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GastroGuide-User: rr_blaubaer
hat Da Omero in 45239 Essen bewertet.
vor 5 Jahren
"Junior sagt "Das war das beste Essen, das ich je in einem Restaurant hatte""
Verifiziert

Geschrieben am 21.05.2015
Besucht am 10.08.2014
Da wir für den Nachmittag zu einer Taufe nach Essen Werden eingeladen waren, die von der Uhrzeit so gelegen war, dass wir am späten Vormittag bequem losfahren und dann in Essen noch ein kleines Mittagessen einnehmen konnten, habe ich bei RK nach einem netten Lokal in der Nähe der Taufkirche gesucht. Die Wahl fiel auf das da Omero. Einerseits, weil es wirklich um die Ecke liegt, andererseits, weil es bereits ein paar vielversprechende Kritiken gab.

Mit dem Navi war der Porthofplatz schnell gefunden und aufgrund des großen, direkt vor dem Lokal gelegenen Parkplatzes waren auch keine größeren Fußmärsche nötig.

Beim Betreten des Restaurants steht man praktisch direkt vor der Theke. Rechst befinden sich eine Reihe von Tischen mit geschwungenen mitgeschwungenen Bänken, eher in eine Bar als in ein Restaurant passend. Links ums Eck gibt es weitere Tische, sowie einen Durchgang auf eine überdachte Terrasse.

Das Restaurant hatte an diesem Tag erst kurz vorher geöffnet und wir waren zu diesem Zeitpunkt die ersten Kunden. Im Laufe der nächsten Stunde füllte sich das Lokal jedoch sehr zügig und war als wir aufbrachen gut zur Hälfte gefüllt.

Service

Sofort beim Eintreten ins Restaurant wurden wir von einem Mann mittleren Alters in Zivil-Kleidung von dem ich annehme, dass er der Chef des Hauses ist sehr freundlich begrüßt.
Während wir uns überlegten, wo wir denn gerne sitzen wollten wurde uns die Terrasse empfohlen, die wir bis dahin noch nicht gesehen hatten. Wir waren von der gemütlichen Aufmachung schnell überzeugt und entschieden uns für einen Tisch in der Ecke.
Kurz nachdem wir saßen wurden uns die Speisekarten inklusive eines Einlegers mit den heutigen Tagesangeboten gereicht. Nach einer kleinen Wartezeit kam der Chef dann wieder und fragte die Bestellungen ab. Wir wählten:

- Lasagne mit Kalbsbolognese (10,- €)
- Pizza Paesana mit Thunfisch und roten Zwiebeln (6,50 €)
- Tagliolini mit Pfifferlingen und Rinder-Filetspitzen (12,90 €)
- Bio-Lachsfilet mit Pfifferlingen (16,90 €)
Dazu gab es:
- 2 Cola und 1 Spezi je 0,3l (2,20 €)
- 1 Alkoholfreies Weizen (4,- €)

Wenige Zeit nachdem unsere Bestellung abgefragt wurde, kamen die Getränke sowie ein Korb Brot mit verschiedenen Zugaben an den Tisch.

Zu unserer Überraschung wurde uns dann nach ein paar Minuten noch ein Teller frisch aufgeschnittener Mortadella mit der Anmerkung, dass diese mit dem Brot zusammen besonders gut wäre, an den Tisch gebracht. Eine solche nette Aufmerksamkeit hatte ich bislang noch nicht gehabt.

Nun füllte sich das Lokal nach und nach. An der Art und Weise, wie der Chef oder die mittlerweile zusätzlich anwesende weibliche Bedienung die Gäste begrüßten, ist davon auszugehen, dass etwa die Hälfte der Gäste regelmäßige Besucher dieses Lokals sind. Besonders positiv ist mir dabei aufgefallen, dass mit den Stammgästen zwar sehr zuvorkommend umgegangen wird, ohne aber dabei bei den anderen Gästen etwas zu vernachlässigen. So wünsche ich mir das. Dafür ein großes Lob von mir.
Auf unser Essen mussten wir zwar ein wenig warten, durch das vorab gereichte Brot mit den diversen Zugaben war die kurze Wartezeit aber zu verkraften.
Nachdem das Essen eine Weile bei uns war und wir angefangen hatten zu essen, wurde nochmal nachgefragt, ob alles in Ordnung sei.

