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GastroGuide-User: DaueresserGK0712
hat Frankfurter Botschaft in 60327 Frankfurt am Main bewertet.
vor 2 Jahren
"Der Gast genießt am „trendy Westhafenplatz“ regionale -, internationale Küche und genießt die kreativen Speisen in traumhaftem Ambiente mit herrlichem Blick aufs Wasser !!"

Geschrieben am 08.08.2018 | Aktualisiert am 08.08.2018
Besucht am 14.07.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 84 EUR
Die Serie „Ein Fall für Zwei“ war für mich Donnerstags immer ein muß. Ich kann mich noch gut an die alte Zeit erinnern, als ich den Videorekorder per „Show view“ programmierte, heute sind dafür weniger als zwei Tastendrücke auf dem Handy nötig. Wir sind auf den Spuren von Dr Frank und dem Privatdetektiv Matula, ich frage daher nach, bei der Bedienung, ob sich der Weg zum Nibelungenplatz (im TV Büro des Dr Frank) den lohnen würde, während meine bessere Hälfte und ich in der ersten Stunde derart ge"flasht" vom Ambiente und dem ganzen drumherum, der Frankfurter Botschaft sind - wir können uns den Weg sparen und gleich zum Maintower losmarschieren, seine Antwort. Wir fragen uns (in der Gegenwart), warum ist hier am Freitag Mittag nicht mehr los? Wir sitzen im Szene Viertel am Westend Hafen, das angesagte "Szene" Viertel in Frankfurt, Einheimische sagen auch "Gutleutviertel" und schauen auf die Rückseite der beachtlich gebauten Mehrfamilienhäuser direkt am Main,

außer uns sind nur noch zwei weitere Tische besetzt.

Kleiner Sprung in die Vergangenheit:
Natürlich hatte ich mich schon im Vorfeld über das Speisen-Angebot der „Alten Botschaft“ informiert. Im Michelin gibt’s den BIP, ein Teller zudem für gute Qualität in der Küche. Dem unabhängigen Schlemmeratlas ist die Küchenleistung zwei Bestecke wert, einem „mawayoflife“ Blogger ist das Essen 5/5 wert, er empfiehlt die „Tranche von der Fjordforelle mit Miesmuschel-Tom Yam Hoy, zweierlei Blumenkohl, Negresse Kartoffeln und pulverisierten Macadamia Nüssen auf rauchendem Arktis Eis“ - WOW, hört sich verdammt abgefahren an. Als wir an dem heißen Freitagmittag an dem imposanten Gebäude (siehe Fazit) angekommen sind - es ist rund und komplett verglast -  schielen wir auf eine Tafel mit der Empfehlung “Brust und Keule von der Freiflug Etouffee-Taube, mit Thai Basilikum, Basilikum-Pfefferminzgel, zweierlei Süßkartoffel, Spitzkohl und Kakao Datteln“ (welche auch sonst). Meine Frau meint skeptisch, "das ist doch bestimmt voll teuer, komm lass uns ne Currywurst mit Pommes essen gehen oder wir angeln uns zwei Fische aus dem Main", aber sie hatte nicht damit gerechnet, dass ich uns im Vorfeld schon einen Platz reservierte. Sie war baff.


Der auf uns freundliche wirkende Kellner bot uns gleich einen schönen Tisch direkt am Westend-Becken an, bekommen die Weinkarte, als auch die Standardkarte, werden aber gleich auf den Business Lunch und die Spezialitäten angesprochen, dazu reicht er uns ein Körbchen mit frisch aufgeschnittenem leicht erwärmten Weißbrot und weiteren knusprigen Brotarten. Dazu gibt es eine mit Kräuterfrischkäse und Butter gefüllten kleineren Glasschale. Erster Eindruck, sehr gut. Wir blättern die Karte durch. Asiatische, französische Einklänge, dazu regionales. Es wird ein Business Lunch angeboten, der allerdings schwer zu lesen ist. Diverse Möglichkeiten aus Vorspeise, Zwischengänge und Hauptgerichten wählbar. Mit Dessert oder klassisch als zwei Gang Business Lunch. Wir entscheiden uns dann schließlich für eine Flasche Wasser, als Aperitif nehme ich ein 0,5er Hefe von Schöfferhofer (sportliche 5,80), meine Frau bleibt beim Wasser und "zum einwerfen" entscheiden wir uns für ein jeweils gepflegtes 3 Gang Mittagsmahl für bescheidene 38 Euro (3 Gang). Wir schauen immer wieder hoch zur Brücke, da versammeln sich immer mehr Touristen, Asiaten und Studenten und knipsen Bilder von uns, vom Gebäude. Irgendwann kam ich auf die klasse Idee ebenfalls mal kurz hoch zu laufen und zu knipsen:


