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GastroGuide-User: AndiHa
hat Berglesstube Erich Klein in 73663 Berglen bewertet.
vor 3 Jahren
"Netter Biergarten mit anständiger Küche"
Verifiziert

Geschrieben am 25.07.2017 | Aktualisiert am 25.07.2017
Besucht am 18.06.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 28 EUR
Seit wann gibt es eigentlich das Berglesstüble?
Es muß irgendwann in den 90ern gewesen sein als das ehemalige Waldhorn aufgab und mit einem Elsässischen Pächterpaar und ebensolcher Küche zwar noch mal kurz auflebte nur um dann anschließend seither geschossen zu sein.
Damals gab es kurzfristig keine Einkehrmöglichkeit mehr im Hauptort der Gemeinde.
Dies, so vermute ich mal, nutzte die Familie Klein um sich damals zu positionieren und das Berglesstüble auf dem Hof zu errichten.
Wie sie früher lief kann ich nicht mehr sagen aber in späteren Jahren, als „Erich’s Biergarten“ dazu kam war ich schön öfter Gast auf ein Bier mit und ohne Fahrrad.
Ja, gegessen habe ich dort auch schon vor dem hier abgehandelten Besuch, aber noch nie etwas darüber geschrieben. Das letzte Mal war ja auch schon eine lange Zeit her.
 
Dies sollte doch nun mal geändert werden.
Schließlich ist zumindest „Erich’s Biergarten“ schon ein kleines Pfund mit dem hier lokal durchaus gewuchert werden kann.
 
Im Haus ist es recht rustikal eingerichtet und tendenziell eher frugaler Art aber nicht ungemütlich.
 
Thema soll aber jetzt und hier der Biergarten sein.


 
Dieser macht einen wirklich schönen und gemütlichen Eindruck. Terrassenartig gestaltet, mit teilweise altem Baumbestand und mit Pergolen voller Wein behangen sieht er wirklich sehr schön aus.
Ein Träumchen hier in der Gegend für durstige Radfahrer und Wanderer.
Die Tische sind dagegen eher einfacher gehalten und die Stühle (Metallklappstuhl mit Holzbeplankung, analog zu den Tischen) nicht für Bremer Puderpopos zufriedenheitsfähig. Ein 5-Gang-Menu würde so mancher darauf nicht aushalten. Ein 5-Gang-Menu welches ausschließlich aus Hopfenkaltschalen bestünde ließe sich dort aber hervorragend bewältigen.
Allerdings muß man dafür, wie bei jedem größeren Menu, Zeit mitbringen.
 
Hast Du groß Durst und Hunger
dann vergiss den Alltagskummer...
...nimm Dir Zeit und kehre ein
in die Bergles-Stube zu Familie Klein.
 
heißt es auf der HP.
Ja, Zeit benötigte es als wir eintrafen, unseren Platz selbstständig wählten und ich zur Getränkeschänke am Grunde des Biergartens ging.
„Boah, lass den Schurz wackeln, der Umsatz ist gewaltig“ war beim Wirt irgendwie nicht angekommen.
Seelenruhig wurde Position für Position abgearbeitet.
Ein permanent offenstehender Kühlschrank ließ mich von Kristallweizen (aus der Flasche) zu Hefeweizen (vom Faß und durch den Kühler gejagt) umschwenken.
Da half auch das gute aber eher lauwarme Zureden des Wirtes nicht, welcher mir erklärte, daß der Kühlschrank extrem tief eingestellt wäre. So oft wie er geöffnet (und dabei regelmäßig offen gelassen) wurde, das kann nach meinem Gefühl irgendwie nicht gut gehen.
Egal, ich bekam mein gut gekühltes Weizen (0,5l zu 3,10) und meine Frau ihr Spezi (0,5l zu 2,80).
Zeitgleich nahm ich die dort ausliegenden kartonierten Karten mit und wir suchten uns gemütlich sitzend und schlürfend unsere Wünsche heraus.
Übersichtliche Speisenauswahl und gutbürgerliche Grundausrichtung. Nichts Anderes hatten wir erwartet.
Nachdem das erste Weizen von der Hitze umgehend assimiliert wurde begab ich mich wieder in die Tiefen der Selbstbedienung bezüglich der Order der Essen. Natürlich nicht ohne den Zapfmeister nochmals in Schwung zu bringen.
Oh, hoppla, da war gerade eine Zapfmeisterin am werkeln. Und noch mal hoppla, das ging ja richtig fix. Essenswunsch abgeben und Bier mitnehmen fast im Handumdrehen. Hat mir gefallen! (und den Kühlschrank bekam sie auch zu nachdem Getränke entnommen wurden).
 
Zeit das zweite Bier selbst zu genießen und nicht vom Zentralgestirn wegsaufen zu lassen. Zeit sich mit der Lieblingsfrau zu unterhalten und Zeit zu genießen, daß das Leben uns einfach reich beschenkt hat.
 
Nach angenehmem Zeitgenießen kam dann irgendwann die verzapfte Schankmeisterin und schaute in den Biergarten mit zwei SchniPoSa (9,80) in den Händen.
Hoch die Hände, Wochenende!
Auf unser Zeichen hin verschwanden die Fragezeichen in ihrem Gesicht und sie servierte uns die Schnitzel mit Pommes und im nächsten Gang den Beilagensalat.


 
Zwei schöne und gut aussehende Schnitzel erreichten unseren Tisch.

Der recht gleichmäßigen Bräunung nach tippte ich im ersten Augenblick fast schon auf Fritteuse aber da war wohl eher ordentlich Fett in der Pfanne was ihren ausgesprochen guten Geschmack mit angenehmer, passender Würze recht gut tat. Einzig, daß sie punktuell etwas sehnig waren hatte mich leicht gestört. Ansonsten waren es gute, anständige Schnitzel.
Die Pommes, in reicher Menge, waren mehr als zufriedenstellend. Das passte.
Passend war auch der Salat. Wie gerne in solchen Häusern hier in der Gegend war jeder Einzelsalat separat angemacht und gewürzt. Er traf damit natürlich ebenfalls meinen Geschmack. Frisch war er überdies.
 
Bleibt noch zu erwähnen, daß die terrassenförmige Lage sicherlich nicht für bewegungseingeschränkte Menschen toll ist. Im untersten Bereich geht es aber durchaus ebenerdig. Zudem sind die Toiletten im Haupthaus nur über ein paar Stufen zu erreichen und, jetzt wird’s noch etwas untoller: Ein Toilettenwagen im Hof ist für die unmittelbare Notdurft im Biergarten zuständig, da das Haupthaus dann doch ein paar Meter weiter zu gehen bedarf. Den Charme dieser Kirmestoilette brauche ich wohl nicht zu beschreiben.
 
Zur Rechnungsbegleichung ging es wieder nach unten und mit einem ordentlichen Bon und doch angenehm schlanken 28.50 verlustig gingen wir dann doch ganz zufrieden nach hause.
 
Es ist wie es ist. Netter Biergarten in durchaus schöner Lage. Das Essen ist bodenständig und überwiegend gut.
Das Bier ist kalt und der Wirt ist alt. Blöder Spruch aber es reimt sich so schön.
Mit dem Fahrrad und als Wanderer eine gute Einkehr.
Zu vorangegangenen Besuchen kann ich nur noch sagen, daß sie damals (2-3 Jahre her) auch einen guten Rostbraten und Wurstsalat konnten.
Ich schlage sicherlich hier wieder mal auf. Und sei es nur für ein Bier und mit dem Fahrrad.
 
 
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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