Gasthaus Spieker
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Detmolder Str. 86, 33161 Hövelhof
Restaurant Gasthaus Catering Partyservice
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GastroGuide-User: rr_blaubaer
hat Gasthaus Spieker in 33161 Hövelhof bewertet.
vor 4 Jahren
"Eigentlich ganz gutes Restaurant, nur die Ente sollte man meiden..."
Verifiziert

Geschrieben am 30.03.2015 | Aktualisiert am 30.03.2015
Besucht am 29.03.2015
Wir wollten uns als Familie mal wieder etwas Gutes tun und hatten uns für Sonntag Abend einen Tisch im Gasthaus Spieker in Hövelhof Riege reserviert.
Durch zwei frühere Besuche (1x Hochzeitstag, 1x Geschäftsessen), die allerdings beide schon länger als 2 Jahre her sind, ist mir dieses Restaurant positiv im Gedächtnis hängen geblieben. Mittlerweile habe ich zwar auch davon abweichende Meinungen gehört, aber das ist ja nur ein Grund mehr mal wieder rein zu schauen.
Das Gasthaus Spieker liegt an der Hauptverkehrsstraße (was hier nicht viel heißen will) des Hövelhofer Teilortes Riege. Parken ist kein Problem, entweder auf den Restauranteigenen Parkplätzen oder an der Straße.

Ambiente:

Der Gastraum ist unterteilt in einen Bereich direkt am Tresen, einen kleineren Raum direkt daneben sowie einen hellen Wintergarten, der Platz für 3-4 Tische bietet und in dem wir unseren Platz fanden.
Die Tische sind hübsch gedeckt, zwar mit Stoffservietten, Besteck, Brotteller und Gläsern, aber ohne Tischdecke. Das macht bei den neuen Holztischen nichts, im Gegenteil, es passt wunderbar ins Ambiente. Mein Jüngster ist etwas verwundert ob der vielen Messer und Gabeln, die an seinem Platz liegen, findet aber insbesondere das "kuschelige" Lammfell, das über seinem Korbsessel liegt klasse.
Im Sommer gibt es draußen noch ein paar schöne Plätze und Bäumen oder festinstallierte Pavillions, heute stehen diese aber unter Wasser.
Das Ambiente gefällt mir ausgezeichnet => 5 Sterne

Service
:
Beim Betreten des Restaurants wurden wir von den beiden anwesenden Bedienungen sehr freundlich begrüßt. Nachdem kurzer Klärung der Reservierung wurden uns 2 Tische zur Auswahl gestellt, wobei wir, wie bereits geschrieben, den im sehr ansprechenden Wintergarten auswählten.
Die beiden Servicekräfte, eine Dame mittleren Alters und eine etwas jüngere, übten ihr Handwerk sehr unterschiedlich aus. Die etwas ältere, sehr souverän, äußerst freundlich und immer mit der Richtigen Bemerkung, dem passenden Vorschlag oder dem angenehm passenden Smalltalk. Dabei aber stets äußerst professionell. Bei der Aufnahme der Bestellung beispielsweise bot sie von sich aus eine kleine Portion für unseren Jüngsten an und war auch völlig offen für weitere Änderungen an der Gerichten aufgrund von "Unverträglichkeiten" bei den beiden Kindern.
Wären wir nur von dieser Dame bedient worden, 5 Sterne wären sicher gewesen.
Die jüngere der beiden, deutlich unerfahrener, etwas unsicher und nicht immer zuverlässig (manche Anfragen mussten öfters wiederholt werden, was wir auch an den Nebentischen so mitbekamen).
Zu einer Kritik an der Entenbrust(siehe unten) wurde zwar angekündigt (Ich geb's weiter), mehr passierte jedoch nicht dazu, keine Entschuldigung, keine Rückmeldung, Schade.
Leider beschränkte sich der Service der älteren Kollegin auf die Bestellaufnahme, die sehr ausführliche Verabschiedung nach dem Bezahlen, sowie etwas Unterstützung beim Servieren der Hauptgerichte.
In Kombination komme ich so leider nur 3,5 Sterne
 
Karte:
Leider ist die Karte nicht auf dem Internetauftritt des Restaurants, der für meinen Geschmack ohnehin etwas zu unübersichtlich ist, zu finden.
Die Karte beinhaltet, soweit ich mich erinnere 4 Vorspeisen, und 2 Suppen, 2 Pastagerichte, 2 Fischgerichte (Skrei und Zander) sowie 4 Fleischgerichte (Entenbrust, Rinderfilet, Ochsenbäckchen und Zitronenschnitzel). Außerdem stehen etwa 5 Desserts auf der Karte, sowie ein paar Kindergerichte, die aber bei den unsrigen nicht mehr angesagt sind.
Als Vorspeise bestellte meine Frau das Rindercarpaccio mit Parmesan, Pinienkernen und Feldsalat (12,50 €) und einem Räuberteller für unseren Jüngsten.
Unser Großer und ich teilten uns die "Spiekers Tapas" (14,- €), eine Zusammenstellung aus den angebotenen Vorspeisen.
Als Hauptgericht
2x die rosa gebratene Flugentenbrust mit Wokgemüse, Schupfnudel und 2erlei Soßen (Rotwein und Mango) (je 21,- €)
1x Zitronenschnitzel mit Schmorgemüse und Schupfnudel (anstelle von Rucola und Gnocci) (kleine Portion 10,50 €)
1x Rinderfilet (medium rare) mit Belugalinsen, Rotweinsoße und Rosmarinkartoffeln (28,- €)
 
