Zurück zu Gasthof und Metzgerei Zur Post
GastroGuide-User: Obacht!
hat Gasthof und Metzgerei Zur Post in 82380 Peißenberg bewertet.
vor 4 Jahren
"Ein bayrischer Gasthof wie aus dem Bilderbuch - nicht modern, aber griabig !"
Verifiziert

Geschrieben am 04.02.2016 | Aktualisiert am 04.02.2016
Besucht am 02.02.2016
Peißenberg befindet sich am Übergang der Vorlandmolasse zur Faltenmolasse; damit ist alles über diesen Ort gesagt, was man wissen muss :-) Und auch heute hätte es für mich keinen Grund für einen Besuch gegeben, wenn uns nicht im wahrsten Sinne des Wortes der Hunger hergetrieben hätte.  Die Moosmühle in Huglfing, die Schatzl und ich für ein Mittagessen vorgesehen hatten, hatte Ruhetag. Und so beschlossen wir, die Straße einfach weiterzufahren, bis wir auf ein Lokal stoßen.

Und das war dann der Gasthof Zur Post in Peißenberg. Direkt an der Hauptstraße gelegen, nicht zu übersehen. Rechts neben dem Haus ein großer Parkplatz. Der Eingang führt in einen langen Flur, gleich links geht’s in die Gaststube. Mit Müh und Not ergatterten wir einen freien Tisch gegenüber der Theke.  Hoffnung keimte in mir auf, wenn es hier so voll ist, dann müssen die doch kochen können!!

Die Speisekarte entpuppte sich als eingeschweißtes DIN-A 4 Blatt mit so ziemlich allem was ein bayrisches Herz begehrt. So fehlt natürlich nicht die Pfannkuchensuppe (€ 3,10), dank Allergieverordnung mit der Zahl 5 versehen. Suche auf der Karte, was ist die 5? Aha, Geschmacksverstärker….Das schreckte mich aber nicht ab, sie bei der flotten Bedienung (trotz großem Andrang hatte sie alles im Griff) zu bestellen. Danach bitte die Spinatknödel mit zerlassener Butter, frischem Parmesan und Salatgarnitur (€ 7,90).  Schatzl wählte den „Tagesrenner“, bestehend aus Brätspätzlesuppe, Schweinelendchen gegrillt mit Kräuterbutter, Pommes frites und Salat, Cappuccino zu € 7,90. Gegen den Durst ein großes Spezi und eine Johannisbeerschorle (beide 0,5 zu € 3,10). „An Salod derft’s Eich seiber hoin“ teilte uns die Bedienung mit und wies in Richtung Theke. Dort hatten wir beim Betreten des Raums bereits die Salatbar entdeckt gehabt.

Und weil wir grad beim Raum sind. Uns kam es so vor, als ob wir in die gute alte Zeit zurückkatapultiert worden wären. Solche Gasthöfe mag es auf dem Land noch öfter geben, bei uns in Garmisch nicht. Lange schlichte Tische, ein Kruzifix an der Wand, und wenn jetzt die Bedienung nicht einen schwarz-weiß karierten Minirock, sondern ein Dirndl angehabt hätte, hätte man hier ohne große Umschweife eine Szene für einen Ganghofer-Film drehen können.

Zurück zum Thema, die Suppe kommt. Wunderbar dünn geschnittene Pfannkuchenstreifen bei mir, dicke Brätspätzle bei Schatzl in der Suppe, frisches Grünzeug darüber. „Und?“ wollte ich von meinem Nebengeräusch wissen „Wo ist da der Geschmacksverstärker?“ kam es trocken zurück. Stimmt, die Brühe schmeckte hausgemacht, hätte vielleicht etwas kräftiger sein dürfen, aber ansonsten – basst scho!

„Willst Du auch einen Salat?“ Nein, will er nicht. Also gehe ich alleine zum Buffet und finde die üblichen Verdächtigen. Mische mir eine Portion aus etwas Blattsalat, Karotten, Gurken und Tomaten und versuche zu erraten, was welcher Dressing in den Karaffen ist. Nehme das, das farblich am nächsten an ein Joghurtdressing erinnert.

Dann kommt der Hauptgang, und es stellt sich mir die Frage, warum ich mir beim Buffet einen Salat holen sollte. Die „Salatgarnitur“, von der auf der Speisekarte die Rede war, entpuppte sich als Mörderportion, bei der die beiden Spinatknödel fast etwas untergingen. Taten sie dann aber doch, aber nicht wegen des Salats, sondern weil ihnen ein Berg Parmesan keine Chance ließ.

Beim Salat hatte sich der Koch richtig ausgetobt, prima waren die Kürbis- und Pinienkerne, weniger super fand ich das arg fruchtige Dressing (kippte kurzerhand mein Joghurt-Dressing vom Buffet drüber). Ein wahrer Traum waren die Knödel. Herrlich locker, saftig und gut abgeschmeckt. Das können die in Südtirol, wo diese Knödel herkommen, auch nicht besser.

Und was sagt Schatzl zu seinem Lendchen? Nichts, er genießt und läßt nix über.

Während ihm der Cappuccino serviert wird, mache ich mich in Richtung Toiletten auf. Barrierefrei, sauber, aber ein wilder Farbmix – da hätte ein Stilberater gut zu tun ;-)

Fazit: Selten hat es mich so große Überwindung gekostet, Fotos zu machen. Habe mich gar nicht getraut, zum Nebentisch rüberzuschielen, wo wir von SEHR aufmerksamen Augenpaaren beobachtet wurden. Davon abgesehen haben wir uns sauwohl gefühlt.

Zum Essen ist alles gesagt, guad war's!

Die Preise? Beim Tagesrenner unschlagbar, ansonsten gar nicht so ein großer Unterschied zu Garmisch.

Service? Bayrisch rustikal nett

Sauber? Und wie

*
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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