Zurück zu Medici
GastroGuide-User: kgsbus
hat Medici in 60311 Frankfurt am Main bewertet.
vor 5 Jahren
"Wenn es ganz schnell gehen muss und trotzdem lecker sein soll"
Verifiziert

Geschrieben am 17.11.2015
Besucht am 14.11.2015
Wir waren wieder mal im „Taunus-Gebiet“. Den Samstag wollten wir zum Schoppen in Frankfurt verbringen. Mit der U-Bahn in die Innenstadt fahren, ist total entspannend. Dort mit einem PKW unterwegs zu sein, stelle ich mir schrecklich vor.


Da es regnerisch war, konnten wir uns in vielen Geschäften ziemlich ungestört umsehen. Nur in den Einkaufszentren waren viele Menschen unterwegs, aber wir hatten mehr Interesse an kleinen Läden.
 
Auch beim Einkaufen nehmen wir uns stets genug Zeit zum Essen. Und in Frankfurt ist die Angebotspalette – auch im Zentrum – recht groß.
 
Die entscheidende Bemerkung für das Lokal „Medici“ stand im Michelin: „Internationale Küche mit mediterranen Einflüssen bieten die beiden Brüder, die das Restaurant mitten in der Innenstadt leiten und auch gemeinsam am Herd stehen. Ausgesprochen beliebt ist übrigens der günstige Mittagslunch!
 
In der Innenstadt gibt es viele Gastronomien, aber wir wollten bei unserem Bummel nicht in eine „Touristenkneipe“ oder „Imbissbude“.
 
Ambiente 2,5 *
 
Das Restaurant war leicht zu finden (in der Touristeninformation wird einem freundlich und sachkundig geholfen).
Von außen sah das Restaurant wie ein „Geschäft“ (Schaufensterfront) aus. Innen ist es ein großer saalartiger Raum. Die Form ist sicher zur Gestaltung nicht leicht: Es ist ein „Schlauch“. Direkt am Eingang sind die Garderobenhaken. Wir hatten reserviert und eine Serviererin zeigt uns mit dem Finger die Richtung unseres Platzes.
Die Garderobe wurde uns freundlich abgenommen.
Als wir am Tisch saßen, schauten wir uns um: An beiden Stirnseiten waren große Wandbilder mit antiken Motiven zu sehen. An der Fensterfront waren Sitzbänke mit Tischen. Sonst waren die Plätze mit Stühlen ausgestattet. Die Tische standen sehr eng zusammen. Wir saßen direkt in einer Ecke und hatten so noch das Glück nur wenige „Nachbarn“ zu haben. Der Thekenbereich liegt gegenüber vom Eingang.
Die kleinen Zweiertische (die auch für Gruppen zusammen geschoben werden) sind klassisch in weiß eingedeckt; sogar eine frische Rose steht auf dem Tisch.
Da es keinen Schallschutz (Vorhänge, Teppiche etc.) gibt, ist es recht laut. Gespräche an von anderen Plätzen sind nicht zu überhören (obwohl alle Gäste für sich gar nicht laut waren).
 
Sauberkeit 4 *
 
Der Gastraum war gut gepflegt.
 
Sanitär 3,5 *
 
Unserem Platz gegenüber (im anderen Wandbild) befindet sich die Türe zum WC. Die Anlage ist im Keller und über mehrere Stufen zu erreichen. Dort ist genug Platz vorhanden. Die Sauberkeit war in Ordnung – alles nötige war da.
 
Service 2 * bzw. 4 *
 
Die jungen Damen und ein Mann sorgten sich um die Gäste. Das Haus war gut besucht. Wir hatten noch kaum Platz genommen, da wurde schon das Brot serviert und die Karte vorgelegt. Unsere Getränkewünsche wurden sofort erfragt. Als das Wasser serviert wurde, konnten wir gleich bestellen. Da wir – wie fast alle anderen Gäste – das Lunchmenü im Auge hatten, war das auch sofort möglich.
Es gibt die Wahl zwischen zwei Vorspeisen und zwei Hauptgängen und einem Dessert.
Wir teilten unsere Wünsche mit.
Wenige Augenblicke später wurde der erste Gang serviert. Als wir das Besteck niederlegten, wurde abgeräumt. Die freundliche Serviererin erkundigte sich, ob es geschmeckt hat. Und nahm noch einen Wunsch zu einem Wein an. Meine Frage nach einem passenden Getränk wurde mit der Aufzählung der offenen Weine beantwortet.
Das Glas wurde umgehend gut gefüllt gebracht. Beim nächsten Mal brachte die Kellnerin schon die beiden verschiedenen Hauptgänge.
Danach hätten wir sogar die Nachspeise noch aufhalten können. Aber da hatten wir schon „resigniert“ und ließen sofort servieren. Einen Kaffee wollten wir auch nicht mehr; denn in einem Cafe hätten wir mehr Ruhe.
Vom Betreten bis zum Verlassen (inklusiv einem Gang zum WC) waren wir nicht mehr als 50 Minuten im Restaurant. Also für eine Stunde Pause genau richtig – aber wir waren selber gar nicht auf der Flucht.
 
