Zum Rad · Traditionsgasthaus
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Dreikönigstr. 12, 73230 Kirchheim unter Teck
Gasthaus Metzgerei Hotel Partyservice Gaststätte
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GastroGuide-User: carpe.diem
hat Zum Rad · Traditionsgasthaus in 73230 Kirchheim unter Teck bewertet.
vor 6 Jahren
"Traditionelles Wirtshaus mit Metzgerei"

Geschrieben am 14.01.2015
Besucht am 26.04.2014
Fazit (für schnelle LeserInnen vorab)
Wer ein klassisches, traditionelles, schwäbisches Wirtshaus mit authentischer landestypisch bürgerlicher Frischküche mit sehr hohem Qualitätsstandard, bezahlbaren, wohlschmeckenden Gerichten, in romantischer Altstadtumgebung sucht, der ist hier am richtigen Platz. Eine absolut gute Alternative zu Fast-Food-Tempeln, auch für kurze Mittagspausen.
 
Besuchsmotivation
Wegen der bisher nur dürftigen Kritik bei RK und der sehr hohen Bewertung stand das Lokal schon längere Zeit auf meinem Plan. Obwohl ich schon öfter daran vorbeilief, ergab sich wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten bisher nicht die Gelegenheit, die ich heute kurzerhand am Schopf packte.

Historisches
Die Eröffnung der "Metzgerei und Wirthschaft" durch den Vorfahren Benjamin Hepperle wurde am 8.Februar, 1879, im Teckboten bekanntgegeben. Sie ist seitdem im Familienbesitz. Hotel, Wirtschaft und Metzgerei werden heute von Gerhard Hepperle betrieben.

Lage 
Das Rad liegt in der Fußgängerzone der Kirchheimer Altstadt in der malerischen Dreikönigstrasse. Es ist von allen am Altstadtring gelegenen Parkhäusern, dem Großparkplatz Ziegelwasen (gebührenfrei), wie auch vom S-Bahnhof Kirchheim aus bequem zu Fuß zu erreichen.

Sercice
Die Bedienung musterte mich beim Eintreten etwas kritisch (neuer Hahn im Stall), was sich aber schnell in ein freundliches Lächeln wandelte. Dem Anschein nach kennt sie die Mehrzahl ihrer Gäste persönlich. Aus ihren Gesprächen war zu entnehmen, dass sie sich an diesem Tage Sorge um das Ausbleiben erwarteter Gäste machte. Eine typische "Mammafigur" die ihren Gästen eine kernige Wohlfühlatmosphäre ohne jegliches Wenn und Aber vermittelt.
Sie brachte mir sehr schnell die Karte und stellte die übliche Frage nach dem Getränkewunsch, reagierte aber sehr freundlich, als ich noch um Bedenkzeit bat. Ein Blick in die Karte löste das Problem aber rasch. An einem echten, hausgemachten, schwäbischen Apfel-Birnen-Most aus dem Steinkrügle führt einfach kein Weg vorbei. Die Bestellung wurde prompt erledigt.
Nachdem sie mir noch einige Infos zum Lokal, dessen Geschichte und die Spezialität der Küche, tagesfrische natürliche Zubereitung aus saisonalen und regionalen Produkten (Frischfleisch wird aus der eigenen Metzgerei nach Bedarf geholt), entschied ich mich für den Lammtopf, der nach angemessener Wartezeit serviert wurde.

Das Essen
Das Lokal bietet 4 Tagesessen, die bereits auf einer Tafel am Eingang angeboten werden. Habe mich für den goldenen Mittelweg entschieden

  • Bunter Lammtopf vom Jesinger Wiestallamm, grünen Bohnen u. Kräuterterkartoffeln  8,90 €
    Ein schmackhaftes Lammragout aus edlen Lammfleischstücken (ohne jegliches Fett, Sehnen, Haut oder Flechsen) in einer sehr dezent gewürzten Soße, mit grünen Bohnen und Kräuterkartoffeln präsentiert. Ein sehr appetitlicher Anblick. Auf die nicht landestypischen Maiskörner hätte ich allerdings verzichten können.

  • Dazu schmeckte hervorragend der hausgemachte Apfel-Birnen-Most (Most = Wein) aus dem Steinkrügle          3,20 €


Dem Genre nach wären hier 4,5 Sterne angebracht, wegen der untypischen Maiskörner runde ich aber auf 4 Sterne ab.
Auch die Gerichte meiner Nachbarn an den Nebentischensahen nicht übel aus.

Das Ambiente
Ausstattung
Den Eingang ziert das Familienwappen der Familie Hepperle von 1694 und der sinnvolle Spruch (in Sütterlinschrift) "Ein guter Gast fällt nie zur Last". Und in diesem Stil geht’s weiter.
Beim Eintreten in das Lokal entlockt einem die edle, traditionelle Ausstattung alter Weinstuben ein kräftiges Whow. Alle Wände sind deckenhoch mit edler Holzvertäferung verkleidet. Ebenso die Decken. Bin zwar kein Fachmann, aber dem Farbton nach würde ich auf Kirsche schließen (gibt es viel im Lenninger Tal, das auch viele Kirschen für Schladerers „Schwarzwälder Kirsch" liefert).
Die stabilen Vollholztische sind eingedeckt mit dazu passenden weinroten Tischdecken und weißer Beidecke. Die lindgrünen Papierservietten ein nicht unangenehmer Kontrapunkt. Dieser gepflegte antiquarische Stil wird auch in den Fluren fortgesetzt. Es ist unverkennbar, dass hier mehrere Generationen tatkräftig am Werk waren.
Sehr interessant bzw. informativ fand ich den Auszug aus dem Teckboten mit der Bekanntmachung des Eröffnungsdatums an der Wand hinter mir.

Gäste
Das Lokal wird offensichtlich überwiegend von einer treuen Stammklientel gesetzteren Alters frequentiert. Eine eingeschworene Gemeinschaft, die schätzt was angeboten wird und weiß was sie erwartet. Die Aufnahmebedingungen in diesen Kreis konnte ich in der Kürze der Zeit nicht recherchieren.

Sauberkeit
Der Gastraum, Flure, Toiletten und Nebenräume wirken tadellos gepflegt, man könnte sprichwörtlich vom Boden Essen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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hbeermann und 3 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.