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GastroGuide-User: Jenome
hat Hellas in 27472 Cuxhaven bewertet.
vor 4 Jahren
"Bei FB als "DER" Grieche von Cuxhaven gelobt-wir waren anderer Meinung"
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Geschrieben am 25.02.2016
Besucht am 14.02.2016
Allgemein


Während viele meiner Kollegen und Freunde ihren Winterurlaub mit vielen anderen Touris in den verschneiten Bergen verbringen, bevorzugen wir die Ruhe im Winter an der Nordsee im Cuxland. Da in unseren heimischen Breitengraten die griechischen Restaurants nicht gerade üppig sind, war die Zielvorgabe bereits vor der Abreise von zu Hause ganz klar gesteckt. Meine drei Damen wollten zum Griechen. Nach etwas Recherche bei GG, welche in Cuxhaven leider auch nicht üppig ausfällt, habe ich dann auf der Internetseite von Mark Zuckerberg doch noch einige Infos zu griechischen Restaurants gefunden. Und da wurde doch das „Hellas“ in Cuxhaven-Groden als „das“ griechische Restaurant in Cuxhaven gelobt. Also kann ich doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Meine Mädels wollen griechisch essen, und ich lade meine geliebte Ehefrau zum Valentinstag zu dem besten Griechen in Cuxhaven ein. Kurzerhand von zu Hause aus telefonisch noch vier Plätze reserviert, und die Urlaubsreise Richtung Cux konnte entspannt starten.

Am Valentinstag Abend suchten wir nun das Hellas auf. Unweit der großen Zubringerstraßen zu den Häfen liegt im kleinen und gemütlichen Ortsteil Groden das Restaurant zentral gelegen. Einen üppigen Parkplatz findet man hinter dem Haus.

Ambiente


Das Restaurant ist großzügig eingerichtet und man kann(bereits bei der telefonischen Bestellung) zwischen Raucherbereich und Nichtraucher wählen. Wir wurden selbstverständlich im Nichtraucherbereich unmittelbar neben der Theke platziert. Der Gastraum mit schummrig dunkler Beleuchtung, das Möbilar rustikal und stabil, zwischen den einzelnen Sitzgruppen befinden sich größere Pflanzkübel als Sichtschutz. Die sonst so typische griechische Einrichtung mit Säulen und den vielen Göttern an der Wand wurde hier mal so gar nicht vermisst. Es hätte auch glatt ein deutsches Restaurant sein können. Ob der Größe des Restaurants und der Enge zwischen den Sitzgruppen konnte man aber leider auch genau die Probleme an den Nachbartischen erfahren.

Bedienung


Begrüßt und an unseren Platz gebracht wurden wir von einer burschikosen Dame mittleren Alters, welche die Bestellungen aufnahm, den Tresen bediente, das Essen austrug und auch wieder alles einsammelte. Der Chef des Hauses wuselte ebenfalls zwischen drein mit herum und musste bei seinen Stammgästen auch mal „Hallo“ sagen. Zu meckern gibt’s eigentlich nichts über die beiden, man merkte aber, dass wir nur die Touris waren. Beim überreichen der Karte gab es als Vorgeschmack gleich erst mal einen Ouzo zur Begrüßung, bei Rechnungslegung das gleiche natürlich noch einmal. Am Anfang dauerte die Bestellung etwas lange, aber später genügte ein kurzer Wink, und unsere Wünsche wurden erfüllt. Also in so weit ok.

Speisen


Aus der Getränkekarte entschieden meine beiden „kleinen“ Mädels sich für die 0,4´er Coca Cola a´ 3,20 €, meine Frau wählte den  Retisana (ein geharzter Weißwein)a´ 3,50 €, ich wählte ein großes 0,4ér Herforder Pils für 3,00 €.

Als Vorspeisen wählten wir einmal den gebratenen Paprika mit Zaziki für 5,00 € und den gebackenen Schafskäse mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln für 5,50 €. Zu beiden Speisen wurde warmes, frisches Knoblauchbrot gereicht.

Als Hauptspeise wählten wir:

·         1x Syrtaki-Teller (ein Souflaki, Gyros mit Pommes statt Reis und Salat vom Büffet) für 10,80 €
·         1x Dorf-Teller (zwei Lammkotletts, Souflaki, Gyros mit Pommes statt Reis, Zaziki und Salat vom Büffet für 12,50 €
·         1x Ouzo-Teller (zwei Suzuki, ein Souflaki, Gyros mit Reis und Salat vom Büffet) für 11,50 €
·         Bifetki mit Schafskäse gefüllt mit Reis und Salat vom Büffet für 10,90 €

Da die erste Bestellung etwas auf sich warten ließ, hatten wir genügend Zeit die Getränke und Speisen gemeinsam zu bestellen. Die Getränke kamen nach wenigen Minuten an den Platz, die Vorspeisen waren nach ca 30 Minuten am Platz. Die Hauptspeisen waren nach knapp 40 Minuten bei uns.

