Zurück zu Restaurant Abessina
GastroGuide-User: Schwalmwellis
hat Restaurant Abessina in 34117 Kassel bewertet.
vor 2 Jahren
"Ostafrikanische Speisen - gemischte Gefühle - lecker aber gewöhnungsbedürftig"
Verifiziert

Geschrieben am 01.05.2018
Besucht am 30.04.2018 Besuchszeit: Mittagessen 3 Personen Rechnungsbetrag: 34 EUR
Shopping am Brückentag 30. April 2018 führte uns wieder einmal nach Kassel. Das Ganze verbunden mit dem Treffen einer veganen Freundin aus "alten Tagen".

Das Abessina war eine der möglichen (veganen) Lokalitäten für ein Treffen am Mittag, und sowohl die Öffnungszeiten, als auch die immens positiven Bewertungen im Internet ließen die Wahl auf das Abessina fallen. Zudem ist es vom Königsplatz aus gelegen in nur maximal 10 Gehminuten zu erreichen - wenn man weiß, wo die Fußgänger-Ampeln in der Kurt Schumacher-Straße stehen, und man die mehrspurige Straße plus Straßenbahngleise nicht willkürlich überqueren möchte.
Insofern schon einmal recht zentral gelegen und auch nicht unweit vom Hauptbahnhof entfernt (ebenso 10 Minuten Fußweg).

Da man sich nur selten sieht ,und es sicher vieles zu bereden gab, kamen die beiden Tische vor dem Restaurant nicht in Frage. Einerseits wegen der Lautstärke durch den Straßenverkehr, andererseits durch den frisch stürmischen Wind, der eher an eine Deichpromenade an der Ostsee erinnerte.

Das Abessina von der Straße aus

Nach der Wiedersehens-Begrüßung traten wir ein und hatten trotz nicht getätigter Reservierung die freie Platzwahl. Wir wählten einen Platz etwas abseits von der Theke um ungestörter zu sein.

Gastraum im Abessina

Die Wand-, Decken- und Tischdekoration vermittelte ein gewisses ostafrikanisches Ambiente, wie auch der uns freundlich begrüßende Mann im Service eine gewisse Lässigkeit an den Tag legte, wobei ich aber nicht weiß, ob dies zum ostafrikanischen Ambiente gehört.
Lässig ,weil, als die beiden Damen nach etwas Wartezeit ihre Wasser gereicht bekamen ,ich nochmals gefragt wurde, was ich denn nochmal hatte haben wollen :-).

Nun gut, die Speisekarten waren gereicht, und zumindest mir fiel es nicht leicht, sich bei dieser "neuen" Art von Speisen zurecht zu finden. Trotz ein wenig, wenn auch minimaler Erfahrung. Die Erinnerung kam mir erst während des Lesens der Karte - und dem späteren Geschmack der Gerichte.

Unsere in diesem Restaurant schon erfahrene, vegane Freundin wusste sofort , was sie wählt. Meine Liebste war auch recht schnell dabei und entschied sich für einen Salat mit Schafskäse.

Und ich - vielleicht hätte ich mal vegan ausprobieren sollen, aber das kommt noch früh genug, wenn wir einmal ein ausschließlich vegan/vegetarisches Restaurant besuchen. :-)
Als Suppenliebhaber begann ich mit einer Rote Linsen Suppe. Als Hauptspeise entschied ich mich für Hähnchenbrust in einer scharfen Sauce.

Kommando rückwärts für unsere Freundin - leider gab es das gewählte vegane Schiro nicht mehr, und so wurde sich auf Timtumo umentschieden.

Nach kurzer Wartezeit kam auch schon meine Suppe auf einem mit Fladenbrot dekorierten Teller.

Rote Linsen Suppe

Appetitlich sieht ein wenig anders aus, und Linsen konnte ich keine erkennen, zumindest nicht so wie auf dem Foto in der Speisekarte (aber so sitr das ja immer :-) ). Mag sein, dass alles püriert und/oder zerkocht war. Geschmeckt hat sie, würzig war sie, wenn auch ein Tick Salz für meinen Geschmack nicht geschadet hätte.

Noch war ich nicht ganz mit der Suppe fertig, da wurden auch schon die weiteren Gerichte gereicht. Mit ein wenig Schwierigkeiten in der Reihenfolge.
Einfach jedoch war es meiner Liebsten den Schafskäsesalat zu servieren.

Der Freundin wurde ein Teller mit "Teig"fladen (ich weiß nicht, wie die heißen) und Salat gereicht, dazu ein Schälchen mit dem gewünschten Timtumo.

