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GastroGuide-User: Huck
hat Haus Sonnenschein in 53773 Hennef bewertet.
vor 2 Jahren
"Haus Sonnenschein macht seinem Namen Ehre, besonders beim Service."
Verifiziert

Geschrieben am 29.10.2017 | Aktualisiert am 29.10.2017
Besucht am 26.10.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 46 EUR
Ein alter Schulfreund besucht mich. Wir wollen eine Wanderung rund um Stadt Blankenberg machen. Stadt Blankenberg ist heute ein Ortsteil von Hennef, hoch über der Sieg das mittelalterliche Städtchen mit Burgruine, alter Stadtmauer und Tortürmen und hier und da Weinreben an der mittelalterlichen Stadtmauer.

In unmittelbarer Nähe zum historischen Marktplatz liegt Haus Sonnenschein, ein Hotel mit Restaurant in einem typisch rheinisch-bergischen zweistöckigen Fachwerkbau mit ausgebautem Dachgeschoß und vorgebauter Terrasse für die Außengastronomie.
Haus Sonnenschein (am Abend)
Auch innen herrscht der rustikal bergische Stil vor – Balkendecke, dunkelbraune, fast schwarze Stützbalken, dunkelbraunes Holzmobiliar, weiß getünchte Wände und beigefarbig-brauner Fliesenfußboden. 
Gastraum
Die Tische sind weiß eingedeckt, eine weiße Kerze in einem silberglänzenden Ständer, eine Gewürzmenage stehen neben den bereitliegenden Bestecken und Servietten auf dem gedecktenTisch.

Als wir nach unserer Wanderung einkehren, haben wir freie Platzwahl. Wir wählen einen Tisch an der Fensterseite mit Blick in Richtung Marktplatz. Mein Freund und ich fühlen uns in ritterliche Zeiten zurückversetzt, sehr gemütlich, rustikal und heimelig. Dieses Ambiente hat vier Sterne verdient.

Ein älterer Herr steht in der Tür, als wir auf den Eingang des Restaurants zusteuern. Es ist offensichtlich der Chef. Zuhause hatte ich schon auf der Web-Speisekarte einen Sauerbraten vom Hirsch entdeckt, hierauf war ich fokussiert. In der ausgehängten Speisekarte vor dem Restaurant fehlt besagter Sauerbraten allerdings. Also frage ich beim Eintreten den offensichtlichen Chef, ob ich denn heute einen leckeren Sauerbraten vom  Hirsch bekomme, denn im Netz sei der ja virtuell angekündigt, auf der ausgehängten Speisekarte fehle er allerdings. "Muß ich mich mit einem virtuellen Sauerbraten zufriedengegeben?", frage ich. Er sehe, was sich machen lasse, erwidert der mutmaßliche Chef.

Inzwischen sitzen wir an unserem gewählten Tisch und der mutmaßliche Chef verkündet mir erfreut, daß das mit dem Sauerbraten vom Hirsch in Ordnung gehe.

Ein freundlicher älterer Herr ist inzwischen mit den Speisekarten an unserem Tisch erschienen. Er bedient uns den Abend über, ist sehr freundlich und aufmerksam. Seine Zuwendung zum Gast ist kaum zu übertreffen. Dies äußert sich insbesondere, als mein Freund die Beilagen zu seinem Tagesgericht, das er gewählt hat, ausgetauscht haben möchte. Unser Serviceherr notiert  wie selbstverständlich, daß das Tagesgericht mit Haselnußspätzle und Rotkohl serviert werde, anstatt - soweit ich mit erinnere – Kartoffeln und Wirsing. Auch mein Sauerbraten vom Hirsch wird von unserem Serviceherrn notiert, mit Semmelknödeln und Rotkohl. Im Grunde haben wir uns unsere Wunschgerichte zusammengestellt, und Haus Sonnenschein hat sie realisiert. Bleibt noch anzumerken, daß unser Herr vom Service nachgefragt hat, ob alles recht sei, ob es schmecke. Er hat uns sehr professionell bedient. Fünf Sterne sind für die Serviceleistung des Restaurants gerechtfertigt.

Die Speisekarte ist deutsch-gutbürgerlich geprägt mit einem mediterranen Einschlag. Unser freundlicher Service-Senior bringt uns nach dem Überreichen der Speisekarten zuerst einmal zwei Wanderdurstlöscher,
• ein Benediktiner Hefeweizen (0,5l zu 3,50 €) für meinen Freund und 
• ein Grevensteiner naturtrüb von Veltins (0,3 l zu 2,60 €) für mich.

Die ersten kräftigen Schlucke vom gut gekühlten Bier, herrlich!

Mein Freund wählt das Tagesmenü, eine Suppe, Schweinebäckchen mit den abgeänderten Beilagen Spätzle und Rotkohl und einem Dessert für 13,50 €. Ich wähle
als Vorspeise einen 
• Beilagensalat (4.- €) und als 
Hauptgericht
• Sauerbraten vom Hirsch mit Sauerbratensauce, Rotkohl und Semmelknödeln (16,90 €).

