Zurück zu Steakhaus Mendoza
GastroGuide-User: Huck
hat Steakhaus Mendoza in 17192 Waren (Müritz) bewertet.
vor 3 Jahren
"Sehr gute Lammfilets – und das für einen erstaunlich günstigen Preis!"
Verifiziert

Geschrieben am 08.06.2017
Besucht am 24.05.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 43 EUR
Der letzte Abend in Waren! Des Urlaubers allabendliche Entscheidung steht wieder an: Wo gehen wir essen?

Nach regionalen Fisch- und Fleischgerichten an den Vortagen haben wir – meine Liebste und ich – nun Appetit auf ein saftiges Steak und erinnern uns an das Mendoza auf der Strandstraße in Waren, an dem wir schon etliche Male vorbeigelaufen sind und dort auch in die ausgehängte Speisekarte geschaut haben. Das wäre doch das Richtige für den Abend.

Das Mendoza liegt zwischen dem Stadthafen und dem Hafen an der Steinmole in einer Biegung der Strandstraße im Erdgeschoß eines kubusartigen, zweistöckigen, ockerfarbigen Betonbaus. Auf einer ausladenden Terrasse mit großen, roten, rechteckigen Sonnenschirmen können sich vor den großen Fenstern des Restaurants Gäste auch draußen bedienen lassen. Wer mit einem Fahrzeug kommt, dürfte wenig Probleme haben: Ein Parkplatz liegt direkt vor dem Restaurant.

„Typisch Steakhaus!“, ist der erste Eindruck, wenn man ins Restaurant kommt.
Gastraum
Dunkelbraune Tische, halbhoch vertäfelte Wände, dunkelbraune Stühle, die Wände ansonsten ockerfarbig, hellbeige Fliesen auf dem Boden, die farblich zu den Polsterungen der Bänke an einigen Tischen passen. Die Tische sind mit roten Mittelläufern eingedeckt, rot sind auch die aufgestellten Servietten. Salz- und Pfeffermenagerie, ein Kerzenlicht und eine Vase mit gelbem Röschen steht zwischen den Tischsets, die hier aus einer laminierten Speisekarte bestehen. 

Ein ganz ansprechendes Ambiente, und wir fühlen uns wohl hier.

Eine sehr freundliche Dame, schätzungsweise um die Vierzig, begrüßt uns und läßt uns freie Platzwahl im geräumigen Gastraum. Wenige Tische sind besetzt, wir nehmen einen Tisch am Fenster, inklusive hereinscheinender Abendsonne. Die Dame ist sehr gästezugewandt, fragt – ohne aufdringlich zu wirken – nach unserem Wohlbefinden und unserer Zufriedenheit. Sie bedient sehr aufmerksam. So bietet sie meiner Liebsten nachträglich eine Rotweinsauce an, die zu meinem Gericht gehört und die mir außerordentlich gut schmeckt.

Sie gibt das Vorbild für einen jungen Mann, den wir hinter der Theke sehen und der augenscheinlich frisch im Job ist. Er bedient uns auch gelegentlich, was offenbar werden läßt, daß er Ausländer ist und die deutsche Sprache noch lernt. „Schmeckt es Ihnen?“, fragt er, als er unsere Teller abräumt und wir längst gegessen haben. Die Sache mit dem Perfekt und dem Präsens muß er halt noch lernen. Er sei den ersten Tag hier, verrät uns später die charmante Dame, und er komme aus Albanien.

Er händigt uns die Speisekarten aus, die auf’s Erste Zweifel an einer eindeutigen Ausrichtung der Küche aufkommen lassen. Die Karte ist umfangreich und international: mexikanisch, argentinisch, italienisch. Von der Pizza bis zu Nachos, vom argentinischen Filetsteak bis zur Pasta: Ob sich da die Küche nicht verzettelt?

Nach einem kurzen Blick in die Karte nimmt der junge Albaner das Getränk, 
• einen halben Liter Pinot grigio (9.- €)
für uns auf, den er uns wenig später gut gekühlt und richtig temperiert in einer Karaffe serviert. Später nehmen wir noch eine zweite Karaffe.