Timtumo

Ich war noch mit meiner Suppe zugange, dann erhielt auch ich einen ebenso angerichteten Teller.
Und dann saßen wir erst einmal und warteten, weil da scheinbar noch der Reis fehlte.

Kurz darauf folgte für mich ein Schälchen mit meiner Hühnerbrust und ein Tellerchen mit drei  weiteren (man möge mir die Beschreibung verzeihen) wie Erfrischungshandtücher im Flugzeug aussehenden Teigrollen und der Bemerkung "der Reis kommt gleich auch".

Und dann war alles vollzählig, und wir konnten beginnen!

Für mich persönlich wäre der Salat meiner Liebsten der Horror gewesen, denn ich mag weder Oliven noch Rote Bete. Aber meine Liebste wollte es ja so.
Wie ich später erfuhr, war der Salat auch ihrer Meinung noch etwas arg olivenlastig, mit viel Eisbergsalat und sehr wenig Schafskäse. Hinzu noch die Darbietung an sich. Das "Salatgefäß" an vielen Ecken und Enden abgestoßen und "verbraucht". Auch das war nicht unbedingt sehr appetitlich. Ist so afrikanisch?

Schafskäse-Salat

Nun, ich hatte ja schon einiges von den Weizenfladen zur Suppe verspeist und war insofern auch schon wieder etwas vorgesättigt. Die Schale mit Hähnchenbrust sah aber schon einmal gut aus:

Dorho-Zigni

Von dem Reis konnte ich jedoch nur wenig zu mir nehmen und ebenso gerade mal eineinhalb der "Schwammfladen" (ich entschuldige mich hierfür, aber mir fällt kein anderer Ausdruck ein, und es fehlen die weiterführenden Kenntnisse), denn es war mir wichtiger die Schale mit Hähnchenbrust zu leeren.
Recht scharf war es, aber (noch) nicht unangenehm.
 
Timtumo & Dorho-Zigni mit zugehörigem Reis und Fladen

Mittlerweile hatte sich das Restaurant auch schon gut gefüllt, und ich musste mich zwecks Bezahlung auf die Suche nach dem Herrn im Service begeben. Dieser entgegnete mir, ob wir gerne einen Ouzo als Abschied des Hauses zu uns nehmen würden. Beide Damen nickten - der Herr auch.
Danke dafür (für den Ouzo).

Ich persönlich habe mich dort im Abessina recht wohl und irgendwie "entstresst" gefühlt. Geschmacklich für mich gewöhnungsbedürftig, denn später zu Hause hatte ich ein wenig Probleme. Ich komme zu dem Schluss, dass diese Art von Speisen nicht meine Vorliebe ist und auch nicht werden wird, obwohl es geschmeckt hat.

Ein Erlebnis war es allemal, und es ist jedem einmal zum Probieren zu empfehlen. Nur von wo die Massen von mehr als nur positiven Bewertungen in den diversen Portalen herrühren, das kann ich nicht nachvollziehen.
Danke für das Erlebnis!
 
Das Verzehrte - so wie es in der Speisekarte steht:
 
Rote Linsen Suppe, Rote Linsen, Zwiebeln, Tomaten und Gewürzmischung - 4,00 €
 
Timtumo (Veggie, Gluten- und Laktosefrei), Rote Linsen in Zwiebel-Tomatensauce verfeinert mit Knoblauch und einer speziellen eritrei-schen/äthiopischen Gewürzmischung - 8,00 €
 
Dorho-Zigni/Doho-Wot (Laktose- und Glutenfrei), Hähnchenbrust in einer scharfen Tomatensauce verfeinert mit Zwiebeln, Knoblauch, und einer speziellen eritreischen/äthiopischen Gewürzmischung  - 10,50 €
 
Schafskäse-Salat (Vegetarisch), Gemüsesalat mit Kartoffeln, Roter Bete, Gurken, Tomaten, Schafskäse und Oliven - 6,00 €
 
Mineralwasser 0,25 l -  1,60 €
 
alkoholfreies Hefeweizen 0,5 l - 3,20 €
 
PS: Ich hätte gerne mehr "Sterne" vergeben, aber so war die nun einmal der persönliche Eindruck. Speisen ok, Ambiente ok, Sauberkeit ok, Sanitäre Anlagen ok, Bedienung etwas flappsig (keine wirkliche Begrüßung, sowie kein "hat es geschmeckt?" oder anderweitige Nachfragen zwischendurch).
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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