Bei den Getränken bleibt mein Freund beim Benediktiner Hefeweizen. Ich wähle zum  Sauerbraten einen Rotwein, den
• Eichstetter Vulkanfelsen, Spätburgunder, trocken (0,25 l für 5,50 €).

Unser Service-Senior serviert den Spätburgunder, einen wirklich trockenen und wohlschmeckenden kräftigen Rubin-Roten mit angenehmer Säure. Sehr gut zum Sauerbraten!

Wenig später bekommen wir den Gruß aus der Küche.
Gruß aus der Küche
Es ist frisches Weißbrot mit Griebenschmalz. Das Schmalz auf dem frischem Brot, gewürzt mit Salz, schmeckt nach einer 20-km-Wanderung besonders gut.

Wenig später serviert uns unser freundlicher Serviceherr die Suppe für meinen Freund und meinen Beilagensalat.
Beilagensalat
Die Suppe, so sagt mein ehemaliger Schulfreund, reiße ihn nicht vom Hocker. Es fehle die Würzung. Das Tagesgericht meines Freundes habe ich in Bildern nicht festgehalten. Er ist jedenfalls insgesamt sehr zufrieden mit seinem Tagesmenü. Die Schweinebäckchen seien sehr zart, der Rotkohl und die Hasenußspätzle schmeckten ihm gut. Das Dessert sei wiederum zu seiner vollsten Zufriedenheit.

Mein Beilagensalat besteht aus Blattsalaten, Gurkenscheiben, Tomatenachteln, eingelegten Bohnen, Mais und einem Sahne-Joghurt-Dressing. Ob dieses aus der Flasche stammt oder selbstgemacht ist, habe ich nicht feststellen können. Der Salat ist jedenfalls frisch und knackig. Er schmeckt mir sehr gut.

Unsere Vorspeisen sind verzehrt. Unser Serviceherr räumt das Vorspeisengeschirr ab und bringt uns die Hauptspeisen. Mein Freund erhält die zarten Schweinebäckchen mit den Haselnußspätzle. Ich bekomme meinen Sauerbraten vom Hirsch mit den Semmelknödeln.
Sauerbraten vom Hirsch mit Sauerbratensauce und Semmelknödel
Der Sauerbraten vom Hirsch ist sehr zart und reichlich. Es sind fünf Scheiben, der Web-Speisekarte nach aus der Hirschkeule. Der Braten zerfällt förmlich auf der Zunge. Allerdings gibt es auch Stellen mit Sehnen, die beim vorbereitenden Parieren hätten herausgeschnitten werden können. Die wenigen Stellen mit Sehnen mindern ein wenig mein Urteil über den Sauerbraten. Die beiden vermutlich selbstgemachten Semmelknödel auf meinem Teller sind klassisch und erwartungsgemäß zubereitet. Sie sättigen letztlich so stark, daß ein Rest auf dem Teller bleibt. 

Der Rotkohl, der für meinen Freund und mich bestimmt ist, wird in einer separaten Metallschale serviert.
Rotkohl
Der Rotkohl ist offensichtlich mit Äpfeln zubereitet, was die sichtbaren Apfelstückchen im Rotkohl belegen, und vermutlich selbstgemacht, worauf der unregelmäßige Schnitt des Rotkohls schließen läßt. Er schmeckt ausgezeichnet, leicht säuerlich und angemessen gewürzt. Es ist ein Geschmack, wie wir ihn aus unserer Jugend im Bergischen Land kennen – Heimatgefühl!

Wir sind beide sehr zufrieden mit unseren Hauptgerichten.

Während mein ehemaliger Schulfreund sich an seinem Tagesdessert erfreut, labe ich mich am Eichstetter Vulkanfelsen. Wir sind beide sehr zufrieden mit unseren Gerichten und Getränken. Klar, daß das Fazit hierzu gut ausfällt: Vier Sterne für Essen und Getränke.

Beim Preis-/Leistungsverhältnis gibt es nichts zu meckern. Wir sind exzellent bedient worden, haben sozusagen unsere eigenen Gerichte zusammengestellt, und die Küche hat unsere Wünsche erfüllt. An der Zubereitung der Gerichte gibt es nur Geringfügiges – wie die Sehnen im Sauerbraten –  zu bemängeln. Vor diesem Hintergrund sind bei den aufgerufenen Preisen viereinhalb Sterne für das Preis-/Leistungsverhältnis angemessen.

Auch die Sauberkeit bewerte ich mit gut. Im Gastraum, auf dem Tisch und beim Geschirr habe ich keine Mängel feststellen können. Ich war auf der Herrentoilette, auch hier war alles tipptopp in Ordnung. Volle vier Sterne für die Sauberkeit.

Im Ergebnis empfehle ich das Haus Sonnenschein. Hier ist auf unsere Wünsche eingegangen worden, die Küche hat eine gute Leistung erbracht, der Service hat sich äußerst zuvorkommend gezeigt, das Preis-/Leistungsverhältnis ist mehr als in Ordnung.  Für das Fazit vergebe ich viereinhalb Sterne.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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