Zurück zu Restaurant Eichenblatt in Wilminks Parkhotel
GastroGuide-User: Carsten1972
hat Restaurant Eichenblatt in Wilminks Parkhotel in 48485 Neuenkirchen (Kreis Steinfurt) bewertet.
vor 3 Jahren
"Über die Küche zum allerfeinsten (Grill)-Genuss......"
Verifiziert

Geschrieben am 02.07.2017 | Aktualisiert am 03.07.2017
Besucht am 02.07.2017 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 150 EUR
Frau im Urlaub, Carsten alleine zu Hause. Da hatte ich die Idee, mit einem Freund einen schon lange auf der ToDo Liste stehenden Eintrag "abzuarbeiten".

An ein paar Sonntagen im Jahr bietet das Parkhotel Wilmink in Neuenkirchen einen Grillworkshop an. Gegrillt wird in einem Monolith Keramikgrill und ich wollte die Möglichkeiten dieses Grilltrumms einmal mit einem Meister seines Fachs kennen lernen. Bei Theo Wilmink ist man dann an der richtigen Stelle. Bodenständige Küche mit allerhöchstem Anspruch an die Zutaten bietet die Küche des Parkhotel Wilmink. Das erhoffte ich mir auch von einer Teilnahmen an diesem Workshop.

Um kurz vor elf Uhr fanden wir uns im normalerweise am Sonntag geschlossenen Parkhotel ein und trafen auf Theo Wilmink, ein paar seiner Mitarbeiter sowie die ersten Gäste. Man fragte uns nach einem Getränkewunsch und wir warteten bei einem ersten Frühschoppenpils auf die letzten Teilnehmer unserer Runde.

Theo Wilmink teilte Kochschürzen aus und lotste uns mit einer Übersicht der geplanten Speisen in die Küche. Nach dieser Einleitung wird jedem klar sein, dass wird keine unserer üblichen Restaurantbewertungen, denn an diesem Tag musste ich mit meinen Kursgenossen unter den kritischen Augen von Theo Wilmink und zwei seiner Köche unser Essen selber zubereiten, zumindest in großen Teilen.

Die Hauptzutat an diesem Tat lag bereit, wir konnten das Schlachtermesser wieder einstecken.

Tomahwak Cut vom Kalb, eine ausgelöste Lammkeule, ein Kalbstafelspitz sowie im Hause vakumiert gereiftes Roastbeef. Herr Wilmink erklärte die Lieferanten seines Hauses im Deatil und erklärte seine Küchenphilosophie. Um diese Hauptzutaten sollte am Monolith Grill ein Menü aus Vorspeise, verschieden marinierten Fleischhauptgängen und einem Dessert entstehen. Versorgt mit einem kühlen Pils machten wir uns an die Zubereitung der Marinaden.

Nachhaltigsten Eindruck bei Zubereitung und Verzehr hinterließ eine Marinade auf Basis eines Karamells mit Teriyakisauce. Ein Rohrzucker wurde mit hausgemachtem Geflügelfond (das Haus stellt ca. 50 Liter davon pro Woche her) karamellisiert, verfeinert wurde mit Teriyakisauce, Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch. In diese Marinade wurde das Roastbeef eingelegt.
Weitere Stationen beschäftigen sich mit Dips und Saucen für das fertig gegrillte Fleisch, mit der Präparation der Zutaten für weitere Marinaden und der Vorspeise und dem Dessert.



Immer wieder Tipps für uns Küchenlaien in Sachen abschmecken sowie Warenkunde. Theo Wilmink vermittelte von Beginn an eine große Begeisterung für seine Arbeit und seine Mission, auf möglichst alle Fertigprodukte zu verzichten. Der Lieferantenkreis des Parkhotels stellte sich als ein Querschnitt vieler anspruchsvoller Lebensmittelerzeuger im nördlichen Münsterland dar, von denen auch mir viele gut bekannt sind. Letztendlich waren wir mit den Vorarbeiten in der Küche fertig:

Es ging hinaus zum guten Keramikstück der Firma Monolith. Dort hinauf wanderten dann unsere Vorspeisen:

