Lennis im Hotel Lennhof
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Menglinghauser Str. 20, 44227 Dortmund
Restaurant Hotel Tagungshotel Ausflugsziel Erlebnisgastronomie
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GastroGuide-User: uteester
hat Lennis im Hotel Lennhof in 44227 Dortmund bewertet.
vor 2 Wochen
"Gute Kochleistung mit Mut zu neuen Interpretationen klassischer Speisen im schönen Ambiente"

Geschrieben am 10.01.2019 | Aktualisiert am 12.01.2019
Besucht am 07.01.2019 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Gute Kochleistung mit Mut zu neuen Interpretationen klassischer Speisen. Schönes Ambiente und aufmerksamer Service.

Was lange währt, wird endlich gut. Vor langer Zeit hatte ich schon mehrfach das Restaurant „Lennhof“ aufgesucht, war eigentlich immer zufrieden und nun wurde es endlich Zeit, dort wieder einen „Besuch“ abzustatten, zumal auch die Inhaberin Frau Sandra Karparti uns auf der GourmeDO ausgezeichnet verwöhnt hat und wir versprachen, das Restaurant aufzusuchen.

Der Lennhof ist in einem schönen restaurierten Fachwerkhaus aus dem 14. Jahrhundert im südlichen Stadtteil Dortmund-Menglinghausen untergebracht. Früher war dies einmal die „gute Stube“ des BvB Dortmund vor der Saisonvorbereitung und die Spieler waren in dem dazugehörigen Hotel untergebracht.


Schönes Ambiente des Restaurants in einer offenen Deele mit oberen Galerien, einem großen bodentiefen Fenster (hier war wohl früher das Tor), hellbrauner Holzfußboden, helle Tische mit hellen und gepolsterten Stühlen. Tische schön eingedeckt mit grauen Filzsets, Edelstahlbesteck für mehrere Gänge, einem schönen großen Weinglas, einem Trinkglas, 1 kleine Vase mit frischen Blumen, 1 Glasteelicht, einer schönen Aluminiumflasche mit Jordan-Olivenöl, weiterhin eingedeckt mit einem verchromten Platzteller, weißen Stoffservietten mit Kardinalshutfaltung, weiße viereckige Porzellansalz- und Pfefferstreuer und einem kleinen Porzellanteller für das gereichte Brot. Sehr geschmackvoll eingedeckt.
eingedeckter Tisch





Wir wurden an dem Abend von einem freundlichen jungen Mann begrüßt, der uns in die Mäntel abnahm und uns in den Restaurantbereich begleitete und uns anbot, uns einen Tisch auszusuchen. Wir wählten einen schönen Tisch unter der Galerie.

Vorab wurde uns eine Etagere mit dreierlei Dips (Butter, Bärlauchbutter und Gänseschmalz sowie dreierlei Salzsorten) und einem kleinen Korb mit zwei verschiedenen frischen Brotsorten serviert. Insgesamt alles sehr ansprechend und gut mundend, das Appetit auf die nachfolgenden Speisen machte.
vorab Brot und Dips

Die Speisenfolge begann mit einem Amuse: Auf einem kleinen weißen gebogenen Porzellanteller wurde eine mit einer Geflügelfarce gefüllte Wan-Tan, die auf einem Tomatentatar ruhte, begleitet von einer Kräutercreme. Ein sehr gelungener – auch optisch – geschmacklicher Auftakt.
Amuse

Aus der Speisenkarte wählten wir:

Als Vorspeise eine Geflügelessenz mit frischem Marktgemüse und Trüffelklößchen (8,00 €). Diese Vorspeise wurde – dem heutigen Mainstream entsprechend – auf einem Holzbrett serviert, darauf eine Tasse mit der Geflügelessenz und daneben ein „Reagenz“-Glas, ebenfalls gefüllt mit Essenz. Die Geflügelessenz kraftvoll, sehr gut schmeckend, ebenso die kleingeschnittenen Gemüse sowie die Trüffelklößchen.
Geflügelessenz

