La Fattoria
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Höhenbergstr. 10, 82229 Seefeld
Restaurant Take Away Pizzeria
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GastroGuide-User: AndiHa
hat La Fattoria in 82229 Seefeld bewertet.
vor 2 Jahren
"Nette Lage, schöne Terrasse, gute Pasta, schwaches Holladriöö"
Verifiziert

Geschrieben am 02.09.2017 | Aktualisiert am 02.09.2017
Besucht am 16.08.2017 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 64 EUR
Prolog
Tag 4 unseres Kurzurlaubes im Fünfseenland in Oberbayern.
Der Aufenthalt war in einer Pension mit ÜF und die Hauptmahlzeiten sollten auswärts eingenommen werden.
Soweit der Plan.
Geplant war auch ein formidables Wetterchen und insoweit hatte es durchaus hingehauen.
Spät frühstücken, eine Kleinigkeit unternehmen, nachmittags war ich dann mit dem Fahrrad eine mehr oder weniger große Runde unterwegs und dann…
…ja dann. Dann sollte es mittags und/oder gegen Abend was zu essen geben. Hier gab es auch ausreichend Restaurants und Wirtschaften aber mit der Netzpräsenz und damit insbesondere mit Bewertungen sah und sieht es doch recht mau aus. Auch auf anderen Portalen.
Gewechselte Pächter und damit verschlechterte Küche musste man mühsam herausfiltern. Auch zum Teil verblichene Häuser und so weiter machten die Einkehren zu einem kleinen Glücksspiel.
 
Jetzt geht’s los
In diesem Glücksspiel zogen wir dann am Abend des vierten Tages das fünfte Los. Das La Fattoria Ital. Rest. Pizzeria Schützenheim (ich kann nix für den Namen, so steht er groß auf der Rechnung) in Seefeld.
Die Mädels waren diesmal auch mit von der Partie. Die Freundin unserer Tochter lud uns zum Dank für die Tage zum Abendessen ein. Dabei wäre doch der Dank auf unserer Seite gewesen, hatten wir so doch keinerlei Bespaßungsaufgaben zu erledigen und dadurch absolut entspannte Tage.
 
Sei’s drum. Der o.g. Italiener machte auf entsprechenden Seiten im Netz eine ganz gute Figur und die erwähnte Terrasse war an diesem sonnigen und warmen Tag unser Ziel.
Das Haus liegt naturgemäß etwas außerhalb des Ortes auf einer kleinen Anhöhe. Vor dem Haus gibt es mehr als ausreichend Parkplätze. Dann gilt es rechter Hand noch einen Weg hoch zu gehen um auf die Terrasse, welche talseitig gesehen im ersten Stock liegt, zu gelangen.
Linker Hand kann man sogar hoch fahren was aber nur für bewegungseingeschränkte Mitmenschen erlaubt ist. Dort geht es dem Augenschein nach ebenerdig in’s Haus.
Da wir aber ja so supersportlich sind quälten wir uns die rechte Seite hoch mit direktem Zugang zur, zu der Zeit noch zurückhaltend besetzten, Terrasse.


 
Zügig wurden wir von einem Bedienerich (vielleicht war’s auch der Cheffe, man bekam mit der Zeit zumindest den Eindruck) mit reduzierter Serviceoptik sehr freundlich begrüßt und uns wurde die Wahl zwischen den vielen freien Tischen gelassen.
SCHATTEN! An diesem Tag ein sehr wichtiger Standortfaktor! Gut dreiviertel der Terrasse war von schönem alten Baumbestand beschattet und von daher gab es keine Frage. Ein Tisch am Rand und im Schatten. Sehr schön. Die Aussicht weiter vorne wäre zwar noch etwas traumhafter gewesen aber dort war eben auch noch Sonne. Diesen Preis zahlten wir gerne. Auch so war es sehr angenehm zu hocken und dem zu harren was kommen wollte.
Es wollten kommen: Die Karten. Wie auch die Frage ob es schon Getränkewünsche gäbe. Klar gab es diese. Was braucht ein ausgepowerter Extremsportler nachdem er gerade durch die Wand 30 Höhendezimeter durchkraxelt ist? Natürlich etwas Isotonisches. Möglichst natur (-trüb) mit um die 5 Volt in der Halbliterklasse um den Akku wieder auf zu laden.
Die Mädels gaben sich mit einem Aqua Panna (ich meine 0,7l zu 4,40) zufrieden. Meiner Lieblingsfrau war es nach einem Spezi (0,5l zu 3,20).
Die flüssigen Erste Hilfe Gebinde kamen recht zügig und angenehm gekühlt. Uns wurde aber durchaus weitere Zeit gelassen die Karten zu durchstöbern um uns schlüssig zu werden was es denn werden sollte.
 
Die Mädels wurden zum Teil auf einer eingelegten „Extra-Karte“ fündig und orderten
Cannelloni Ricotta e Spinacci, wie der Name schon sagt mit Riccotta und Spinat gefüllte Cannelloni (9,50) und
Rigatoni Proschiutto, also mit Schinken und Sahnesoße (6,90).
 
