Southern Nebraska
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Mahrberg 50, 53773 Hennef
Restaurant Tapasbar Bar Cocktailbar Biergarten Steakhouse
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GastroGuide-User: Huck
hat Southern Nebraska in 53773 Hennef bewertet.
vor 5 Monaten
"Ein anständiges Stück Fleisch"

Geschrieben am 25.09.2020 | Aktualisiert am 25.09.2020
Besucht am 17.09.2020 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 64 EUR
Die Johns Hopkins University meldet zwar knapp 500 an Covid-19 Gestorbene und knapp über 30000 Genesene für Nebraska, doch meine Frau und mich hält das nicht zurück, Southern Nebraska zu besuchen. Nein, nicht den „Cornhusker State“ im Mittleren Westen der dank Trump Unvereinigten Staaten Amerikas (USA), sondern das vor gar nicht allzu langer Zeit neu eröffnete Steakrestaurant Southern Nebraska an der Sieg in Nähe des auf der anderen Siegseite gelegenen Dondorfer Sees.

Das Ambiente ****/*****
So sitzen wir beide an einem herrlichen Spätsommertag in den frühen Abendstunden nicht in der Prärieebene zwischen Ranches, Farmen und Rinderherden, sondern im sehr gepflegten Biergarten des Southern Nebraska. Ein Pavillion in der Länge eines Freightliner Road-Trains  an der Rückseite des frisch renovierten, weißen Restaurantgebäudes dient als Ausschank für den teils gepflasterten, mit Mäuerchen, niedrigen Hecken und Blumenbeeten unterteilten Biergarten in der Siegaue.
Ausschank im Biergarten
Neben dem Southern Nebraska in der Siegaue bietet der Siegtal-Campingplatz den sonst nach Malle, Benidorm oder Rimini Reisenden einen Corona-adäquaten Sommerurlaub an heimischen Gewässern. An Parkplätzen mangelt es deshalb in der Umgebung des Restaurants nicht. Direkt von einem der Parkplätze vor dem Restaurant führt der Weg am Restaurant vorbei in den Biergarten.
Zugang zum Biergarten
Weitläufig wie die Prärie ist der Biergarten ohnehin. Bei unserem Besuch sind nur das Rondell vor dem Pavillion und zwei größere Tische am Sieguferweg genutzt. Im restlichen Teil des Biergartens warten an die Tische gekippte Gartenstühle auf Gäste.
Biergarten I
Biergarten II
Einen Eindruck vom Gastraum im Innern mit den coronageprägten, blanken Tischen können wir beim Gang zur Toilette mitnehmen.
Gastraum
Das Ambiente, besonders der Biergarten beeindruckt. Wir geben viereinhalb Sterne für diesen gepflegten Park.

Der Service ***/****
Wir haben trotz Corona-Zeiten nicht reserviert. Ein Meldetisch für Gäste steht bereit, die nunmehr obligatorische Flasche mit Desinfektionsmittel obenauf. Eine freundliche,  junge Dame checkt die Reservierungen, scannt dann das Gelände und lässt uns die Wahl zwischen den wenigen noch freien Tischen im Rondell vor dem Ausschank. 

Wir warten nicht lange, bis ein agiler, junger Mann uns die Speisekarten aushändigt. Er bedient uns den Abend über. Das macht er ganz ordentlich, und freundlich und gastzugewandt ist er auch.

Mehrere junge Bedienkräfte agieren im Service. Coronamäßig funktioniert letzterer so halb und halb: Wir sehen, wie frei gewordene Tische desinfiziert werden, allerdings erhalten wir kein Formular zum Eintrag der Personalien. Wir stufen es mal als Versehen ein und geben dem Service dreieinhalb Sterne.

Essen und Getränke ***
Unser junger Serviceherr nimmt die Getränke auf, ein
• Aqua Morelli (0,75 l zu 6,50 €) für meine Liebste und ein 
• Köstritzer Schwarzbier vom Fass (0,3 lzu 3,30 €) für mich. 
Die Speisekarte ist amerikanisch-mexikanisch geprägt, Steaks, Burger, Nachos, Enchiladas, Fajitas, Subs und Wraps, eben alles, was so im Land der alternativen Fakten und südlich dessen DDR-ähnlicher Grenzbefestigung „verputzt“ wird. 

Der junge Mann vom Service serviert meiner Frau das probat gekühlte italienische Wasser
Aqua Morelli
und mir das Schwarzbier vom Bad an der Weißen Elster.
Das Schwarze von der Weißen Elster
Gut, und schmeckt an diesem Spätsommernachmittag! Die 1000-Kilometer-Reise von Ligurien nach Hennef schlägt sich aber offensichtlich im Wasserpreis nieder – ist doch die Eifel so nah!

