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GastroGuide-User: Lodda
hat Waldblick in 63811 Stockstadt am Main bewertet.
vor 2 Jahren
"Unsere Geduld wurde ganz schön strapaziert!"
Verifiziert

Geschrieben am 27.11.2017 | Aktualisiert am 27.11.2017
Besucht am 26.11.2017 Besuchszeit: Mittagessen 6 Personen
Allgemeines
 
Unser kurzfristig ausgemachtes Ziel für ein sonntägliches Mittagessen war gestern das Restaurant Waldblick, in Stockstadt auf der gegenüberliegenden Mainseite gelegen. Es handelt sich hierbei um die Gaststätte in der Frankenhalle, die seit Jahren im Ort und in der näheren Umgebung für gutes kroatisches, aber auch deutsches Essen nicht nur uns bekannt ist. Für Gäste, die mit dem Auto anreisen, gibt es mehr als genügend Parkplätze gegenüber der Halle. Für Kinder in ca. 50 m Entfernung einen Spielplatz sowie in den integriert auch einen Fitness-Parcours und für Senioren.
 
Wir trafen uns beim Schwager in Mainaschaff, um uns gegen 12.15 zu Fuß auf den Weg über den Main zu machen. Gleiche Besetzung wie am Vorsonntag, nur dass diesmal alle sechs laufen.
 
Eigentlich wollte ich gar nichts über unsere Einkehr schreiben, aber die Vorkommnisse schreien schon allein wegen unserer Engelsgeduld, die wir an den Tag legten, geradezu nach einer nochmaligen Rezi nach knapp drei Jahren, in denen wir schon öfter mit großer Zufriedenheit den Aufenthalt im Waldblick genossen.
 
 
Der Service
 
Um 13 Uhr betraten wir das Restaurant. Auf den ersten Blick war schon zu sehen, dass es proppenvoll war. Dies sollte kein Problem sein, da wir ja reserviert hatten. Mehrere Bedienungen, männlich und weiblich, wuselten hektisch durch den Raum, um Speisen und Getränke an den Mann oder die Frau zu bringen, so dass wir uns nach ca. 5 Minuten bei einer Bedienung meldeten, um unseren reservierten Tisch nachzufragen. Es war aber keiner frei. Also wurden wir um etwas Geduld gebeten, da man umorganisieren musste. Nach wiederum ca. 5 Minuten wurden zwei ältere Damen, die gerade ihre Getränke serviert bekamen und an einem 6er-Tisch saßen, von der Bedienung in den großen Nebenraum umgesetzt, in dem gerade zwei Plätze an einem langen tafelförmigen Tisch frei wurden, und wir bekamen deren Tisch direkt am großen Eckfenster an deren Stelle zugewiesen.
Wir halfen den beiden Herrschaften freundlicherweise bei der Umsiedlung und beförderten deren Getränke an ihren neuen Platz. So weit, so gut.
 
Kaum dass wir saßen, kam auch schon die erste Bedienung mit sechs Speisekarten in der Hand an unseren Tisch und fragte sofort nach unseren Getränkewünschen. Unsere drei Damen bestellten je einen Plavac (kroatischer Rotwein, 0,2 l, 3,50 €), dazu ein Sodenthaler Exquisit Mineralwasser und drei Gläser (0,7 l, 3,30 €). Wir Männer entschieden uns für je ein gezapftes Schlappeseppel Pils (0,5 l, 2,70 €, laut Karte, serviert wurden aber 0,4-l-Gläser), deren Preis sich aber nicht nachvollziehen ließ.
Recht flott kamen dann auch schon kurz darauf unsere gut gekühlten bzw. temperierten (Rotwein) Getränke.
 