Wir Alten entschieden uns für einen Salat mit Thunfisch, Zwiebeln und Ei (8,70) vorweg und je eine Pizza.
Einmal mit Tomaten, Käse, Schinken und Pilze (6,90) zzgl. Zwiebeln und Knoblauch (+0,30 resp. 0,50) und einmal
Tomaten, Käse, Salami, Pepperoni (8,20) verfeinert mit den Extrawünschen Knoblauch (0,50) und Kapern (1,-).
 
Warum der Salat „Großer gemischter Salat mit…“ hieß und nicht „Insalata con Tonno bla….“  oder die Pizzen nicht irgendwelche Phantasienamen hatten das weiß ich leider nicht ist aber durchaus aufgefallen. Vielleicht liegt Oberbayern doch nicht gar so weit im Süden als daß man dieser italienischer Begriffe durchgängig gewahr wäre und der Wirt musste allzu oft noch übersetzen und hat daraufhin irgendwann die Karte komplett eingedeutscht. Oder es war unnötig wie ein Kropf da die überwiegende Mehrzahl der Besucher sowieso Deutsche und nicht Italiener sind.
Wir werden es wohl nie erfahren.
 
Langsam füllte sich die Terrasse dann doch merklich und umgekehrt dazu leerte sich mein Gebinde mit dem isotonischen Lebensretter gar lebensbedrohlich. Aber wo wären wir denn gewesen wenn nicht umgehend Ersatz hätte beschafft werden können?! 
 
Nach angenehm kurzer Zeit kam der Insalata der nicht so heißen durfte an den Tisch.

Und, ja, vielleicht war es das dann doch zurückhaltende Erscheinungsbild welches ihm die Adelung als Insalata verweigert hatte. Allerdings schmeckte er ganz gut und war auch durchgehend mit einem netten Essig-/ Öldressing angemacht Nur ganz leichtrer Nachwürzbedarf war festzustellen welcher durch bereitgestellten Essig und Olivenöl zunebst Pfeffermühle und Salzstreuer umgehend behoben wurde. War in Summe doch ganz ordentlich und hatte geschmeckt.
 
Jetzt kommt der schwierige Teil:
Die profunden Beschreibungen der Mädels zu ihren Gerichten erstreckten sich in einem „sehr lecker“ (Rigatoni) und einem „auch gut“ (Cannelloni).




Jedenfalls waren sie zufrieden und ich vernahm auch sonst keinerlei Klage. So hielten „sehr lecker“ und „auch gut“ ihre Wertung bis zum Schluß.
Zumindest die hohlgebohrten und gerändelten Teigwaren machten auch quantitativ mächtig Eindruck und wurden nicht ganz bezwungen. Die „auch gut“ waren noch irgendwie gratinartig überbacken und beide Gerichte waren mit einer Art Roseblüte aus Rote Beete geschmückt.
 
Die Pizzen waren ordentlich groß und zeigten sich optisch recht ansprechend.




Leider waren es damit auch fast alle der herausragenden Attribute. Ok, richtig gut war auch noch der Belag. Darunter fiel es mit dem eher langweiligen Allerweltssugo schon spürbar ab und wiederum darunter war ein Teigfladen der recht trocken daher kam und auch recht würzarm war. Das Trockene setzte sich am Rand fort und machte ihn auch nicht zum Bringer. Nix mit luftig, locker und doch kross. Schade.
Als schade war auch das Fehlen der Pepperoni auf meiner Pizza zu bezeichnen. Daraufhin angefragtes scharfes Öl kam umgehend an den Tisch und entpuppte sich ebenfalls als recht geschlechtsneutral. Mit gutem Willen konnte man ein kleines Prickeln heraus schmecken. 
Beim besten Willen, diese Pizzen waren nicht schlecht! Aber die Bewertungen allerorten im Netz ließen schon auf etwas mehr hoffen als auf leicht schwächlichen Mainstream.
 
Die Mädels hatten danach doch noch Lust auf Süßes.
So fand sich als Nachtisch noch ein Duetto Mousse (5,90) bei den beiden Naschkatzen ein.
Hier tauten sie irgendwie auf denn das Fazit der Beiden war: „extremst gut“.
Das glaubte ich gerne, denn es sah auch so aus.


Was aber auch zu sehen war, war, daß es wohl schon einige Zeit kühl gestellt und nicht erst vor kurzer Zeit hergestellt worden war. Ein paar leicht angetrocknete Stellen entgingen mir (und meiner Frau) nicht. Das taten wir aber nicht kund und die Nachtischlerinnen genossen in vollen Zügen.
 
Fazit:
Ein in Summe eher durchschnittliches Holladriöö in Oberbayern.
Die Terrasse ist großzügig und sehr einladend. Bedienerich freundlich und nett. Aber der Hauptgrund unseres Erscheinens war das Essen du das eher ambivalent. Konnte Pasta und Co noch mitreißen waren die Pizzen eher schwächere Vertreter ihrer Zunft. Knappes Mittelmaß. Die Beste Pizza der Gegend  (O-Ton im Netz) habe ich hier nicht gefunden. Und wenn dem doch so war dann tut mir die Gegend aufrichtig Leid.
Man kann hier durchaus essen, sollte aber eher Pastahunger mitbringen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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