Ein Wrap gefüllt mit Pulled Pork vom Vortag (Grill-Resteverwertung wurde auch angesprochen), sowie marinierte Scampi.
Auf dem Teller, angerichtet vom Wilmink'schen Service, sah das dann so aus:

Allerfeinst im Garpunkt getroffen die leicht (Ingwer) asiatisch marinierten Scampi, lecker der Wrap, ein feritg eingekauftes Produkt, gefüllt mit dem Rindflesich-Pulled-Pork sowie einem Spitzkohl, mit Salz durchgeknetet, sowie einer Sauce, deren Herstellung Theo nicht verraten wollte. Das ganze auf einem frischen Salat. Wir klopften uns und den Köchen auf die Schulter für eine sehr gut gelungene Vorspeise.

Inzwischen war das Keramik-Halbtonnentrum auf seinem Wagen an den Nebeneingang des Bistro im Hotel gerollt, das uns als Speisezimmer diente und wir gingen hinaus um uns weitere Kniffe bei der Zubereitung der vier Fleischsorten vorführen zu lassen. Die Tomahawks lagen verlockend unter der mächtigen Glocke.

diese wurden nur von einer Seite gegrillt, oben auf eine Schicht aus Sardellen, Kapern, Limette, Chili, Salbei, Petersilie und weiteren Zutaten. Vermittelt wurde an allen Fleischstücken die Gargradkontrolle über das Drücken des Stücke, die Ruhezeiten und weitere Feinheiten. Zutiefst konzentriert sahen wir unseren "Hauptgang" der Fertigstellung entgegen gehen.

Dann ging es los, zuerst das Tomahawk Steak vom Kalb, nur auf einer Seite gegrillt.

Ein paar side dishes wurden auch zubereitet, auf die ich aber in Hinsicht auf die enorme Fleischmenge, die uns präsentiert wurde, wegließ, ich wollte möglichst alle Fleischzubereitungen probieren können. Das Tomahawk probierte ich medium rare sowie medium und fand diesen Cut aus Kalbfleisch einer der besten des Tages.

Danach gab es die Lammkeule, die ich leider nicht fotografiert habe, sowie den Kalbstafelspitz. Niemals hätte ich einen Tafelspitz auf den Grill gelegt und nun wurde mir demonstriert, wie lecker dieses Stück Koch- oder Schmorfleisch vom Grill schmecken kann. Mariniert wurde das Fleisch nur mit einer Barbecue Mischung vom alten Gewürzamt sowie einem selbst hergestellten Knoblauchöl.

Das Fleisch war natürlich fester im Biss als Lamm oder der Tomahawk, aber auch sehr gut.

Höhepunkt des Hauptganges war dies hier:

das schon angesprochene selbst gereifte Roastbeef mariniert in der Karamell-Teriyaki-Sauce. Das Fleisch war nicht gesalzen, somit schmeckte man eine leichte Süße aus der Marinade sowie das kräftige Rindfleischaroma selber. In der Kombination ein für mich komplett neuer, faszinierender Geschmack.

Wir waren satt, aber noch nicht fertig mit unserem Menü. Das Dessert war das:

gegrillte Wassermelonenscheiben, in einem Fruchtsaftkaramell mariniert, der frisch auf dem Grill karamellisiert wurde. Auf diese karamellisierten Scheiben dann ein Ziegenfrischkäse sowie in Honig eingelegte geröstete Pinienkerne. Eine unglaublich gute Kombination. Das sehr gute hausgemachte Mandeleis hätte ich auch auch getrost weglassen können. Ich weiß jetzt, womit ich auf jedem Grillfest der Held der Frauen werde.......indem ich diese Gericht zubereite. Es kommt nicht häufig vor, dass ich ein Dessert mit den herzhaften Gängen in die obere Rangliste hebe, aber hier muss das sein! Klasse!

Mit einem Espresso und einem Obstler wurde in fachsimpelnder Runde der Nachmittag im Bistro des Parkhotel Wilmink abgeschlossen. Vielen Dank für diese schönen Stunden an Theo Wilmink und seine Kollegen, die uns engagiert und gut gelaunt durch diesen Tag lotsten. Es hat sehr viel Spaß gemacht.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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