Das war aber das einzig Flotte während unseres Aufenthaltes. Wir blätterten in der Speisekarte, es dauerte etwas, bis sich ein jeder entschieden hatte, eine Servicekraft war nicht mehr in unserer Nähe zu sehen. Und so mussten wir jemanden herbeiwinken, der unsere Bestellung aufnehmen sollte. Sie war auch gleich da und bat um etwas Geduld, sie muss erst schnell noch ein paar anderen Gästen ihre Speisen servieren und kommt dann gleich zu uns. Aus dem Komme gleich wurde dann eine Viertelstunde.
 
Nachdem wir endlich unsere Essenswünsche der Bedienung preisgaben, bedienten wir uns erst mal selbst am Salatbuffet. Kurz darauf wurden dann schon Teller zum Vorwärmen auf zwei Rechauds gestellt.
 
Vom Betreten des Restaurants bis zu diesem Zeitpunkt waren jetzt schon ca. 50 Minuten vergangen. Ein Kellner brachte uns Männern schon mal je einen heißen Slivowitz an den Tisch, um die Wartezeit zu überbrücken. Als sich nach weiteren 30 Minuten, wir hatten in der Zwischenzeit Getränkenachschub bestellt und auch serviert bekommen, noch nichts in puncto Essen tat, winkten wir abermals eine Bedienung herbei und fragten nach, woran es hakt. Schließlich war uns aufgefallen, dass Leute, die deutlich nach uns kamen schon mit ihrem Essen zugange waren. Sie wollte sich drum kümmern und kam mit einer Entschuldigung und einer zweiten Runde Slivowitz, diesmal für alle sechs Personen an den Tisch. Und was soll ich sagen?
Warten aufs Essen

Die Zwei-Stunden-Wartezeit-Marke wurde mittlerweile gerade überschritten, die Warmhaltekerzen wollten schon ihren Geist aufgeben, da tat sich doch endlich was. Die Essen kamen an den Tisch. Aber nicht wie bestellt, zweimal Chefplatte für zwei Personen, sondern eine Chefplatte für vier Personen. Kurz darauf die beiden Einzelgerichte.
 
Schlimm auch, dass es bei der Abrechnung einen furchtbaren Kuddelmuddel gab, da weder der ausgedruckte Bon noch die Teilung in drei verschiedene Zahler stimmte. So einigten letztendlich wir drei Paare uns untereinander, wer wie viel bezahlen muss, damit roundabout 120 € zusammenkommen. Die Bedienung bedankte sich daraufhin für unsere Geduld mit noch einer Runde heißen Slivowitzes, dazu noch für die drei Damen zusammen ein Schachtel Lind-Pralinen. Wir verließen kurz nach 16 Uhr das Restaurant. Obwohl wir so lange warten mussten, sahen wir es locker, da wir uns ja bestens unterhalten konnten, und eh an diesem Sonntag nichts Anderes mehr vorhatten. Schön warm war es übrigens auch im Lokal.
 
2 Sterne, also deutlich Luft nach oben, attestiere ich dem Service für diesen Tag, aber nur aufgrund des gelungenen Versuchs der Kompensation.
 
 
Das Essen
 
Meine Frau und ihre eine Schwester bestellten die Chefplatte für zwei Personen (je 13,90 €), das gleiche die dritte Schwester mit ihrem Mann. Serviert wurde, wie schon unter Service erwähnt dann eine Chefplatte für vier Personen. Vier Rumpsteaks, vier Cordon Bleu, vier Schweinesteaks, ebenso viele Bällchen Djuvec-Reis, diverse Gemüsesorten, Kroketten, Bratkartoffeln sowie ein Schälchen Ajvar. Die Rumpsteaks garniert mit Kräuterbutter, die Cordon Bleus mit Zitronenvierteln. So war wenigstens beim Fleisch und beim Reis eine gleichmäßige Verteilung möglich. Beim Gemüse mussten sich vier Personen einigen. Einig waren sich alle, dass besonders die Rumpsteaks hervorstachen, sie waren doch tatsächlich medium, wie gewünscht, und schön zart. Cordon Bleu und Schweinesteaks waren in Ordnung. Das Gemüse sehr gut, Bratkartoffeln und Kroketten okay. Alle vier fanden es in Ordnung, wurden pappsatt und insgesamt betrachtet hat es ihnen geschmeckt.
Chefplatte für 4 Personen

