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GastroGuide-User: DaueresserGK0712
hat Balkangrill zum Schützenhof in 68305 Mannheim bewertet.
vor 2 Jahren
"Gute "gutbürgerliche" deutsche Küche !!"

Geschrieben am 27.11.2018 | Aktualisiert am 27.11.2018
Besucht am 14.11.2018 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 28 EUR
"Endlich mal wieder ein vernünftiges Lokal mit guter bürgerlicher deutscher Küche, das hat hier bei uns gefehlt. Sehr gutes Preisleistungsverhältnis für das Tagesessen und geschmacklich einwandfrei." schreibt Rolf M. auf >google<.

Ich musste schmunzeln, " so was hat bei uns noch gefehlt" - finde ich eigentlich nicht, denn gerade in Mannheim haben wir eine handvoll ausgezeichnet deutsch-kochende Lokale, die deutsche "gutbürgerliche" Küche anbieten. 500 Meter weiter die Morgenröte, oder 1,5 Kilomter weiter die Waldpforte in Käfertal Nord. Auch in der Mannheimer City gibt es zahlreiche Lokale die sich mit "gutbürgerliche Küche" schmücken. Aber wenn Rolf M. meinte, in der "Alten Frankfurter Straße" hat das bislang noch gefehlt, dann hat er Recht.
 
In den letzten Jahren war unter dieser Adresse das sogenannte "Dunkelrestaurant", ich hatte vor knapp 2 Jahren davon berichtet. Die neuen Inhaber haben die Räumlichkeiten übernommen und über 3 Monate tagtäglich hart an ihrem Vorhaben, den Schützenhof wieder auf Vordermann zu bringen, gearbeitet. Nicht nur die Innenausstattung wurde komplett modernisiert - auch die komplette Küche und alle anderen Räume wurden komplett saniert und erneuert. Gegen Ende unseres zweiten Besuches setzte sich die Köchin noch an unseren Tisch und plauderte mit uns. Einige Holzelemente mussten sie schwarz lassen, das setze einen gewissen Akzent. Da gab ich ihr Recht. Richtig gemütlich ist es geworden. Hinten die Theke, die Hauptwand mit "Steinoptik", gedimmtes Licht. Holztische verstärken etwas den deutschen "Weinstubencharakter".
 
Insgesamt haben wir seit der Eröffnung den Schützenhof zweimal besucht. Beim ersten Besuch war ein guter Freund von mir dabei, er wohnt in Landau-Arzheim und ist Schnitzelexperte. Klar, wir wählten beide ein Schnitzel aus der Schnitzelkarte. Die Preise auf den ersten Blick fair. Rahmschnitzel, ein paniertes Schnitzel mit Rahmsoße, dazu hausgemachte Spätzle und kleiner Salat 11,50. Oder das Pfeffer Schnitzel, ebenfalls ein paniertes Schnitzel mit bunter Pfeffersauce, dazu Pommes und kleiner Salat für ebenfalls 11,50. Hervorzuheben, dass auch "Toasts" im Schützenhof eine wichtige Rolle spielen. Viele deutsche Restaurants wie zb der "Kurfürst am Marktplatz", wo es seit Jahren das beste Schlemmertoast gab, haben die Toasts wegen der mangelnden Rendite von der Karte gestrichen. Beim nächsten Besuch wird es wohl das Herrentoast (zart rosa Schweinelendchen mit frischen Champignons, überbacken mit Käse) hier werden. 

Mein Kollege entschied sich für ein "Jägerschnitzel", ein Form eines panierten Schnitzel mit frischen Champignons, dazu Pommes und kleiner Salat für 12,50. Was wohl die deutsche Jägervereinigung dazub nur sagen wird?  Für mich sollte es das oben erwähnte Rahmschnitzel für 11,50 sein.
Zuerst wurde uns der Beilagensalat serviert, bei der direkten Konkurrenz, der >Morgenröte< gibt`s das nicht inklusive, sondern kostet dort knappe 4 Euro extra. Der Beilagensalat

war sehr herzhaft angemacht, süß-saures Dressing, Karotte und Gurke frisch, leider die Gurke nicht richtig entkeimt (ist in vielen Gasthäusern ein Unding), dazu noch Kidneybohnen (mag ich besonders gerne)
Danach kamen beide Schnitzelgerichte. Ich hatte Bilder gemacht, allerdings waren die extrem unbrauchbar, so dass ich fast gezwungen war, nochmal mit meiner besseren Hälfte ein Wiederholungsbesuch zu tätigen.