Die Servicekräfte waren freundlich, zügig in der Arbeit und beantworteten Fragen (4 *).
 
Aber das Konzept des Hauses mit der „wahnsinnigen“ Geschwindigkeit gefällt uns nicht (2 *).
 
Die Karte(n) 
 
Mittagskarte mit dem Menü in zwei oder drei Gängen – 17,00 € bzw. 20,50 €
Einzelgerichte wie diverse Flammkuchen und Salate zum Beispiel komplettieren das Angebot.
 
Die verkosteten Speisen 
 
Wir bestellten das Menü:
 
* Helles Weißbrot und dunkles Körnerbrot und eine Paste als Belag
 
Das Brot war frisch, die gekräuterte Paste passte dazu.
 
* Edelfischterrine mit Limonen-Creme-Fraiche, Salatbouquet
 
Die Salatblätter waren frisch und mundgerecht in der Größe. Das Dressing war gut abgeschmeckt. Dieser Teil der Speise war lecker und leicht.
Die Scheibe der Terrine war angemessen groß. Von den möglichen verarbeiteten Fischen glaube ich Lachs erkannt zu haben; jedenfalls habe ich den Geschmack empfunden. Weitere Aromen konnte ich nicht erspüren. Die Paste zum Fisch war mir zu dick und wenig abgeschmeckt. Das Gericht war insgesamt in Ordnung.
 
* Lammhüftsteak auf Sesam-Blattspinat, Risoleekartoffeln
 
Das Fleisch war ausgezeichnet gebraten und innen schön rosa gehalten. Jeder Biss war saftig, zart und aromatisch. Ein wirklich perfekt zubereitetes Lamm.
Auch der Blattspinat war schmackhaft verarbeitet. Die Jus war reichlich vorhanden und kräftig abgeschmeckt.
Pommes rissolées sind der französische Name für Bratkartoffeln. Häufig werden auch keine Kartoffelstückchen, bzw. -würfel so genannt, die in Frittierfett ausgebacken oder in der Pfanne durchgeschwenkt werden. Die Kartoffeln waren die schwächste Zutat auf dem Teller. Insgesamt würde ich diesen Teller immer wieder bestellen und gerne essen.
 
* Getrüffelte Steinpilzravioli mit mariniertem Rucola und frisch geriebenem Parmesan
Beim Menu war dieser Gang die vegetarische Alternative.
 
Die Pasta war ordentlich zubereitet. Die Füllung hatte einen angenehmen Steinpilzgeschmack. Die Sauce war fein aufgeschäumt und umgab die Ravioli  mit einer leckeren Hülle. Der Salat war frisch und ergänzte das Gericht gut. Der Parmesan war mir zu fein gerieben und schon über den Teller verteilt. Hier hätte ich es begrüßt, wenn der Service das frisch am Platz gehobelt hätte; denn frischen Pfeffer aus der Mühle wurde durchaus am Tisch über das Fleisch gegeben.
 
* Pralinenmousse mit Beerenragout
 
Die Nachspeise würde ich so nicht mehr bestellen. Mir war die Schokomasse zu fest und kompakt. Eine Mousse ist für mich locker und luftig. Die Beeren waren leider nicht in einer separaten Schüssel sondern nur oben auf geschüttet. Das Zuckergitter war eher gummiartig und nicht kross wie ich gedacht hatte. Die Portion war aber groß.
 
Getränke 
 
San Pellegrino 0,75l – 6,80 €
 
Medici Riesling (Hauswein) 0,2l – 7,90 €
 
Preis-Leistungs-Verhältnis 4,5 *
 
Das Mittagsmenü in zwei oder drei Gängen ist für mich kostengünstig (5*).
Die Getränkepreise sind jedoch so hoch wie in der gehobenen Gastronomie üblich (4*).
 
Fazit
 
Wenn ich schnell essen muss (Mittagspause etc.): 4
Das Essen ist lecker der Preis dafür unschlagbar günstig.
 
Wenn ich entspannt und in Ruhe speisen möchte: 2
Das Tempo ist mir zu hoch, das Lokal ist zu laut.
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
 
Datum des Besuchs: 14.11.2015 – mittags – zwei Personen
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


Jens und 26 andere finden diese Bewertung hilfreich.

Huck und 26 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.