann wohl mal ein Austernpilz zum Fisch, der vorher nicht in der Schale war.

Insgesamt erhält man hochwertige und vor allem frische Zutaten mit Gemüse, Reis und einer Marinade. Ein schönes Konzept, um verschiedene Kombinationen auszuprobieren. Um das Angebot jedoch auszuschöpfen und den Preis zu rechtfertigen, muss man viel Hunger mitbringen.

Beide Nachtischangebote reizten mich für 5,90 Euro nicht genug, um im lauten Gastraum zu verweilen.

Das Ambiente
Wie schon erwähnt bekamen wir einen Zweiertisch am Fenster zugeteilt. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Innere des Turms, der vollständig verglast ist. Anscheinend kann man abends auch auf den Turm hinauffahren und dort das Rheinpanorama genießen. Weiterhin blickt man auf eine Sitzgruppe aus roten Ledersesseln. Schwere Vorhänge an den Seiten verdeutlichen noch mal die immense Höhe des schlauchartigen Restaurants.

Beim Betreten des Restaurants fällt als Erstes die lange Theke auf der linken Seite auf. Im vorderen Bereich finden sich mehrere abgeteilte Bereiche. Alle Sitzbänke sind mit schwarz-weißen Kuhfellen dekoriert, die Wände in warmen Farben gestrichen. Das ganze Lokal wirkt sehr hell durch die große Fensterfront an der linken Seite. Auf der linken Seite findet sich außerdem auch eine lange Bank, die wohl auch gerne von größeren Gruppen frequentiert wird. Zumindestens war es an diesem Abend so. Im vorderen Bereich finden sich die mittelgroßen Gruppen: wir hatten hier z.B. einen Junggesellinnenabschied. Nach hinten durchgehend kleinere Zweier- und Vierertische: hier die Paare und Freundinnen a la "Sex and the City" (hier haben wir gesessen). Zur Toilette hin wieder mittelgroße Gruppen: bei uns eine Familienfeier. Wie man merkt ist das Publikum stark gemischt: Paare, Familien, Gruppen, Firmenessen usw. .

Im hinteren Bereich des Restaurants finden sich drei riesige Gesichter/ Masken aus Stein? Für mich das wirklich einzig richtig "Mogolische". Einzelne Pflanzen machen die Atmosphäre etwas gemütlicher. Irgendwie kann ich mich nicht ganz entscheiden, die Kuhfelle erinnern mich in Kombination mit den Sitzgelegenheiten irgendwie an bekannte Steakhausketten, die Glasfront an unbequeme Cafés in Museen, das warme Orange an Wohnzimmer in Neubauten und die großen Grünpflanzen an IKEA. Die Masken kann ich nicht einordnen - vielleicht Feuerland? Deshalb kann ich mich auch nicht entscheiden, ob mir das jetzt gefällt oder nicht. Auf jeden Fall mal etwas Anderes und das wollten wir ja auch!

Vom Dresscode ist alles vom Blaumann bis Highheels erlaubt: sympathisch!

Das Personal ist durchweg schwarz gekleidet und wuselt die ganze Zeit von Tisch zu Tisch. Die Lautsstärke ist atemberaubend, man kann ohne Probleme halb schwerhörig lästern ohne das auch nur ein Gast am Nebentisch etwas mitbekommen würde. Gegen 22 Uhr wird es etwas ruhiger. Alles eher stressig.

Der Hauptaugenmerk liegt im "Mongo's" auf der offenen Küche. Wie in jeder Kantine wird man in einer U-Form am Buffet vorbeigeleitet. Man erhält dazu von der Kellnerin ein Holzbrettchen mit Loch, in das eine Schale passt. Genau so stehen dann auch mal 25 Personen (siehe Foto!) mit einem Holzbrettchen in der Hand an, um zum Buffet zu gelangen (sieht ziemlich dämlich aus!). Hier gibt es dann die ersehnte Schale (passt ins Brettchen: genial!). Nachdem man nun aus vegetarischen Speisen, Fleisch und Fisch gewählt hat, stellt man seine Schale am Ende ab. Auf dem Brettchen wird von der Kellnerin schon vorher der Tisch, die Marinade und die Essensform mit Kreidestift auf einem kleinen, schwarzen Feld auf dem Brettchen notiert. Das Essen wird dann von den Köchen in der offenen Küche mit der gewählten Marinade zubereitet und vom Kellner an den Tisch gebracht.

Mir gefällt die Idee ja ganz gut, leider dauert es aber doch recht lange bis man dann wirklich zum Buffet vorgestoßen ist (15 bis 20 Minuten), da man ca. 2 Minuten pro Person rechnen kann. Man kann sich auch nicht des Mensa- oder Kantinencharakters erwehren, der unweigerlich in einem hochsteigt, wenn man die pflichtbewussten Deutschen mit ihrem Holzbrettchen in der Hand anstehen sieht! Jeder soll sich dazu aber seine eigene Meinung bilden!

Mir war es definitiv zu hektisch und laut. Für einen ruhigen Abend ist das "Mongo's" definitiv nicht zu empfehlen! Für gesellige Veranstaltungen, bei denen viel gegessen werden soll, schon eher!

Sauberkeit
Mir ist nichts Negatives aufgefallen: Gläser, Besteck und Karten waren sauber. Die Toiletten ebenso. Die Tische werden regelmäßig gründlich abgewischt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


AndiHa und 6 andere finden diese Bewertung hilfreich.

kgsbus und 9 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.