Das Essen nimmt die gewandte Dame auf. Wir sind auf ein leckeres Stück Fleisch fixiert, die Auswahlmenge reduziert sich damit. Sie registriert 
• Lammfilet (200 g) mit Kräuterbutter, gebackener Kartoffel mit sour cream und Salatbeilage (13,90 €)
für meine Frau. Die gebackene Kartoffel mit sour cream möchte meine Frau gegen Steakhouse Pommes ausgetauscht haben. Das macht kein Problem.

Ich wähle ebenfalls ein Lammfilet.
Auszug aus der Karte (fokussiert)
Auf unsere Frage hin, wie die „Potatoes“ zubereitet seien, klärt die Dame auf, daß es sich um „wedges“ handele.

Als Gruß aus der Küche bringt uns die Dame drei Scheiben Brot.
Brot
Das Brot ist nicht mehr das frischeste, ein paar Bissen zum Wein, na ja, okay! Ein wenig Salz und Butter hätte es jedenfalls aufgewertet.

Nach kurzer Weile serviert uns die Lady die Salatbeilagen.
Salatbeilage
Der Salat, bestehend aus Eisbergsalat, frischem  Rotkohl, Tomatenachteln, Gurkenscheiben, Mais und frischen geraspelten Möhren, ist mit einer Essig-Öl-Vinaigrette angerichtet. Alle Salatbestandteile sind frisch und knackig, das Dressing ist wohlschmeckend. 

Wir essen gerade die letzten Salatblätter, als die Servicedame unsere Lammfilets serviert, wißbegierig beobachtet von dem jungen Anlernling, der ihr das Handling abschauen will. 
Lammfilet mit Kräuterbutter, Steakhouse Pommes und Salatbeilage
Meine Frau blickt auf drei Lammfilets, gequert von einem Streifen Kräuterbutter. Sie lobt die saftigen und zarten Filets, die – außer an  wenigen dünneren Stellen – rosa gegart sind. Perfekt, wie gewünscht! Die Pommes frites sind knusprig, nicht fettig und ideal gebräunt. Auch an der Kräuterbutter gibt es nichts auszusetzen.
Lammfilet vom Grill mit Rotweinsauce und grünen Bohnen, dazu Potatoes und Salatbeilage
Mein Lammfilet ist mit einer Rotweinsauce übergossen, umrandet von Kartoffelspalten und grünen Bohnen mit Lauch. Auch für mein Lammfilet gilt: einwandfrei zubereitet, saftig, zart und innen rosa. Die Kartoffelspalten sind schön gebräunt und knusprig, fernab fettigen Überzugs. Der Lauch verfeinert den Geschmack der grünen Bohnen, sehr lecker.

Die Rotweinsauce ist der Hit. Selten eine so geschmackvolle Sauce gegessen! Tomaten sind in ihr mitgeschmort worden, der Rotwein dominiert geschmacklich. Meine Liebste will ich probieren lassen, sowas hat sie auch noch nicht geschmeckt, da bin ich mir sicher. Volltreffer! Meine Frau jubiliert derart über die Sauce, daß unsere Dame aufmerksam wird und prompt fragt, ob sie meiner Frau auch von der Sauce servieren solle. Meine Frau bejaht freudigst, es kommt eine größere Sauciere mit Sauce gefüllt, die allerdings mit sportlichen 3,90 € auf der Rechnung auftaucht.

Ein so gutes Essen muß komplettiert werden. Und „komplettiert“ heißt bei mir „Digestif“. Also noch ein 
Malterser Aquavit (2 cl für 2,50 €).

Der kommt allerdings in einem nicht geeisten Glas, ist aber trotzdem eiskalt und läuft wie Öl runter.

Bezüglich Sauberkeit haben wir nichts zu bemängeln. Im Gastraum ist es sauber, auf den Toiletten auch. Geschirr, Bestecke und Gläser sehen wir auch ohne Makel.

Die überteuerte Sauce bringt einen Abstrich beim Preis-/Leistungverhältnis. Sonst hätte es fünf Sterne gegeben.

Wir haben eine schönen Abschlußabend in Waren gehabt. Dazu hat das Mendoza entscheidend beigetragen. Eine glatte Empfehlung für das Restaurant!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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