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GastroGuide-User: orcagna
hat Antik in 71634 Ludwigsburg bewertet.
vor 6 Jahren
"Eher was Schlichtes"

Geschrieben am 01.02.2015
Besucht am 24.01.2014
Allgemein
Wir fragen uns inzwischen manchmal, ob unsere anhaltende Sehnsucht nach der früheren Stuttgarter „Perle“  romantischer Verklärung der Vergangenheit zuzuschreiben ist. Seitdem sie zugemacht hat, betreten wir immer wieder hoffnungsvoll türkische Restaurants und sind hinterher nicht immer enttäuscht, aber doch der Überzeugung, das Ziel verfehlt zu haben.
 
Mit entsprechender Spannung betraten wir also das Antik. Wer wie ich rätselt, was Antik wohl auf Türkisch heißt, dem kann ich das Googeln ersparen – es heißt antik.
 
Ein bißchen so wirkt das Interieur, wenn man es schmeichelhaft beschreiben will, die Räumlichkeiten sind recht groß, allerdings ausgesprochen ungemütlich beleuchtet, die Einrichtung ein Mix aus Vorgefundenem, Folklorekitsch und Eigenbau. An einer Längsseite befindet sich in einem Holzvorbau eine Art Bar als Ausschank für die Getränke. Die besten Tische sind wie von Schlemmerzunge beschrieben die etwas abgetrennten an den Außenwänden; wir bekamen nur einen Platz im Parkett, dessen Gemütlichkeitsfaktor mit der Beleuchtung korrelierte.
 
Der Empfang war verhalten freundlich, wenn auch ein bißchen distanziert. Die Speisekarte kam recht zügig und wir bestellten die Vorspeisenplatte Karisik Meze 2 Kisli (€ 24), offenen weißen Cayankaya Cuvée (€ 5,70)  und roten Yakut (€ 5,90), eine Flasche Adelholzener (€ 5,50), als Hauptgerichte Patlican Karidesli, Aubergine mit Krabben gefüllt und mit Käse überbacken für € 16,90, und Buhara Kebap, Lamm gefüllt mit Pinienkernen  (€ 16,90).
 
Die Getränke wurden relativ bald serviert, nach einer Pause auch die Vorspeisenplatte, bestehend aus verschieden Joghurtcremes, gefüllten Weinblätter, frittierten Calamari-Ringen, Kartoffel-Creme/Salat, tomatigem Bulgur-Salat, Rettich-, Gurken- und Tomatenscheiben. Der Eindruck insgesamt und frisch, wenn auch keinerlei Wow-Faktor zu erkennen war. Dazu gutes Fladenbrot mit Sesam. Der Cayankaya entpuppt sich wie der Yakut als äußerst mäßig, Da nur ein Kellner den ganzen Saal bedient, läßt das Abräumen auf sich warten.
 
Nach der nächsten Pause kam meine Aubergine, wie versprochen mit Krabben gefüllt und mit Käse überbacken, allerdings schwamm sie in Tomatensauce, schmeckte nicht wirklich schlecht, aber so fad, wie ich es in der türkischen Küche noch nie erlebt habe. Das Lamm gefüllt mit Pinienkernen war der bessere Griff - gut und saftig, das Gemüse knackig und gut, eher pur – aber auch hier fehlte der Begeisterungsfaktor. Bei dem für uns nicht nachvollziehbarem Preis-Leistungs-Verhältnis überaschte uns der Raki aufs Haus.
 
Tja, wir träumen weiter von einer neuen Perle.
 
 

Bedienung


Die Bedienung war nicht unfreundlich, aber da sie den ganzen Saal zu betreuen hatte auch nicht aufmerksam und ein bißchen arg unpersönlich. Das Abräumen brauchte eher viel Zeit - und ich sitze nicht gerne ewig vor leergegessenen Tellern.



Das Essen


Drei Sterne sind eher ungnädig und vor allem meinem schwachen Hauptgericht und dem nicht nachvollziehbaren Preis-Leistungs-Verhältnis geschuldet. Die Vorspeisenplatte war gut und ich würde sagen, man ist hier mit schlichten Fleischgerichten besser beraten.



Das Ambiente


Ich fand es besonders durch die Beleuchtung extrem ungemütlich, und wer nicht in den Separées saß, war praktisch auf dem Präsentierteller. Die Einrichtung erinnerte mich an die Studentenkneipen meiner Jugend, zu der hier das Preis-Leistungs-Verhältnis wiederum nicht paßte.



Sauberkeit

Auch hier wieder möglicherweise subjektiv ungerecht - das Ambiente verströmte den Eindruck von "verstaubt und siffig", unabhängig davon, wieviel geschrubbt wird.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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