Den Kellner bewerte ich mit 5/5, sympathisch, herzlich, humorvoll, aufmerksam und professionell allesamt die Stärken des umsichtigen Kellners, der für seine Gäste trotz des immer größeren Andrangs ein lustigen Spruch auf den Lippen hat. Beim Besteck auf den Tisch legen, nimmt er die Gelegenheit beim Schopf und informiert den Gast mit dem zu erwartenden Gang, klärt auf wie der Gang zubereitet wurde. Das ganze wirkte nie aufgesetzt, immer mit dem nötigen souveränen Abstand zwischen Gast und Service. Perfekt. Ich musste ihn fragen, ober denn auch hier im Hafenviertel wohnen würde , dazu fehle ihm aber „der monatlich zusätzliche Eingang von mindestens 3000 Euro“, denn das seien die günstigsten Einsteiger Wohnungen hier am Main.


Wir bekommen ein kleines Amouse vorweg, Tomatencreme mit hellem (Kalbfleisch) auf knusprigem Brot. Ein Volltreffer. Es knallte und zischte im Mund, die roten Früchte gingen eine erste Liaison mit der dem Fleisch und dem Weißbrot ein. Hier stand ein Künstler am Herd äähh am Löffel, der Liebesgott stand wohl Pate in der Küche. Die Inspiration des Küchenchefs sollte sich im Menü wiederholen, hier ein erster Wink dass der Koch weiß was er tut, der Gruß aus der Küche sollte mit dem Menü überein sein, das Menü soll für sich und den Küchenchef stehen denn es folgte der erste Gang: Unsere Vorspeise. Mediterraner Brotsalat:


Ein Traum. Die Tomaten leicht geschwenkt, der Rukola ausgezeichnet und ganz leicht mit Öl in Szene gesetzt, leicht nussiger Geschmack. Das Brot war in Würfel geschnitten und erwärmt, leicht knusprig. Ein idealer Beginn bei sommerlichen Temperaturen. So schmeckt Frankfurt.


Nach dem Abräumen kam dann der Kellner mit frischem Besteck und erklärte „ im nächsten Gang kommt ihr gewählter Tafelspitz vom Kalb. Von unserem Küchenchef neu interpretiert. Die Basis bildet ein ein frisch aufgesetzter Gemüsefond welches mit frischem Meerrettich zu einem Schaum verarbeitet wurde. In dem die neuen Kartoffeln, in zweierlei Zubereitung und Schluss endlich das aromatische Kalbfleisch eingebettet wird"


Was uns bei diesem Gang serviert wurde, verschlug uns nach den ersten Löffeln die Sprache. Das Gericht in sich stimmig und wunderbar ausbalanciert. Das Kalbfleisch weich, saftig, ausgezeichnet gewürzt. Das ganze war eine Art Ragout, inkl. Kartoffel Würfel und dem herrlichen Meerrettich Schaum. Das war ein Gericht zum Hineinlegen. Nach diesem Gang machte sich ein erstes Sättigungsgefühl breit. Unser Kellner bemerkte das sofort. „Wollen sie eine kleine Pause machen oder sollen wir mit dem Dessert fortfahren?“ – ich antwortete, er könnte den Dessert Hubwagen schon mal vorbeischicken, wir wollen glotzen, dann kleckern.


Nach einer angenehmen Wartezeit kam dann das Dessert.
Dessert inkl. Mashmellow
Aprikoseneis, Früchte Gelee, kleine Marshmellow-Drops, lauwarme "dark chocolate" Brownies nebst Sorbet und geeister Sahne. Das schmeckte einfach sensationell.
Viele kleine Komponenten versammelten sich auf dem Dessert-Teller. Mittig und zentral die zwei sättigenden Brownies. Auf den ersten Blick wirkt der Teller vielleicht etwas übersichtlich und einige Kritiker bekommen wieder Futter für ihren Leitsatz „ Große Teller und ein Mückenschiss drauf“, aber hier in der Frankfurter Botschaft ist das Zusammenspiel von Farben, verschiedenen Temperaturen, Gar-Zuständen, Geschmäcker und Konsistenzen perfekt gelungen – nach dem Dessert setzte eine perfekte Sättigung ein. Ein weiterer Pluspunkt, der extra georderte Espresso kam zeitgleich mit dem Dessert. Bei vielen Restaurants kommt dieser meist nach dem Dessert, wir mögen das andersrum lieber. 


Fazit:
links der Turm, im Erdgeschoss bzw Souterrain die Frankfurter Botschaft
Kreative Frankfurter "Genuss Kulinarik" in Perfektion. Maximalpunktzahl – absolute Top Empfehlung !!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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