Unmittelbar nach der Bestellung durften wir uns Richtung „Salatbüffet“ begeben. Dies steht mitten im Raum und enthielt Mais, grünen Salat, Weißkrautsalat, saure Bohnen, rote Beete, Zwiebeln und zwei Dressings. Aufgrund dieser „umfangreichen“ Auswahl hatten wir ja die Chance von jedem etwas auf unseren Teller zu laden. Am unserem Tisch zurück wurde das gesunde Gemüse gekostet. Der Mais pappig, eindeutig billige Dosenware, die rote Beete fest aber ebenfalls typischer Großhandelsverschnitt, die sauren Bohnen haben ihren Namen nicht verdient. Glasiges Aussehen und vom Geschmack gaaaanz weit weg von „saurer“ Bohne. Der Salat und die Zwiebeln dafür frisch und knackig. Das war sauber auch schon. Das Dressing, keine Ahnung was auch immer das sein sollte, half auch nicht wirklich weiter. Schade, das war wohl nix.

Was waren wir froh als endlich der gebratenen Paprika mit Zaziki und der gebackene Schafskäse mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln unseren Platz erreichte. Der gebratene Paprika auf dem Teller eine Augenweide, kross gebraten, ordentlich mit Knoblauch und Olivenöl gewürzt, einfach lecker. Der gebackene Schafskäse mit Tomaten, Zwiebeln und Peperoni überbacken, mit angenehmer Knoblauchmarke. Das frische Knoblauchbrot kross, mit reichlich Knoblauchbutter garniert. Das war eine gute Entschädigung für den missglückten Salat.

Der Syrtaki-Teller war mit einem großen Souflaki-Spieß, krossem Gyros, ordentlich Zwiebeln und Pommes serviert. Der Souflaki durch gebraten, fast schon trocken, das Gyros kross und etwas salzig, aber nicht trocken. Die Zwiebel scharf und frisch, die Pommes knackig. Einzig fehlte uns hier das Zaziki, stattdessen wurde eine rote, scharfe Paste ähnlich dem Sambal Olek serviert. Die rote Paste für meine Tochter eindeutig zu scharf, der Teller typisch griechisch sehr reichlich.

Mein Dorf-Teller wurde mit zwei kleinen Lammkotletts, einen Souflaki und Gyros mit Pommes und Zaziki geliefert. Auch hier wieder das Souflaki durchgebratenund fast trocken, das Gyros angenehm kross aber etwas salzig. Die Lammkotletts waren nicht so der Bringer, schmeckten doch „sehr deutlich“ nach Lamm. Mein Lamm, welches jedes Jahr im Herbst geschlachtet wird, schmeckt definitiv besser. Schade. Die Pommes aber auch kross, die Zwiebeln frisch und angenehm scharf, das Zaziki auch nicht wirklich so toll, hatte es einen eigenartigen, cremigen "BEI"Geschmack.

Der Ouzo-Teller ebenfalls mit einem Souflaki-Spieß, zwei Suzuki-Beffies, Gyros, Reis und ebenfalls einer scharfen, roten Soße. Das Souflaki auch hier wieder durchgebraten aber nicht so trocken, das Gyros kross und salzig. Die Suzuki in der Konsistenz etwas krümlig und trocken. Der Reis pappig, die Zwiebeln wieder frisch und angenehm scharf. Auch hier fehlte meiner Frau das Zaziki.

Das Bifetki gefüllt mit Schafskäse und Reis wurde ebenfalls mit dieser Sambal Olek ähnlichen Soße geliefert. Auch hier wurde das Zaziki vermisst. Der Reis ebenfalls  pappig. Das Bifetki nahm die Hälfte des Tellers ein. Die Hackfleischmasse angenehm gewürzt, der Schafskäse im Inneren angenehm weich/flüssig.

Wie bei jedem Griechen waren die Portionen so üppig, das von dem übriggebliebenen  Fleisch unsere Töchter am nächsten Tag noch ein Mittagessen hatten.

Insgesamt ließen wir 78,10 € im Hellas. Vom Preis/Leistungsverhältnis ist das natürlich günstig.

Sauberkeit


Das Restaurant und die Toiletten waren sauber und gut gepflegt.

Fazit


Dass das Hellas nun „der“ Grieche in Cuxhaven sein soll, bezweifele ich nach diesem Besuch. Zwei der fünf ansässigen griechischen Restaurants haben wir nun durch, also bleibt für die nächsten Winterurlaube in Cuxhaven noch genügend zum Testen. Auf Platz eins schafft es aber das Hellas bei uns auf jeden Fall nicht. Schade.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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