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GastroGuide-User: saarschmecker
hat Gellbersch-Haus in 66687 Wadern bewertet.
vor 5 Jahren
"gutes Essen in urig heimeligem Ambiente"
Verifiziert

Geschrieben am 01.03.2015
Besucht am 28.02.2015
Allgemein:
 
Mit einem befreundeten Paar waren wir im Gellbersch Haus zum Abendessen eingekehrt, man sollte reservieren, denn das Restaurant ist stets gut besucht.

Essen
:
Die deutsch- mediterran angehauchte Speisekarte bietet Verlockendes von Jakobsmuscheln auf Nudelnest in Chilli-Lauch-Pesto geschwenkt, verschiedenen Salaten, Argentinischem Rumpsteak und Riesengarnelen auf Tagliolini mit Cocktailtomaten und einer kleinen Auswahl an vegetarischen Gerichten bis zum ½ Hähnchen für jeden Geschmack etwas. Eigentlich hatte ich Lust auf Hähnchen, wie ich auf Nachfrage erfuhr, wird es aber in der Friteuse zubereitet. Ich mag der Deutschen liebstes Haustier entweder im Backofen, Grill oder Konvektomat zubereitet oder gar nicht.

Unsere Wahl fiel auf

Vorspeisen

- Rindfleischsuppe mit hausgem. Markklößchen zu 4,20 € (meine Wahl)
- Ziegenkäse gebraten im Speckmantel auf Balsamicojus an Salatbouquet zu 7,20 €

Hauptgang

- Salat mit Roastbeefstreifen und einem leckeren Balsamico-Kartoffel-Dressing zu 16,50 €
- 2 x Argentinisches Rumpsteak (ca. 300g) mit Rosmarinkartoffeln und Beilagensalat zu 25,40 €
- Hähnchenbrustfilet á Saltimbocca saftig gebraten im Salbei-Parmaschinkenmantel auf einer Kräuter-Sherry-Soße, mit Tagliolini und Beilagensalat zu 16,90 € (meine Wahl)

Nachspeise

- Vanilleeis mit Sahne und Schokosoße (meine Wahl) zu 4,90 €
- Mousse Chocolat mit Fruchtsoße zu 7,20 €
Als Gruß aus der Küche wurden (kommentarlos) vier schmale Scheiben Weißbrot mit einem schmackhaften Kräuterfrischkäse gereicht.

Bewertung
:

Qualität und Frische der Zutaten waren einwandfrei;  die Gerichte gekonnt zubereitet und optisch  ansprechend präsentiert.
An der Rindfleischsuppe gab es nichts auszusetzen, eine durch langes Köcheln und frische Suppenkräuter angenehm geschmacksintensive Rinderkraftbrühe mit selbstgemachten locker gegarten Markklößchen mit feiner Muskatnote schmeckte wie bei „Muttern“. 5*

Eine gute Wahl war das Hähnchenbrustfilet, ein üppiges Brustfilet, in mageren Parmaschinken gehüllt, scharf angebraten über herrlich würzig pikant abgeschmeckter Kräuter-Sherry-Sauce, eine gelungene kulinarische Leckerei zum Dippen des perfekt gebratenen weißen butterzart saftigen Filets und der al dente geratenen Tagliolini. Über Allem eine angenehm herzhafte Dominanz von Rosmarin und Salbei. 5*

Die Beilagensalate bestanden aus tagesfrischen knackigen Blattsalaten mit einem mutig sehr pikantem, für meine Frau etwas zu „salzlastigem“, für meine Geschmacksnerven aber perfekt abgeschmecktem leicht sämigem Balsamico-Kartoffel- Hausdressing zum Niederknien. 5*

Das argentinische Rumpsteak durfte ich kosten, da es für meine Frau Gott sei Dank mit 300gr nicht zu schaffen war. Ein tolles Stück Fleisch, ein Klopfer von ca. 6cm Dicke,  lange abgehangen, mit Gewürzen auch hier nicht gespart, durch kräftiges  Anbraten mit den „nötigen“ Röstaromen ausgestattet und a point medium, schön rosa, zart und saftig auf dem vorgewärmten Teller serviert. 5*