Eine der Hauptspeisen war Zanderfilet „Finkenwerder Art“ mit grünem Spargel und Kartoffelpüree (18,00 €). Ich erwartete eigentlich die traditionelle „Finkenwerder Art“, zubereitet mit Speck und in dem Fisch gefüllte Nordseekrabben, wurde jedoch bestens überrascht: Vorab: Eine gelungene Interpretation dieses Gerichtes: Der Zander gebraten, leicht saftig, gelagert auf grünem Spargel, umrahmt von einer sehr wohlschmeckenden aufgeschäumten Kokosmilchsoße (ein Gedicht!).  Das Ganze umlagert von Nocken Kartoffelpüree, eine Nocke eingelagert in einem Ring angebratenem Speck (sehr schön rösch und noch leicht biegsam, prima gemacht) sowie einigen gewärmten Weintrauben und zwei essbaren Blüten. Alle Achtung, das war insgesamt Klasse!
Zanderfilet Finkenwerder Art

Meine Begleitung wählte aus der Speisenkarte Geschwenkte Rote Garnelen mit Ruccola und Pinien-Erdapfel-Risotto (19,00 €). Auf einem viereckigen Porzellanteller wurden die roten Garnelen serviert, unter ihnen das „Risotto“, das aber leider nicht den Ansprüchen meiner Begleitung entsprach: Dies war mehr ein lauwarmer  Kartoffelsalat, leider mit noch rohen Zwiebelstückchen vermengt. Dies empfand meine Begleitung nicht als gelungene Interpretation eines Risottos, zumal sie rohe Zwiebelstücke und wenn sie noch in kleiner Menge vorhanden sind, absolut nicht mag. Die Garnelen allerdings waren top gegart, am Rücken aufgeschnitten, entdarmt, schön glasig, noch mit der Schwanzspitze versehen , gut gewürzt. Links und rechts der Speise war noch eine Krustentiersoße aufgebracht, die okay war. Da meine Begleitung mit dem Risotto nicht einverstanden war, servierte die Küche als Ersatz 5 frische und handgeformte Gnocchi mit Kräutern und Buttersoße vermischt. Diese waren perfekt gegart und von wundervollem Geschmack, so dass dies bei einer Wiederholbestellung dieses Gerichtes anstatt des Risottos gewählt würde. Danke für die gute Reaktion der Küche!
Rote Garnelen
zusätzliche servierte Gnocchi zu den Roten Garnelen als Beilage

Da meine Mutter schon zu sagen pflegte: „Ein Essen ohne Dessert ist kein Essen“ bestellte ich mir noch ein Dessert: Pralinen-Parfait an Tranchen von der gebeizten Saftorange (9,00 €). In der Mitte eines viereckigen Porzellantellers thronte die Praline, umrahmt von einer Schokoladenhülle, innen Schokolade. Leider  war diese Praline für ein Parfait (Halbgefroenes) zu fest. Dennoch schmeckte diese Praline sehr gut. Links und rechts lagen noch insgesamt 5 dünne Scheibchen von Saftorangen, begleitet von einigen roten Johannisbeeren und einigen Minzblättern.
Pralinenparfait

Als Getränke wählten wir 0,75 l Mineralwasser Selection (5,90 €) sowie 0,2 l Riesling von Bücklin-Wolf (6,00 €), 0,2 l Weiburgender von Geil (6,50 €) – alle offen ausgeschenkt, aber auf Wunsch wurde jedes Mal auch die entsprechende Flasche gezeigt.

Insgesamt ein schöner Abend, der nach einer Wiederholung verlangt.

(Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Der Service, geleistet von einem jungen Mann und einer jungen Frau, sehr freundlich. Allerdings gab es zwei kleine Fauxpas zu Anfang: Auf den Wunsch meiner Begleitung nach einer Weinkarte, wurde diese  nicht ihr, sondern mir gereicht. Warum? Frauen können doch auch lesen und entscheiden oder? Und zweitens: Wenn man die Platzteller wegräumen möchte, dann bitte den Gast darauf aufmerksam machen und nicht die Teller entziehen, wenn der Gast noch das Brot speist. Und: wenn man den Gast begrüßt und ihm aus dem Mantel hilft, so wäre es eine schöne Geste, dies auch beim Abschied des Gastes durchzuführen, ihm in den Mantel zu helfen, oder? Ich denke, das könnten Anfängerfehler sein, die man schnell abstellen kann. Ansonsten waren wir mit dem Service zufrieden. So muss ich bei der Bewertung des Services einen Punkt abziehen.

Meine Bewertung:  4 – gerne wieder
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder,
5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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