Als Dessert bestellten wir später noch:
1x Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern und Vanilleeis (8,50 €)
1x Grand Manier Parfait mit Pfirsichsoße (7,50 €)
 
Generell war es kein Problem sich die Vorspeisen bzw. die Desserts zu teilen.
Besser noch: zu den Tapas wurden ohne Aufpreis 2 Süppchen und zum Schokoküchlein 2 Schälchen mit Eis gereicht.
 
Zum Trinken bestellten wir
1x Spezi (0,3l 3,20 €)
1x Sprite (0,2l 2,50 €)
1x Mineralwasser (San Pellegrino 0,75l 6,- €)
2x offener Rotwein "La Ferme du Mont / Premiere Cote" (0,2l 8,50 €)
 
Das Essen:
Zusammen mit einem Körbchen 2erlei Baguette und Kräuterquark kam als Gruß aus der Küche ein kleines Würfelchen lauwarme Quiche. Auch wenn das nun nicht gerade eine ausufernde Phantasie der Küche schließen lässt, hat der kleine Happen doch gut gemundet und selbst unsere beiden Jungs, die eigentlich nicht so sehr auf diese Art salziger Kuchen stehen haben es flugs verputzt.
Auch die Kombination Baguette mit Kräuterquark würde ich eher unter dem Begriff "Standard" einsortieren, das Brot war aber frisch aufgebacken und schön knusprig und auch der Kräuterquark war mehr als nur OK.

Vorspeisen
:
Zu den Vorspeisen gab es auf Nachfrage Räuberteller für unsere beiden Jungs. Bei der gemischten Vorspeise war aber auch schon eine 2te Suppe mit serviert worden.
Das Carpaccio war, so berichteten mir die anderen drei am Tisch, ausgezeichnet. Ich selbst habe leider nichts mehr davon abbekommen, obwohl es auch Teil der gemischten Vorspeise war. Mein Großer war zu schnell :-(
Aber meine "Spiekers Tapas" bestanden ja nicht nur aus dem Carpaccio sondern beinhaltete auch noch andere Komponenten, auf die ich mich eigentlich noch mehr gefreut habe.
Die Garnele auf Weißkohl mit Ingwer zum Beispiel. Hier hat der Koch wirklich alles richtig gemacht (Und da mein großer weder Garnele noch Kohl mag, habe ich auch alles alleine bekommen). Die Garnele auf den Punkt gegart, keine Spur von trocken oder zäh. Der Weißkohl war zum reinlegen. Die leichte Ingwernote, die ich zum Kohl bislang nicht kannte, brachte eine Spur Schärfe und etwas Säure mit ins Spiel, die das Ganze perfekt abrundeten.
Als weiterer Teil des Ensembles gab es Gebackenen Ziegenkäse im Brickteig auf Feldsalat. Der Ziegenkäse sehr lecker, insbesondere mit den Aprikosenstückchen im Salat. Der Brickteig um den Käse war jedoch zu wenig gebacken und eher zäh als knusprig. Und auch der Salat war eher OK als gut.
Als letzte Komponente gab es noch eine Bärlauch-Cremesuppe. Da ich kein wirklicher Bärlauch-Fan bin, fällt  mir die Bewertung hier etwas schwerer. Aus meiner Sicht war die Suppe durchaus gut, aber keine Offenbarung (ich bin dadurch kein Bärlauch-Fan geworden).
Das Carpaccio hat, laut meiner Familie sicher 5 Sterne verdient, Die gemischte Vorspeise würde ich wegen der Abstriche beim Ziegenkäse mit 3,5 Sternen bewerten.
 
Hauptgerichte:
Rinderfilet mit Belugalinsen, Rosmarinkartoffeln und Rotweinsoße
Da dies mein Hauptgericht war kann ich hier etwas ausführlicher berichten (soweit dieses Gericht das überhaupt zulässt). Das Fleisch welches ich medium-rare bestellt hatte kam mit optimalen Garpunkt bei mir an. Das Stück hatte eine angenehme Größe und war mit maximaler Schnittfläche halbiert. So konnte ich zwar den Gargrad sofort erkennen, mir persönlich wäre eine andere Präsentation aber lieber gewesen (rein subjektive Sache).
Es war wunderbar zart und saftig und geschmacklich genauso, wie ich mir es vorgestellt hatte.
Die Belugalinsen waren leicht bissfest mit etwas sehr fein gewürfelten Gemüse gegart. Etwas Säure hätten ihnen noch gut getan, nein kein Balsamico, der hätte den Linsengeschmack zu sehr überdeckt, einfach ein ganz kleiner Spritzer Weinessig vielleicht.
Die Rotweinsoße war zwar recht gut gelungen, durch die Anordnung auf dem Teller hat sie sich aber sehr schnell unter die Linsen verzogen und war somit nur zu Beginn als eigener Geschmacksträger wahrzunehmen.
Die Rosmarin-Kartoffeln waren von der kleinen Sorte und wurden auf dem Teller, aber in einem separaten Schälchen serviert. Geschmacklich gut, nur leider sehr, sehr weich gekocht bevor sie in der Pfanne nachgeröstet wurden.
Die Anmerkungen sind hier Jammern auf hohem Niveau. Ich denk mit 4 Sternen ist dieses Gericht korrekt bewertet.
 