Auch unsere Begleiter waren mit Ihrer Wahl absolut zufrieden. Schade, dass die Nachspeise kein würdiger Abschluss für die vorausgegangenen Gaumenfreuden war; das Vanilleeis  schmeckte nach „Supermarkt-Großpackung im Angebot“, schon beim ersten Löffel knirschten Eiskristalle zwischen den Zähnen, als sei die Kühlkette beim Transport mal unterbrochen worden, ebenso fad war die Schlagsahne, die etwas verlaufen aussah und mit  einem leichten Film auf der Oberfläche sich nicht sehr überzeugend als  frisch geschlagen präsentierte. 2,5*

So reicht es vom Gesamteindruck nur für sehr gute 4 Sterne. Weiterempfehlen kann man die Küche uneingeschränkt und es wird sicher auch nicht unser letzter Besuch im Gellbersch Haus gewesen sein.

 Weinkarte:

Eine kleine gut sortierte Auswahl an offenen und Flaschenweinen von günstig bis mittelpreisig aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Auch hier dürfte jeder den passenden Tropfen zum Essen finden.
Wir hatten u.a. Weißburgunder Q.b.A. trocken vom Weingut Pfirmann, Wollmesheim/Pfalz, Rosé - Blauer Spätburgunder Rosé feinherb, Aigle, Daimery, France, ein kräftiger Roter mit Anteilen aus Merlot und Cannaiolo sowie Riesling Riesling Kabinett feinherb vom Hank, ein feinfruchtiger Wein mit dezenter Restsüße und feiner Säure, wie sich zeigte als Begleiter auch zu Hähnchenfleisch einfach zu lieblich und daher eher als Dessertwein geeignet. Die offenen Weine sind mit durchschnittlich 6,00 € für 0,25l moderat kalkuliert.
Weitere Getränke: Crement Aperol 4,50 €, Espresso 2,20 €, 0,75l Mineralwasser 4,80 €

Service
:

den Service empfanden wir einstimmig als nicht gerade umwerfend, die Begrüßung war zwar freundlich, die Bestellaufnahme erst nach ca. 10 Minuten Wartezeit aber eher zäh und auch der weitere Service während des Abends nicht sehr professionell aufmerksam. Besonders die Jüngste im Serviceteam, die uns hauptsächlich bediente, wirkte etwas unsicher. Sowohl die Bestellaufnahme wie auch der folgende Service am Tisch versah sie mit einer reservierten „Wär nur der Abend schon rum“ – Mimik, auch ein gut gemeinter Scherz, um ihr ein Lächeln zu entlocken, verlief ins Leere. Kompetenz in Sachen Wein ebenfalls Fehlanzeige, da kannte sich die blonde Kollegin besser aus und auch, ob Alles recht sei, wurde im Vorbeigehen von einer anderen Bedienung nachgefragt. Im Servicebereich ist noch Luft nach oben. Es ist noch lein Meister vom Himmel gefallen, hier sollte jedoch noch ein wenig Augenmerk auf den richtigen Umgang mit den Gästen gelegt werden. Freundlich, aufmerksam, locker, flott und stets mit einem Lächeln kellnern kann man lernen.
Nicht nur gutes Essen, sondern vor allem auch guter Service zeichnen einen Gastronomiebetrieb aus.

Ambiente

 
Das Lokal liegt verkehrsgünstig nur wenige Minuten von den Autobahn-Anschlussstellen Nonnweiler bzw Braunshausen entfernt in dem kleinen Ort Buweiler im Schwarzwälder Hochwald.
Der ehemalige Bauernhof, nach gelungener mit Sachverstand und  Liebe zum Detail durchgeführter Restaurierung, beherbergt seit 2010  das Restaurant „Gellbersch Hof“. Der positive Eindruck, den der Gasthof von außen erweckt, wird innen fortgesetzt. Niedrige Decken mit freigelegten jahrhundertealten Eichenbalken – eine Schiefertafel mit der Aufschrift „Vorsicht Stufe & Kopf“  warnt beim Durchgang zum Thekenbereich - , grob verputzte Wände, weiß und rot getüncht, ein schöner Kachelkamin, ansprechende Möblierung, ein bunt zusammengetragener Mix aus Jugendstil und Gründerzeit, sowie die ein oder andere als Hingucker in Szene gesetzte bäuerliche Gerätschaft verströmen ein kaum zu überbietendes urig heimeliges Wohlfühlambiente. beachten.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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