Der Schwager neben mir entschied sich für Schweinesteak mit Pfeffersoße und Pommes (10,90 €).
Kaum stand der Teller vor ihm legte auch schon los. Trotz der räumlichen Nähe war ein Foto deshalb nicht mehr möglich. Ob es der Hunger reingetrieben hat oder ob es ihm wirklich geschmeckt hat, vermag ich nicht zu deuten, da das Fleisch doch sehr trocken für mich aussah. Sein Teller war jedenfalls auch leer gegessen.
 
Nun zu meinem Essen. Die Pfefferpfanne (14,90 €) sollte es sein.
Pfefferpfanne

In der Pfanne serviert, dazu wurde ein gewärmter Teller gereicht, auf dem ich mir die einzelnen Komponenten so nach und nach selber anrichtete. Zuerst aß ich das Rumpsteak, das mich wirklich überraschte. Auch hier schön medium, das Fleisch butterzart, die Kauwerkzeuge wurden geschont. Etwas mehr zu tun hatten sie schon, um das Lammfilet in den Magen zu befördern, geschmacklich okay, aber doch sehr fest. Von einem Hauch von medium keine Spur. Noch schlimmer dann das Schweinesteak. Da fühlte ich mich leicht verarscht. Optisch gut aussehend, ergab sich nach dem ersten Bissen nicht nur, dass dieses Stück Fleisch totgebraten war, sondern dass auf der unteren Seite die sogenannten Grillstreifen kein sogenanntes Grillaroma versprühten, sondern im Gegenteil einen bitteren, ungenießbaren Geschmack verbreiteten. Typischer Fall von nicht ganz sauberem Grill. Ich habe das Steak jedenfalls nach dem ersten Bissen nicht mehr angerührt und auf dem Teller liegen lassen. Die Pfeffersoße war okay, das Gemüse auch sehr gut.
Aus der Pfanne auf dem Teller

Bei der Bewertung bin ich zwiespältig. Mein Essen war höchstens 2,5* wert, die anderen vielleicht 3,5*. So ergibt sich für mich ein gerade noch okay mit 3*.
 
 
Das Ambiente
 
Alle Tische ordentlich mit Tischdecken versehen. Die Servietten gefaltet und aufgestellt. Messer und Gabeln rechts und links davon. Ein kleines Blümchen im Töpfchen sowie eine Kerze, die auch angezündet wurde, sowie kleine Pfeffer- und Salzmühlen runden die Tisch-Deko ab. Dunkelbraune Stühle mit Sitzpolstern, passend zu den Fenstern, wahrscheinlich schon genauso alt wie diese, lassen einen bequem sitzen.
 
Sowohl Gaststätte als auch der Sommergarten können ebenerdig betreten werden. Da sich auch die Toiletten auf der gleichen Ebene befinden, steht einem Besuch für Gehandicapte nichts im Wege.
 
 
Die Sauberkeit
 
Auf den ersten Blick nichts ins Auge gefallen, was einen an der Sauberkeit hätte stören können. Auch die Toiletten machten einen sauberen, ordentlichen Eindruck.
 
 
Mein Fazit
 
Das Dilemma mit dem Service lasse ich mal als hoffentlich einmaligen Ausrutscher gelten. Ein proppenvolles Restaurant spricht eigentlich für gute Qualität und Zufriedenheit der Gäste. Kann aber auch bei großem Andrang für Abstriche beim Essen sorgen.
 
 
Gesamteindruck  (nach „Küchenreise“)
 
3 – nur wenn es sich ergibt, wieder!
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt, wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Carsten1972 und 27 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.