Mein Kollege hatte sich über das etwas zu dick geratene Schnitzel gewundert, ich ebenfalls bei meinem Rahmschnitzel. Das sah aus wie ein kleines paniertes Steak. Beim Anschnitt erkannten wir aber beide, dass der Koch sein Handwerk versteht. Saftiges, etwas gröberes Schweinefleisch. Ich tat mir schwer mit dem Gedanken, dass das Fleisch "original" von der Oberschale sei, dafür war das Fleisch zu faserig. Dennoch schön saftig und passend zur rahmigen Rahm-Sauce. Das Rahmschnitzel schwamm in der Sauce, die Panade dennoch fest und knusprig, ich fragte nach, ob man(n)/Frau Cornflakes in die knusprige Panade machen würde, das wurde verneint. Die Panade bestünde aus altbackenen Brötchen und Paniermehl. Das war sehr gut, zudem auch die Panade sehr gut gewürzt war.

Zu meinem Rahmschnitzel gab es selbst gemachte Spätzle, die waren „vom Brett“ fluffig, konnten es aber leider nicht mit den „Convenience“ TK Pommes aufnehmen, die waren perfekt von meinem Tischnachbarn. „Da müssen wir öfter her“ seine knappe Aussage. Die Pommes waren mit einer Art "süß-scharfem" Paprikagewürz vermengt und leicht gesalzen. Beide Schnitzel schmeckten ausgezeichnet, die Jägersauce war eine Art Braten/Rahmsauce mit frischen Champignons. Beide Portionen von der Menge absolut ausreichend für den „Otto“ Normal-Gast.


Beim letzten Besuch hatte ich a.) Durst und b.) Hunger. Das alleine sind schon mal gute Vorrausetzungen. Leider hatte ich an dem Abend mir daheim (ich wohne keine 200 Meter entfernt) ein frisch gewaschenes Sweatshirt (mit Sommerduft) angezogen, so dass es für diesen Besuch einen kleinen Abzug in der Sauberkeitsskala gibt.

Bestellt haben wir eine Cola Light sowie Hefe vom Fass, zum Verschlingen entschied ich mich für ein Bolognese Schnitzel mit Pommes „al dente“, meine Frau nahm einen Chefsalat (8,50) mit Baguette. Für den Chef ein Chefsalat – dieser war wunderbar angemacht mit erfrischendem herzhaften Dressing. Der ganze Salat in sich stimmig, mit gekochtem Schinken und Käse, Ei, grüner Blattsalat, Feldsalat und Gurkenscheiben. Das dazu gereichte Baguette leicht ofenwarm und fluffig.
Das Bologneseschnitzel (12,50)
Bolognese-Schnitzel
war mit Bolognese und Käse überbacken, allerdings fehlte es in der Sauce etwas an Geschmack. Hier hätte ich mir eine bessere Würzung gewünscht. Die Würzung fehlte
Klasse Service, bevor das Glas komplett leer ist, muss das nächste Hefe griffbereit auf dem Tisch stehen
an diesem Abend auch ein wenig an den Pommes (siehe Bild, im Hintergrund der Chefsalat). Oder werden die Paprikawürz-Pommes nur zum Jägerschnitzel angeboten ? Gut, dass der flinke Kellner im Augenwinkel erkannt hat, dass ich durstig bin und nach einfachem Blickkontakt, mir das nächste Hefeweizen serviert wurde. Die Pommes waren ok, nettes Beiwerk. Die Kellnerin setzte sich beim Bezahlen noch an unseren Tisch und erklärte uns, dass die Köchin mit Schnitzel aus der OberSchale und aus der Nuss schlechte Erfahrungen gemacht hat, daher mache sie alle Schnitzel aus dem Rücken, dem Schweine-Lachs. Da sei das Fleisch von Natur aus etwas fester und faseriger, dafür saftiger als aus der Oberschale.
Leider bemerkten wir, als wir später zu Hause waren, dass wir einen ordentlichen „Fett“ Schleier in den Kleidern hatten. Der Sommerduft war verschwunden. Das war mir beim ersten Besuch nicht passiert, daher gibt’s etwas Abzug in Punkto Sauberkeit.
 
Fazit:
Auf der Karte dominieren die Schnitzel und Rumpsteak Gerichte. Schön, dass sich hier der Inhaber zutraut, aus dem etwas teureren Schweinerücken die Schnitzelgerichte zu kalkulieren. Auch die Spezialität, das 280 Gramm Rumpsteak auf gegrilltem Schafskäse mit Beilagen und Salat, mit 22,80 das teuerste Gerichte in der Karte, hört sich sehr gästefreundlich „kalkuliert“ an. Wir kommen wieder !!
 
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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