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GastroGuide-User: Obacht!
hat Schlossvogel Restaurant-Lounge-Bar in 82418 Murnau am Staffelsee bewertet.
vor 4 Jahren
"Innovative Küche - außergwöhnliches Ambiente"
Verifiziert

Geschrieben am 06.04.2016 | Aktualisiert am 06.04.2016
Besucht am 03.04.2016
Im Frühtau zu Berge, wir ziehn …nein! Im Mittagsstau vom Berge, wir fliehn, fallera – das ist es!! Ganz Bayern befindet sich auf der Rückreise vom Osterausflug, das kostet Nerven. Außerdem stelle ich auf unserer Fahrt nach Murnau fest, daß ALLE, die schneller fahren wie Schatzl rasende Idioten sind und ALLE, die langsamer fahren, unfähige Schleicher!

Irgendwann spuckt uns der Verkehrswurm dann doch in Murnau aus, und wir schlendern gemütlich durch die Fußgängerzone. Es ist warm, die Leute um uns rum lächeln und die Straßengastronomie hat alle Hände voll zu tun. Wohl dem, der sich auskennt und und nicht vergebens nach einem freien Tisch Ausschau hält. Zielsicher verlassen wir die Fußgängerzone, biegen zweimal ab und stehen unterhalb des Schloßmuseums. Eine steile Treppe hinauf und schon erreichen wir den fast verwaisten Wirtsgarten des Schloßvogels (Restaurant-Lounge-Bar und Café!) Ja, hier können wir uns einen beliebigen Tisch aussuchen, wenn auch nur harte Bierzeltgarnituren mit garantiertem Rückenleiden, aber welch Ausblick über die Dächer von Murnau!! Und Ruhe!! Und superinteressante Speisekarte!!

Die bringt uns nämlich umgehend ein freundliches Servicemädel und läßt uns genügend Zeit, darin zu stöbern. Ich halte Rücksprache mit meinem Bauch „Wieviel magst Du?“ „Zwei Gänge“, brummt’s zurück. Also gut, dann nehme ich einen Hauptgang und ein Dessert: Was selten passiert – ich kann mich nicht entscheiden….. Gebratener Ziegenkäse auf bunten Blattsalaten mit Himbeerdressing?  Oder doch lieber eine Wirsing-Räucherlachs-Quiche?? Nein, auch nicht? Jetzt hab ich’s: Gebratenes Zanderfilet auf Paprika-Rahm-Kraut!! Als die Bedienung dann kommt, bestelle ich stattdessen Bärlauch-Knödel auf gemischtem Salat mit Joghurt-Knoblauch-Dressing (€ 8,50) Schatzl möchte Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat (€ 11,80) – wie langweilig ;-) Gegen den Durst zwei große Rhabarber-Schorlen (€ 3,40).

Wenn die Stühle nicht so hart wären, könnte man glatt eindösen, so angenehm ruhig ist es hier. Da eilt aber auch schon eine zweite, genauso freundliche Bedienung wie die erste herbei und bringt uns unser Essen. Und wie fein ist das denn!?! Ist schon lange her, daß ich so gute Knödel hatte. SEHR lange. Nicht zu fest und nicht zu weich, herrlich durchzogen vom frischen Bärlauch, Parmesanhobel oben drauf und der Salat so frisch, daß er fast noch zuckt. Mild knobiversprühend das leichte Dressing – ich bin happy. Und das ist Schatzl auch mit seinem Schnitzel, goldgelb herausgebraten, nicht nur von oben, auch die Unterseite (manche Köche meinen ja, eine Schnitzelseite muß fast schwarz wie eine Raucherlunge sein, die gehört dann nach unten, da guckt der Gast nicht hin….)

So kann es gerne weitergehen. Z. B. mit einem Limettenmousse (€ 4,90) für mich und einen Apfelstrudel (€ 3,30) für Schatzl und einen Espresso (€ 1.90).  Das Mousse ist so cremig und fluffig, daß es der Küche unmöglich war, perfekte Nocken abzustechen. Aber der Geschmack….himmlisch. Selbst jetzt beim Schreiben läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen. Apfelstrudel mag ich nicht, deshalb interessiere ich mich gar nicht so sehr dafür, was auf Schatzls Teller serviert wird. „Nun probier doch mal !!“, nötigt er mich.  Also gut – gut? SUPER! Leicht warm, großartig die homogene Masse aus kleinen  Apfelstückchen – so was gibt’s nicht fertig zu kaufen, das muß man selbst machen. Ich hätte dem Rezept noch karamellisierte Walnüsse hinzugefügt, Schatzl Rosinen.  Aber auch ohne diesen beiden Zutaten schmeckt der Strudel großartig.

Einziger Kritikpunkt, und den spricht Schatzl auch an, als die Bedienung zum Abräumen kommt, der Espresso war nicht heiß. Ohne Umschweife und mit einem aufrichtigen Bedauern bringt sie einen neuen. Vorbildlich!

Auf dem Weg zu den Toiletten habe ich ein paar Innenaufnahmen gemacht, es gibt verschiedene verwinkelte Bereiche zum Sitzen – das hat Charme. Innen ist auch alles sehr sauber, im Außenbereich scheint ein gewisser Hang zum Herumliegenlassen vorhanden zu sein.

Barrierefrei ist das Lokal leider nicht, es gibt überall Stufen oder Treppen.

Fazit: Das Wort „pittoresk“ wurde wahrscheinlich wegen Murnau erfunden. Ein Ausflug hierher sei jedem ans Herz gelegt, und wenn sich dann der Hunger meldet, bitte, jetzt weiß jeder, wohin!! Parkplätze sind kostenpflichtig vorhanden, entweder auf der Fußgängerzonen-Seite, von der wir gekommen sind oder von der anderen Seite, da ist dann auch der Museumseingang.
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DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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