Nach dem Essen dauerte es dann, ein wenig, bevor die leeren Teller mit der erneuten frage, ob es geschmeckt habe abgeräumt. Auf unsere Frage, was es denn als Dessert gäbe, wurde auf die Karte verwiesen und uns diese auch gleich, aufgeschlagen auf der Dessert-Seite, an den Tisch gebracht.
Es gab auch ungefragt die Information, dass es die Desserts auch gerne als kleine Portionen gäbe. Auch dafür ein großes Lob.

Unsere Kinder entschieden sich für:
- Cassata Siciliana (8,50 €)
- Apfelsorbet (5,90 €)
Die Eltern bestellten sich je einen Espresso (á 2,30 €)

Auch die Desserts und die Espressi kamen nach noch angenehmer Wartezeit.
Als es dann schließlich ans Bezahlen ging, wurden wir nochmals gefragt, ob wir mit allem zufrieden waren. Bevor wir Erwachsenen etwas sagen konnten platzte unser Jüngster raus mit dem Satz: „Das war das beste Essen, das ich je in einem Restaurant hatte.“
Ich bin zumindest der Meinung, dass die Bedienung heute wirklich gerne 5 Sterne von mir bekommt.

Das Essen

Brot mit Beigaben:Das Brot, welches vor dem Essen an den Tisch gebracht wurde, ist alleine schon eine Erwähnung wert. Offensichtlich selbst gebacken, wunderbar locker, dabei nicht zu trocken und genug gesalzen. Meine Frau, die seit etlichen Jahren unser Brot selbst bäckt nickte anerkennend mit dem Kopf.
Dazu gab es in kleinen Schälchen grüne Oliven, ein Joghurt-Kräuter-Dip sowie Tomaten-Salat.
Später kam dann noch, wie oben erwähnt ein Teller mit Mortadella.
Die Oliven waren sehr lecker, keine billige Glasware. Der Joghurt-Kräuter Dip hätte ein wenig mehr gesalzen sein dürfen, aber ansonsten schön cremig und frisch. Der Tomatensalat aus fein gewürfelten Tomaten, die mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und ein paar Kräutern angemacht war, war die perfekte Begleitung zu dem leckeren Brot. Eigentlich ein sehr schöner Bruscetta-Bausatz.
Bei der Mortadella war ich zunächst skeptisch, da ich diese aus der Vergangenheit her nur als Ladenhüter aus dem örtlichen Supermarkt kannte. Diese hier war allerdings extrem gut. Hauchdünn aufgeschnitten, mit feinen Speckstücken und Pistazien. Wenn ich mich nicht so auf das Hauptgericht gefreut hätte, ich hätte die Wurst am liebsten komplett verputzt.

Lasagne mit Kalbsbolognese
:Die Lasagne war die Wahl unseres jüngsten. Als der Teller zum Tisch kam, hoffte ich zwar auch eine frühzeitige Sättigung des Sohnemannes, wurde damit aber leider enttäuscht.
Auf dem Teller (keine Auflaufform) befanden sich zwei Stücke der Lasagne mit der duftenden Soße überzogen und zusätzliche von einigen groben Parmesanhobeln bedeckt.
Die Nudeln waren mit angenehmen leichtem Biss, die Soße hatte ein perfektes fleischiges Aroma und war von einer schönen Cremigkeit. Leider ließ mich Junior nur einmal probieren. Es blieb nichts übrig.

