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GastroGuide-User: Erika11
hat Spieskommer in 25882 Tetenbüll bewertet.
vor 2 Monaten
"Klein, aber fein"

Geschrieben am 28.05.2019 | Aktualisiert am 28.05.2019
Besucht am 21.05.2019 Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen
Staffelwechsel im Hohen Norden. Anders kann ich es nicht bezeichnen. Bessere Hälfte und ich hatten den letzten Tag unseres Frühjahrsurlaubs in St. Peter- Ording und bester Freund und seine Begleiterin den ersten Urlaubstag. Der Himmel zeigte sich nach fast 14 Tagen Sonne und meist kaltem Wind bedeckt, aber Regen auch nicht an diesem Tag.

Unsere Freunde wollten zuerst in den Hofladen der Schafskäserei in Tetenbüll und dann irgendwie ans Wasser, aber vorher was essen. Da wir beiden Paare schon seit Jahrzehnten in SPO Urlaub machen, kennen wir die Halbinsel Eiderstedt recht gut. Da später noch eine Hofführung der Schafskäserei mitgenommen werden sollte, die übrigens sehr interessant war, fiel die Wahl auf die " Spieskommer " unweit der Badestelle Everschopsiel. Bisher war man immer auf dem Weg über die Dörfer nach Husum dran vorbei gefahren, aber hatte das Pech, dass das Lokal geschlossen war.

Fährt man über die Nebenstrecke nach Husum, führt nach einiger Zeit der Weg von SPO kommend an der Nordküste der Halbinsel entlang. Unweit der Straße vor dem Speicherkoog, einem Wasserbecken, wo das Wasser des Binnenlandes gesammelt wird, ehe es durch das Sielwerk dem Meer zugeführt wird, dann das Lokal einsam in der Landschaft auf der linken Seite. Vor einigen Jahren brannte es auch mal im Winter ab, aber wurde wieder aufgebaut. Hinter dem Haus führt eine Privatstraße über den Deich in den kleinen Hafen Everschopsiel und die winzige naturbelassene Badestelle. Badestelle besteht aus einer Wiese mit einer Treppe ins Wasser , einer Dusche und drei Bänken. Die Spieskommer ist quasi auch die Gaststädte der Badestelle. Auch ist im Gebäude eine Außentoilette für die Badestelle untergebracht. Der Blick aus dem Lokal je nach Jahreszeit auf Rapsfelder oder Getreidefelder.

Aber nun mit dem Lokal weiter. Wir boten einen witzigen Anblick. Zwei Paare, das eine knackig braun und das andere noch recht bleich im Gesicht. Die Spieskommer ist ein recht kleines aber feines Lokal, ohne überspannt zu sein. Es werden etwa 10-12 Tische in dem Wintergarten, der als Gastraum dient, sein. Dazu noch mal die gleich Anzahl an Plätzen auf der Terrasse. Die Einrichtung schlicht, edel  aber sehr sauber und gepflegt. Auf jedem Tisch ein frisches Blümchen, sowie Salzstreuer und eine winzige Pfeffermühle. Es geht ein bisschen eng eben zu. Mich wundert es, dass unser Wastl das Lokal nicht entdeckte. Er hätte hier absolut kein Haar in der Suppe gefunden.

Auf den Tischen dezente Kärtchen. Auf der einen Seite stand, dass man nichts dagegen hat, wenn sich weitere Gäste dazu setzen, auf der anderen Seite, dass man lieber allein sein möchte. Finde ich gerade in einem so kleinen Lokal prima. Da wir aber einen Vierertisch hatten, war das für uns kein Thema. Aber andere Wirte könnten das ruhig übernehmen

Männliche Bedienung nahm recht flott und keineswegs nordisch spröde, sondern mit feinsinnigem Humor die Getränkebestellung auf. Mit den Getränken brachte er die als kleines Buch gebundene Speisekarte. Sie ist nicht ellenlang, aber bietet für jeden Geschmack was. Auch eine Kinderkarte gibt es. Näheres kann man der Homepage entnehmen. Ordnungsgemäß auch die Deklaration der Inhaltsstoffe. Blaue Servietten und Bestecke kamen unmittelbar nach der Essenbestellung.

Freundin hat Probleme mit Gluten und sie fragte beim Reibekuchen vor der Bestellung nach, ob Mehl verwendet würde. Nachfrage in der Küche und ihr wurde versichert, dass ihre Reibekuchen frisch und ohne Mehl zubereitet würden. Sie entschied sich für Reibekuchen mit Krabben zu 10.90 Euro. Der Reibekuchen war das, was wir hier im Bergischen Land als Pillekuchen bezeichnen und er passte gerade eben auf den flachen Teller. Dazu eine üppige Salatgarnitur, die woanders ein keiner Salatteller ist. Krabben waren dann eine gehäufte Kaffeetasche voll und mit Dill angerichtet. Laut Aussage von Freundin der beste Reibekuchen.

Freund nahm Scholle Büsumer Art zu 17.90 Euro. Zu seinem filetierem platten Fisch gab es eine Kaffeetasse Krabben,  Bratkartoffeln und einen gemischten  Beilagensalat. Das Dressing eindeutig hausgemacht mit Salaten der Saison. Aber ohne Mais und die Gurken angenehm grob geraffelt und nicht so cm dicke Scheiben. Auch er hatte nichts zu meckern.

Bessere Hälfte nahm Seelachs mit Bratkartoffeln und Salat zu 13.90. Euro. Ein dickes Stück Fisch bestens gebraten und frisch aus der Pfanne. Das Fett schäumte noch, als der Fisch serviert wurde. Salat bestens wie beim Freund. Die Remoulade sehr fein säuerlich abgeschmeckt und selbst gemacht. Bratkartoffeln, das heikle Thema, aber auch die auf den Punkt bestens zubereitet. So viel Fett wie nötig, aber keineswegs im Fett schwimmend.

Ich hatte dann Rotbarschfilet in Senfsauce mit Salzkartoffeln und Salat zu 14.90 Euro. Drei Stücke Fisch bester Qualität und geschmacklich  sehr gut. Die Senfsauce bestens im Geschmack und nicht zu fetthaltig. Hatte schon befürchtet, da ich auf größere Mengen Laktose empfindlich bin, so meine Befürchtungen. Salat siehe oben und die Kartoffeln nahmen kein Bad in Butter.

Fasse ich das Essen zusammen : Alle Vier rundum satt und zufrieden. Da geht es noch mal hin. Freunde waren am Sonntag wieder dort und noch immer begeistert. Bessere Hälfte und ich müssen noch bis zum Herbst warten . Preis / Leistung bei Essen und Getränken bestens. Volle Sternezahl in Absprache mit unseren Freunden
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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