Zitronenschnitzel mit geröstetem Gemüse und Schupfnudeln:
Rein optisch ein sehr schöner Teller. Das panierte Schnitzel war trotz der Einstufung als kleine Portion durchaus von ansehnlicher Größe. Das Fleisch laut unserem Schnitzelspezialisten zart und lecker, nur bei manchen Bissen hat er etwas das Gesicht verzogen und meinte dass da wohl eine extrem saure Stelle gewesen sei. Das Gemüse war nicht unseres Sohne Favorit, ebenso wenig die Schupfnudeln. Bei beidem vermutlich eher wegen persönlicher Vorlieben, die von mir versuchten Beilagen waren für meinen Gaumen durchaus recht gut gelungen.
4 Sterne so denke ich sind hier angebracht.
 
Flugentenbrust mir Schupfnudeln und Wok-Gemüse
Dieses Gericht nun ist es, das mir die Bewertung etwas erschwert. Meine Frau war recht glücklich mit ihrer Wahl. Das Fleisch war zwar nicht ganz perfekt, aber weit mehr als nur OK, das Wok-Gemüse und die Schupfnudeln wurden sehr gelobt.
Bei unserem Großen Sohn jedoch war das Fleisch zu einem großen Teil so zäh, dass es auch nicht mit Androhung verstärkter Gewalt zu schneiden war. Allerdings eben nur zum Teil und als die Bedienung kurz nach dem Servieren nachfragte, ob alles in Ordnung sein, stimmte auch mein Großer zu. Da hatte er aber bislang nur den genießbaren Teil des Fleisches angeschnitten.
Leider hat er bis praktisch zum Schluss nicht Kund getan, dass der Großteil seiner Entenbrust eher nicht zum Verzehr geeignet war. Erst als ich bereits mit meinem Essen fertig war und sah, dass er schwer am Kämpfen war fragte ich bei ihm nach ob ich ihm beim Schneiden helfen solle.
Das Problem war jedoch, auch ich konnte nicht viel dran ändern. Ich habe keine Ahnung, was man einer Ente antun muss, damit solch ein zähes Etwas dabei heraus kommt. Rein optisch sah sie ja wunder aus.
Da mein Sohn jedoch durch Vorspeise und den bereits verzehrten Teil, sowie die Aussicht auf ein Dessert so gut wie satt war, beließen wir es bei einer Anmerkung an die Bedienung, als sie die Teller abräumte. Wie oben erwähnt versprach sie dies weiter zu geben. Eine weitere Reaktion erfolgte jedoch nicht.
Aufgrund der Gummieigenschaften der einen von beiden Portionen kann ich hier leider nur 2 Sterne vergeben.
 
Dessert:
Da ich selbst nur einen recht guten Espresso (2,20 €) zu mir genommen habe kann ich auch hier nur auf die Reaktionen der Familie verweisen.
Das Schokoküchlein mit Vanilleeis kam bei den Kindern sehr gut an, wobei sie einschränkten, dass das Eis in unserer örtlichen Eisdiele besser sei. => 4 Sterne
Das Grand Manier Parfait mit Pfirsichsoße wurde von meiner Frau extrem gelobt und bei einer Bewertung unter 5 Sternen könnte ein länger andauernder Ehekrach die Folge sein.
Insgesamt erhält das Essen von  mir 3,5 Sterne.
 
Sauberkeit:
Im Gastraum selbst war alles Picobello, kein Stäubchen war zu sehen.
Auf den Toiletten mussten allerdings kleine Abstriche gemacht werden. Zwar war auf den ersten Augenschein alles sauber, aber der Fußboden neigte zu leichter Klebrigkeit und der Behälter für die benutzen Papierhandtücher war bereits am überlaufen. Daher => 4 Sterne
 
Preis - Leistung:
Eigentlich sind die veranschlagten Preise durchaus in Ordnung.
Mit dem "Ausrutscher" beim Essen bleiben jedoch nur 3,5 Sterne
 
Fazit
Am meisten habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich die Gummiente nicht früher reklamiert habe. Ansonsten hatten wir einen schönen Abend und haben wir uns hier wohl gefühlt.
Wenn es sich ergibt werden wir auch wieder kommen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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