Pizza Paesana
(mit Thunfisch und roten Zwiebeln)Die Pizza, die Wahl des größeren Sohnemanns, war zwar auch den ersten Blick etwas klein, war letztendlich aber vollkommen ausreichend.
Bei der Pizza gab es das einzige kleine Manko dieses Essens. Die perfekt runde Form verriet: Sie war in einer Pizzaform gebacken.
Der Teig war zwar ein wenig zu dick ausgewellt, ohne aber dabei teigig zu sein. Der Boden war durchweg knusprig und locker. Geschmacklich ebenfalls sehr lecker. Die Pizza war gleichmäßig gut belegt. Das Ganze war gut gewürzt und wurde gerne gegessen.

Tagliolini mit Pfifferlingen und Rinderfiletspitzen:
Beim Hauptgericht meiner Frau durfte ich netterweise mehr als nur einmal probieren.
Die sehr guten Nudeln waren optimal gegart, mit schönem Biss. Die Filetspitzen waren ganz kurz angebraten und durften dann in der Soße mit ziehen. So hatten sie leichte Röststellen ohne zu durch zu garen. Die Pfifferlinge schön angebraten und alles zusammen in einer wunderbar cremigen Soße, die sich perfekt an die Nudeln und schmiegte vermengt. Darüber waren ebenso grobe Hobelspäne vom Parmesan verteilt.

Biolachs mit Pfifferlingen:
Ich bestellte dieses Gericht mit dem Gedanken, dass es denn aber für dieses Jahr genug Pfifferlingen gewesen seien. Nun, wenn ich wüsste, ich würde sie wieder so bekommen, ich würde sie wohl erneut bestellen.
Auf dem Teller befanden sich ein recht großes Stück Lachs, etwas Gemüse (Romanesco, Zuckerschoten und Möhren), ein paar wenige Kartoffelstückchen, sowie eine großzügige Portion Pfifferlinge, die über dem, noch mit der Haut versehenen Lachs verteilt war. Der Lachs war fast perfekt (jedoch ein wenig zu sehr) gebraten. Er schmeckte sehr aromatisch, überhaupt nicht tranig und war noch leicht glasig (leider ein wenig zu wenig).
Die Gemüse und die Kartoffeln waren handwerklich gut gemacht, neben Fisch und Pfifferlingen spielten sie aber nur die Statistenrolle. Die Pilze waren hier endlich einmal gut gebraten, nicht nur warm gemacht. D.h. sie hatten leichte Röstnoten, ohne ihr Eigenaroma einzubüßen. Eine perfekte Kombination mit dem Lachs.

Apfelsorbet, Cassata, Espresso
:
Das Sorbet (2 große Kugeln) wurde serviert in einem hohen Bronzekelch. Es schmeckte nach echten Äpfeln, nicht nach Apfelaroma. Die Eiskristalle waren sehr fein und es waren noch kleine Apfelstückchen enthalten.
Zur Cassata kann ich leider nicht sagen, ob diese so war, wie eine echte Cassata sein sollte, da ich eine solche bis dato noch nicht gegessen hatte. Serviert wurde ein hohes Tortenstückchen Cassata zusammen mit frischen Früchten und einem Vanillesoßenspiegel. Die Cassata war lecker cremig, ohne Eiskristalle mit ein paar wenigen aber sehr guten Stückchen Kandierter Früchte.

Der Espresso war ebenfalls so wie er sein soll. Heiß, stark, aromatisch und mit schöner Crema.
Ich musste lang überlegen und tue mir echt schwer damit, aber ich denke ich würde diesem Lokal Unrecht tun, wenn ich hier keine 5 Sterne geben würde.

Das PLV bewerte ich mit 4 Sternen.

Das Ambiente
Müsste ich nur die Terrasse bewerten, so würde ich auch 5 Sterne kommen. Die Aufteilung innen, und der eher an eine Cocktailbar erinnernde rechte Bereich schaffen das aber nicht. So komme ich noch auf 3,5 Sterne.

Sauberkeit
Alles Picobello, auch die Toiletten. 5 Sterne
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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