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GastroGuide-User: saarschmecker
hat Merkers Bostal-Hotel in 66625 Nohfelden bewertet.
vor 5 Jahren
"kreaive, ländlichen Küche auf hohem Niveau zum fairen Preis"

Geschrieben am 05.11.2014
Wir waren schon öfter im „Merker’s“ zu Gast und gerne unterstreiche ich mit dieser Bewertung die sehr gute Qualität von Service und Küche, denn allzu oft erlebe ich, dass manche Restaurants eine solche Kontinuität nicht zu garantieren vermögen.

Merker’s Bostal-Hotel & Restaurant ist ein Traditionsbetrieb in dritter Generation. Hotel und Restaurant wurden in den letzten Jahren umfassend renoviert und die DEHOGA belohnte die gelungene Neugestaltung im Dezember 2013 sogar mit einer ***Superior Klassifizierung. Die großen Umbaumaßnahmen wurden mit Liebe und Sachverstand durchgeführt, man hat in beiden Restauranträumen ein stilvolles Ambiente geschaffen. Wir hatten reserviert und bekamen einen Tisch im oberen Restaurantraum; moderne Kunst neben Jugendstiluhr an den hellen Wänden, eine antike Glasvitrine, edler Holzdielenboden, reduzierte Deko auf doppelter Tischdecke und bequeme Hochlehner mit cremefarbenen Hussen schaffen ein angenehm warmes Ambiente. Störend empfanden wir allerdings die laute Geräuschkulisse in dem saalartigen Raum. Hier könnte man eventuell durch Raumteiler etwas entgegenwirken. Beim nächsten Besuch werden wir wieder einen Tisch im Kaminzimmer reservieren. In diesem mit braune Ledersitzbänken und Korbsesseln geschmackvoll eingerichteten kleineren Gastraum fühlten wir uns wohler.

Service

Wir wurden gewohnt freundlich begrüßt und an unseren Tisch begleitet. Kurz darauf kam die junge Kellnerin, die uns den ganzen Abend über bediente, auch schon mit der Speise- und Aktionskarte. Der Service während unseres Aufenthaltes war überaus freundlich, flott und kompetent. Sonderwünsche wie Bohnen statt Rahmwirsing wegen Laktoseintoleranz sind im „Merker’s“ kein Problem. Die Bedienung war unaufdringlich aufmerksam und hatte alles im Blick. Kaum waren die Gläser leer, wurden Wasser und Wein nachgeschenkt. So muss es sein.

Essen:

Die Küche steht seit 2010 unter der Leitung von Henning Merker, der sein Handwerk beim „Sternekoch vom Dollenberg“ Martin Herrmann gelernt hat. Es gelingt ihm, ländliche bodenständige Küche mit einem Hauch gehobener Kulinarik zu vereinen.

Unsere Wahl

- großer Beilagensalat (5,00 €)
- Bosener Wildragout aus dem eigenen Revier mit Bohnen statt Rahmwirsing und hausgemachten Spätzle (13,00 €)
- Chefmenü:
1. Rohe Scheiben vom Rind in Basilikumpesto und kleinem Salatbouquet (9,50 €)
2. Gebratenes Filet vom Wendelinusschwein mit Portweinsauce, Rahmwirsing und Dibbelabbes (16,00 €) 3. Gebrannte Vanillecreme (5,00 €)

Als Dreigangmenü € 25,00 und somit 5,50 € gespart gegenüber dem Einzelpreis.

Bewertung:.

Bei Merker’s wird größter Wert darauf gelegt, Produkte aus der Region zu verwenden. So stammen Wildgerichte aus dem eigenen Bosener Jagdrevier und Forellen, Zander und Saibling aus dem hauseigenen Weiher, andere Produkte wiederum aus der näheren Umgebung.

Die Küche verwendet Zutaten von 1a Qualität und Frische. Wie beim letzten Besuch gab es die beiden obligatorischen Grüße aus der Küche: Baguette mit Kräuterquark und hausgemachte Schinkenbutter und Melone mit ebenfalls aus eigener Herstellung stammendem hausgerauchtem Schinken. Tipp an die Küche: stellt Quark und Butter erst auf den Tisch, nachdem der Gast Platz genommen und die Bestellung für’s Essen aufgegeben hat. So war der erste Gruß leider etwas angewärmt und verlor an Frische. Das muss nicht sein.

Alle Speisen waren handwerklich perfekt zubereitet und optisch ansprechend präsentiert. Der Beilagensalat für 5,00 € üppig bemessen war ein marktfrischer Blattsalatmix, mit leckerem Balsamico-Öl-Dressing würzig abgeschmeckt und mit frischen Kräutern verfeinert.

Die Bezeichnung „Rohe Scheiben vom Rind“ ließ mich zunächst auf heimisches Rind schließen, aber das phantastisch mundende Carpaccio bestand aus hauchdünnen Scheiben vom argentinischem Angus, extrem fein marmoriert und mit tollem Aroma, das durch die dezent gewürzte Pesto nicht überdeckt wurde.

Die Beilagen zu den Hauptspeisen waren tadellos: bissfest gegartes Gemüse, selbstgemachte Spätzle al dente gekocht, Dibbelabbes originell als Pfannkuchen serviert lecker fuffig und kross gebraten.

Das Wildragout, mager und zart, nicht zu scharf angebraten und in dunkler Soße lange geköchelt, zerging einem regelrecht auf der Zunge. Ein Gaumenschmaus war das Filet vom Wendelinusschwein, nur leicht angebraten und wohl im Backofen auf den Punkt zart rosa gegart, war es unübertroffen zart im Biss und saftig, die Portweinsauce rundete bei diesem Gericht harmonisch Filet, Gemüse und Dibbelabbes ab.

Die gebrannte Vanillecreme war der Brüller, eine perfekte Crème brûlée, sahnige Vanille-Creme mit einer dünnen köstlichen Karamellkruste, dazu eine Kugel leckeres Vanille-Eis mit schwarzer Johannisbeergrütze.

Getränke: eine Flasche 0,75l Hochwald Premium Mineralwasser zu 5,20 €, die Weinempfehlung zum Chefmenü ein trockener Weissburgunder „Reichsgraf von Kesselstatt“ fruchtig, mit kräftigem Körper und angenehmer Säurestruktur, 0,7l zu 16 € und Espresso zu 2,00 €.

Fazit: kreative, ländlichen Küche auf hohem Niveau zum fairen Preis. Absolut empfehlenswert.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung