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GastroGuide-User: Gernundgut
hat Taberna Espanola in 56203 Höhr-Grenzhausen bewertet.
vor 5 Jahren
"Empfehlenswerter Spanier in rustikalem Ambiente"

Geschrieben am 01.02.2015
Besucht am 30.01.2014
In einem vor etwa 15 Jahren im Rahmen der Stadtteil-Sanierung Grenzhausen restaurierten alten Gebäude residiert im Souterrain seit über einem Jahr ein spanisches Lokal: Taberna Espanol.

Absolut unauffällig und erst nach einem genauen Blick auf die beiden Aushangkästen mit spanischen Gerichten ist es als spanisches Lokal zu erkennen. Denn außen wird noch mit dem Namen eines Vorgängerbetriebs geworben. Daher sollte man als Ortsunkundiger nach dem Lokal „Alt Grenzhausen“ fragen oder blind einem Navi und der Eingabe „Hermann-Geisen-Straße 4“ folgen.

Es gibt einige wenige Parkplätze an der Straße davor und dahinter (Einbahnstraße), eigene Parkplätze oberhalb stehen ebenfalls zur Verfügung.

Ambiente:
Einige Stufen hinunter führen auf die Hauptgastebene, insgesamt gibt es 3 Räume mit insgesamt höchstens 50 Plätzen. Ein uriges Gemäuer mit Pfeilern mitten im Hauptraum, Pfeilerchen an den Fenstern, durch die Lage halb unter dem Straßenniveau nicht wirklich hell, denn auch die milchigen Butzenscheibchen schlucken ihren Anteil am Tageslicht.
Interessante laternenähnliche Hängelampen versuchen dies mit Kunstlicht auszugleichen. Das Mobiliar besteht aus alten Holztischen und Stühlen, nur ein Teil der Wände hellt durch weiße Farbe auf, der Rest ist freigelegtes Bruchsteinmauerwerk.

Der Begriff Weinkeller beschreibt das Ambiente am besten, wenn auch für die spanische Nutzungsvariante einige Fotos und Plakate aus Spanien die alten Bilder aus der Töpfergeschichte ergänzen müssen und die Fensterdeko in Rot und Gelb ausgefallen ist. Im Hintergrund läuft spanische Musik.

Die Begrüßung durch den Patron (?) fällt freundlich aus, die Tischwahl wird freigestellt. Die Karte ist noch übersichtlich trotz der allein 2 Seiten Tapas, Schwerpunkt wirklich Spanien, Paella ab 2 Personen, Fisch und Steakvarianten, preislich bis ca. 20 €. Offene Weine gibt es nach Farben: weiß, rosa, rot zu je 3,50 für 0,2 l. Der rote ist gut trinkbar.

Essen:
Dazu bestelle ich die Hähnchenbrust mit in Rotwein gedünstetem Gemüse und Safranreis.

Nach dem Wein kommt ein Körbchen mit 2 Stücken gewärmtem und außen knusprigem Baguette mit einem Schälchen Aiolicreme. Der beste Willkommensgruß seit Wochen, seit dem anscheinend jeder auf dem Frischkäsetrip ist. Wenn die Küche nicht schon ihre Arbeit aufgenommen hätte, wäre der Essensauftrag storniert bzw. auf „Baguette + Aioli all you can eat“ abgeändert worden. Nächster Kundenkontakt wieder ab Montag kommender Woche möglich.

Unaufgefordert wurde ein Nachreichen angeboten.

Das Hauptgericht war zumindest teilvorbereitet, denn die Herrschaften Mikro und Welle wurden in den Entstehungsprozess eingebunden. Dann erst gab es das Brutzelgeräusch aus der Pfanne. Die Hähnchenfleischstücke hätten dann auch außen etwas gebräunter sein dürfen für mich, dessen Zähne noch nicht runderneuert sind und gerne etwas Widerstand geleistet haben mögen.
Das gedünstete Gemüse obenauf war gut abgeschmeckt und gab seine Aromen an das Fleisch ab, der Reis war etwas zu neutral, aber ok. Schwachpunkt war hingegen das weitere Gemüse rechts auf dem Teller. Das schmeckte nach Flüchtling aus dem Beutel und sollte durch etwas Reis und das peppige Gemüse ersetzt werden.

Ich war gesättigt und trank in Ruhe meinen Wein aus, während das Betreiberpaar seinerseits das Mittagsessen verdrückte, Fisch, wie der Patron zwischendurch erklärte, „wir essen viel Fisch“ und sein Essen hielt ihn auch nicht davon ab, zwischendurch nachzufragen, abzuräumen, ein Dessert anzubieten, ein Gastgeber par excellence.

Ein Obolus von 14 € wurde zum Schluss gefordert und ein Schnaps auf's Haus angeboten.

Die indirekte Empfehlung von Fisch und ein paar Leckerlis bei den Tapas lassen einen Wiederholungsbesuch wohl wahr werden.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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