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GastroGuide-User: PetraIO
hat Zur Weiher Schleife in 55743 Idar-Oberstein bewertet.
vor 4 Monaten
"Weihnachten zu Hause mit dem Menü vom Küchenmeister"
Verifiziert

Geschrieben am 29.12.2020 | Aktualisiert am 29.12.2020
Besucht am 25.12.2020 Besuchszeit: Abendessen 3 Personen Rechnungsbetrag: 75 EUR
Essen gehen an Weihnachten ist in unserer Familie tatsächlich die Ausnahme. In diesem Jahr wollten wir gerne die Gastronomie unterstützen und ich freute mich, einen der beiden Weihnachtstage nicht in der Küche zu verbringen.
Und schon platzte die Blase der Vorfreude, die Restaurants wurden ab dem 2.11. pandemiebedingt geschlossen.

Dann entdeckte ich über den neu gegründeten Lieferdienst ribir.de das Angebot der Gaststätte Zur Weiherschleife. Und dieses Angebot war genau das, worauf ich seit einiger Zeit hoffte!

Koch und Inhaber Benjamin Breckner bot 3 Vorspeisen, 4 Hauptgerichte und 2 Desserts an.
Die Menübestandteile konnten auch einzeln ergänzend bestellt werden. Und das Beste: Die die Lieferung der bestellten Speisen erfolgt kalt und wird zu Hause erwärmt / fertig angerichtet. So kommt das Essen zur gewünschten Zeit heiß auf den Tisch!

Ich informierte meinen Bruder, mich am 1. Weihnachtsfeiertag nicht stundenlang in die Küche zu stellen und sendete ihm die Weihnachtsspeisekarte als neuesten Wunschzettel. Auch er war begeistert über das Angebot.

Wir entschieden uns alle drei als Vorspeise für:
Pikantes Cremesüppchen von Apfel und Kürbis, verfeinert mit steirischem Kernöl - € 4,20.

Zum Hauptgang entschied sich mein Mann für:
Seeteufelmedaillons an Champagner-Krustentiersoße, mit sautierten Kaiserschoten und Tagliatelle - € 19,80.

Mein Bruder liebt die klassischen Gänsegerichte zur Winterzeit und vermisste sie, bedingt durch die Restaurantschließungen des 2. Lockdowns, schmerzlich. Es war klar, wofür sich mein Bruder entschied und schloss mich an.

Für uns beide zum Hauptgang:
Geschmorte Gänsekeule in Rotwein-Orangensoße mit Rahmwirsing und getrüffeltem Kartoffelpüree - € 16,80. Dazu bestellte ich vorsichtshalber eine zusätzliche Püreeportion zu € 4,00.

Mein Bruder und ich verzichteten auf ein Dessert. Mein Mann wählte aber gerne eines seiner Lieblingsdesserts: Cremé Brûlée (in der  Feuerschale, mit  Mini-Flämmer) - 5,50.

Unsere Bestellung sendete ich per eMail an die Weiherschleife und erhielt umgehend eine freundliche Bestätigung von Herrn Breckner.

Ich war schon sehr gespannt, ob das alles so klappt.

Der freundliche ribir-Kurier klingelte am 1. Weihnachtstag zur Mittagszeit an unserer Haustüre. Das Geld hatte ich schon passend bereitgelegt und wir tauschten Ware gegen Bares.

Eine große, schwere und liebevoll weihnachtlich dekorierte Papiertüte nahm ich entgegen.
Weihnachtliche Lieferung
Alles komplett, die Speisen sauber eingeschweißt.
Unser Menü
Rechnung, ein freundliches Anschreiben mit detaillierter Zubereitungsanweisung und Tipps zur Anrichte lagen ebenfalls bei.

Ich verstaute alles im Kühlschrank und hatte nun Zeit mit Ehemann und Bruder einen Ausflug in unsere schneebepuderten Hunsrückhöhen zu unternehmen und Frischluft zu tanken. Genau so hatte ich es mir gewünscht.
1. Weihnachtstag und ein bisschen Schnee
Als wir am Abend alle Appetit hatten, machte ich mich in der Küche ans Fertigstellen der Speisen. An Rezepte und Anleitungen halte ich mich nie so richtig. Und so entschied ich mich, die Vorspeisensuppe nicht vakuumiert im Wasserbad zu erhitzen. Ich leerte die Suppenbeutel in einen Topf und erhitzte sie vorsichtig. Mir war es einfach angenehmer mit der Suppenkelle unfallfrei in die Terrinen umzufüllen, statt mit den heißen Wabbelbeuteln zu hantieren. Erst am am 23.12. hatte ich beim Versuch, Schokoschalen mit Luftballons herzustellen, unsere KOMPLETTE Küche mit Schokosprossen (inkl. Tapete, Decke, Fenster, Gardinen, Petra) eines explodierenden Luftballons "verschönert".