Als Gericht für meine Frau und mich codiert unser Serviceherr in seinen „digital waiter“ 

• Roastbeef aus Nebraska mit einem kleinen gemischten Salat sowie Pfeffersauce,

die kleine Portion zu 200g für meine Frau zu 20,90 €, die mittlere zu 250 g für mich zu 25,90 €. Medium gebraten sollen beide sein.

Statt der Pfeffersauce wähle ich die optional angebotene „Homemade Steak Butter“.

Als „side orders“ speichert der „digital waiter“ jeweils eine Portion
• Spicy Hot Wedges zu 2,90 €.

Mit einem Gruß aus der Küche hält man sich in Southern Nebraska nicht auf. Ran an die Buletten, eine junge Dame tischt das folgende Ensemble jeweils für meine Frau und mich auf
Roastbeef aus Nebraska mit einem kleinen gemischten Salat, spicy hot Wedges sowie Pfeffersauce
Bei mir fehlt die „Homemade Steak Butter“, prompt wird sie nachgeliefert, hier auf dem Steak im Anschnitt mit aufgelegten Hot Wedges.
Steak mit Homemade Steak Butter
Das Steak ist medium gebraten, wie bestellt. Es ist saftig und zart mit einem ausgeprägten Fettrand. Nichts zu meckern, ein anständiges Stück Fleisch.

Den Wedges mangelt es allerdings an „spice“, von wegen „hot“!
Spicy Hot Wedges
Knusprig sind sie, und schmecken tun sie auch, eben wie normale Wedges.

Der kleine gemischte Salat aus Möhrenstreifen, Blattsalaten, Gurkenscheibe, Mais und Tomatenviertel wird mit einem Joghurt-Dressing serviert. 
Kleiner gemischter Salat
Das Dressing schmeckt gut, ein Störgefühl bezüglich der Frische lösen wenige welke Stellen und bräunliche Schnittlinien an den Blattsalaten sowohl beim Salat meiner Frau als auch bei dem meinigen aus.

Die Pfeffersauce, so sagt meine Frau, sei laff, ein paar grüne Pfefferkörner fänden sich in ihr. Positiv ist, dass die Sauce separat in einem kleinen Schälchen serviert wird. 

Da ich Pfeffersauce und nachgelieferte Butter habe, komme ich nach Geschmacksprüfung der Sauce zum gleichen Ergebnis. Die Steakbutter hingegen hat einen feinen Kräutergeschmack.

Unser „human waiter“ fragt nach weiteren Wünschen und unserer Zufriedenheit. Wir geben uns zufrieden, aber wegen der paar Kritikpunkte nicht begeistert.  Es bleiben drei Sterne.

Meine Angetraute wünscht noch einen 
• Espresso (1,90 €),
der wenig später heiß serviert wird.
Espresso
Die Bezahlung geschieht coronagemäß kontaktlos. Der „digital waiter“ paart sich mit meiner Apple-Pay-Wallet, ein kurzes Piepsen quittiert die erfolgreiche Paarung. Das Trinkgeld geht direkt an den „human waiter“, der uns zum Abschied auf Kosten des Hauses mit „Medizin“, wie er sagt, beglückt, einem likörartigen Getränk mit Baileys, Batida de Coco und – wenn wir uns recht erinnern – Kahlua, einem mexikanischen Kaffeelikör, als Topping etwas Zimt. Schmeckt gut und gar nicht nach Medizin!

Die Sauberkeit ****
Tische, Bestecke und Geschirr sind sauber, und auch die Toiletten, sowohl die Damen- als auch die Herrentoilette. Eine Kontrollliste in den Toiletten, in denen Reinigungskräfte die Reinigung quittieren müssen, macht eine regelmäßige und in kurzen Intervallen stattfindende Reinigung nachvollziehbar. Vier Sterne für die Sauberkeit.

Das Preis-/Leistungsverhältnis ***/****
Der Service unseres jungen Mannes ist mehr als okay. Die Küchenleistung steht dem insgesamt ein wenig nach, aber dennoch ist sie okay. Die Preise liegen punktuell etwas über dem örtlichen Niveau, siehe das Mineralwasser. Das Preis-/Leistungsverhältnis pendelt zwischen gut und okay, also dreieinhalb Sterne.

Das Fazit ***/****
Unterm Strich hat sich der South-Nebraska-Trip schon gelohnt.  Wir haben in einem schönen Ambiente durchschnittlich bis gut gegessen. Wer Gleiches erleben will, dem empfehlen wir den Restaurantbesuch in der Siegaue, dreieinhalb Sterne als Fazit.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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DerBorgfelder und 23 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.