Das Erwärmen klappte im Topf prima. Ich richtete die Suppen mit dem Kürbiskernöl an und röstete zusätzlich noch ein paar Kürbiskerne für den Knusper.
Cremesüppchen von Apfel und Kürbis
Die feinsämige Suppe schmeckte uns Dreien ausgesprochen gut.
Cremesüppchen von Apfel und Kürbis
Der Apfel gab der Suppe eine gewisse Frische und Leichtigkeit. Als pikant würde ich sie nicht bezeichnen, aber die Würze war so sehr passend und mit feinem Eigengeschmack von Kürbis und Apfel.

Bei der Zubereitung der Hauptspeisen entschied ich mich dazu, die Gänsekeulen samt Beilagen (ohne die zusätzliche 3. Püreeportion) im Dampfgarer fertig zu garen. Hier hielt ich mich an Herrn Breckners vorgegebene Garzeiten.

Parallel erhitzte ich den Seeteufel, Zuckerschoten und Pasta wie vorgegeben im Wasserbad.

Ich hätte auch alles im Dampfgarer garen können, aber bei den unterschiedlichen Garzeiten hätte ich den Dampfgarer zu oft öffnen müssen und das mag er gar nicht.

Nach nur 21 Minuten waren alle Komponenten unserer Hauptspeisen fertig gegart.

Auf vorgewärmten Tellern richtete ich zuerst das Gänsegericht an und parkte es im warmen Ofen. Die Portionen waren reichlich bemessen und es roch schon sehr aromatisch. Gerne hätte ich die Teller nicht so sehr gefüllt, aber die Reste ließen sich in den Beuteln nicht gut aufheben. Das muss ich nochmal üben.

Es folgte das Seeteufelgericht meines Mannes. Auch hier überzeugten die Speisen schon beim Öffnen der Beutel. Beim Seeteufel hatte ich etwas Bedenken, die die dünne Haut schien mir nicht sauber entfernt, das konnte ich nun nicht mehr ändern.

Gespannt nehmen wir Platz.

Die dampfenden Gerichte rochen verführerisch gut. Auf die ersten Bissen erfolgte breites Grinsen, wir waren alle hochzufrieden.

Die Gänsekeule war saftig und zart. Und die Soße hatte ordentlich Geschmackstiefe, einfach nur klasse.
Gänsekeule
Das Püree hatte ich nach dem Öffnen kurz probiert. Fein und zart, aber der Trüffel war mir zu verhalten. Trüffelcarpaccio in Öl haben wir immer im Vorrat und so wurde das Püree kurzerhand mit ein paar Trüffelscheibchen gepimpt. Der Wirsing, glücklicherweise ohne Speck, schmeckte ausgezeichnet.

Meine Befürchtungen beim Seeteufel waren unbegründet. Mein begeisterter Mann ließ mich probieren. Keine störende Haut, der Seeteufel wunderbar saftig in der aromatischen Krustentiersoße.
Seeteufelmedaillons
Die Tagliatelle auf den Punkt al dente und auch die Kaiserschoten mit fein gewürfelten Zwiebeln noch mit leichtem Biss.

Es stellte sich die Dessertfrage. Für meinen Bruder und mich wären noch 2 Portionen Marzipanparfait (ohne Schokoschale) von Heilig Abend übrig gewesen. Aber wir waren einfach zu satt.

Auch mein Mann brauchte eine ordentliche Pause bis zum Dessert. Bei meiner Bestellung notierte ich, dass der Flämmer vorhanden sei. In unserem weihnachtlichen Genusspaket war er trotzdem vorhanden.
Leider reichte die Gasfüllung des Flämmers im Feuerzeugformat nicht, um die Zuckerkruste ausreichend zu karamellisieren. Und mein Flämmer war nicht ausreichend gefüllt. Also gab es die Cremé Brûlée nur mit leichtem Knack.
Cremé Brûlée
Fazit:
-  Alle Erwartungen erfüllt bzw. übertroffen
-  Meine Küche war innerhalb weniger Minuten aufgeräumt
-  Der Koch ist verliebt, denn an den Getränken kann er leider zur Zeit nichts verdienen.
   Der Salzgehalt war aber noch im Rahmen und wir hatten feine Naheweine (rot zur Gans, weiß zum Fisch)
   zum Menü.
-   Mein Bruder war sehr stolz auf „sein“ Menü – denn er entschloss sich, die Rechnung unseres
   Weihnachtsmahls zu übernehmen.
-   Ich suche verzweifelt nach Benjamin Breckners Menü „Silvester zur Hause“!
-  Hoffentlich war die Nachfrage nach dem tollen Menü auch lohnenswert für die Weiherschleife.
DETAILBEWERTUNG
Service
keine Wertung
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
keine Wertung
Preis/Leistung


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