Zurück zu Restaurant Schlossgasthof im Welcome Hotel Residenzschloss
GastroGuide-User: PetraIO
hat Restaurant Schlossgasthof im Welcome Hotel Residenzschloss in 34454 Bad Arolsen bewertet.
vor 6 Jahren
"Schönes Hotel mit zu beseitigenden Schwächen"
Verifiziert

Geschrieben am 24.02.2015 | Aktualisiert am 25.02.2015
Besucht am 20.02.2015
"You are welcome": Der Slogan des historischen Residenz-Hotels am Schloss in Bad Arolsen!

Bei der Anfahrt empfing mich der Blick auf das Schlossanwesen, welches nicht zum Hotel gehört, in voller Pracht. Das Welcome Hotel mit seinen Gebäuden rechts gelegen und direkten Parkmöglichkeiten rund ums Hotel. Die Lage ist ruhig, Straßenlärm ist hier nicht möglich. Freundlicher Empfang im Hotel, alles wie erwartet, aber: Ich bewerte hier das Restaurant, nicht die Zimmer und den Wellnessbereich! Für den Abend hatten wir einen Tisch reserviert. Bewußt nicht das gut besuchte Buffet des Abends, sondern á la carte. Die Karte war einfach zu verlockend!!!

Service:
Wir wurden über den gesamten Abend sehr freundlich aufgeschlossen bedient. Drei Damen kümmerten sich wachsam um den angenehmen Service. Es wurde sehr gut auf unseren Wunsch eingegangen, die Gänge nicht zu schnell zu servieren. Immer die Nachfrage, wie wir den zeitlichen Ablauf wünschen. Bezüglich derKüchenleistung konnte das Serviceteam sich wohl nicht durchsetzen.

Getränke + Essen:
Die Speisen der gut aufgestellten Karte sind wirklich verlockend. Aber der Reihe nach:
Wir orderten 1 Flasche Wasser, Apollinaris, 0,7 l zu € 5,10
1 alkoholfreien Hugo der mit € 5,00 wie der alkoholhaltige Hugo abgerechnet wurde
1 Aperol Sprizz zu € 5,00
Die Aperitive wurden zügig serviert.
Dann entdeckte die gebürtige Düsseldorferin PetraIO Frankenheim Alt vom Fass! Scheiß auf den Aperol, der war schnell getrunken! Her mit dem Alt (in der neumodischen 0,3 l statt 0,2 l Form) zu € 2,90! DAS  IST EIN APERITIV :-)

Als "Küchengruß" wurde ein feiner und saftiger Couscoussalat mit schönem Schwarz- / Kreuzkümmelaroma und etwas Frischkäse mit Brot serviert.

Als Vorspreisen:
Wildkräutersalat mit gebratenen Tempeh-Steifen und Himbeer-Walnuss Dressing zu € 9,70.
Saisonale Blattsalate mit gebratenen Garnelen zu € 13,00

Die Salate schön frisch und bunt gemischt, feines leichtes Dressing. Die Tempeh-Streifen in schöner Vorspeisenportion, auf Nachfrage in einer BIO-Shoyu-Sojasauce mariniert, waren toll im Geschmack aber: Kalt!
Ebenso die NUR 3  Garnelen des zweiten Vorspeisensalates.
Auf Nachfrage der Bedienung habe ich die Kälte des Tempeh und der Garnelen bemängelt. Gut, einen Salat kann man weder unter die Wärmebrücke stellen noch auf vorgewärmten Tellern servieren. Es muss einfach schnell gehen, war aber nicht so.

Optimistisch schauten wir den Hauptspeisen entgegen:

Tagliarini mit gebratenem Lachs und Riesengarnelen, Passe Pierre Algen und Hummerschaum zu € 19,70.

Schön angerichtet wurde das Gericht serviert. Der Lachs in guter Portion wurde als Ikarimilachs angepriesen. Ich nehme nicht an, dass es sich um Frischfisch handelte. Er wurde noch gerade vor dem Trockenwerden, für die kurze Zeit vor dem Verspeisen, auf den Teller gerettet. 2 Garnelen (Riesen??? wo?) dazu. Die Algen (mir als Queller, Meeresspargel oder Salicones bekannt) waren auf dem Teller in homöopathischer Dosis vorhanden. Und ich liebe diese nährstoff- und mineralienhaltige Beilage mit den vielen Namen so sehr.  Der Hummerschaum dürftig und definitiv kein Schaum. Das Gericht leider wieder nur gerade noch lauwarm und äußerst schwach in der Würze.

2. Hauptgericht: Gebratenes Regenbogenforellenfilet in einer leichten Tomaten-Kapern-Vinaigrette, Baby-Blattspinat und kleinen Kartoffeln zu € 16,40 wußte eher geschmacklich zu überzeugen. Der Blattspinat, eher ein lauwarmer Salat als ein Gemüse, knackig und wunderbar gewürzt. Die Forelle kross gebraten. Leider: Wieder eher kalt als warm!

Nach dem Hinweis an den Service nach der Vorspeise hätte ich hier mehr erwartet.

Eigentlich schon satt, wollten wir doch endlich mal in den Genuss eines halbflüssigen Schokotörtchens kommen. Angepriesen mit Brombeerkompott und Pralineneis folgte der Absturz des Abends, leider. Wir teilten uns eine Portion, mangels Platzangebot im Magen (man bedenke die tolle Waffel am Nachmittag im Princess Emma :-) ). Halbflüssig kam hier gar nichts mehr aus diesem Fertigprodukt der Gastronomieschlaumeier. Der Brombeerkompott bestand aus 6 Brombeeren mit etwas Saft und das Pralineneis hätte "Stracciatella" heißen können... Dem Kind einen tollen Namen geben rettet nichts und € 7,60 war dieses Fertigprodukt nicht wert. Ein krönender Abschluß sieht anders aus.

Zum Essen gab es zwei gute Rieslinge, in der 0,25l Karaffe zu je € 5,50.


Ambiente + Sauberkeit:

Der Gastronomiebereich ist in mehrere gemütliche und schön eingerichtete Räume im historischen Gebäude unterteilt. Die Akustik stimmt, auch bei Hochbetrieb kann man sich ruhig und angenehm unterhalten. Die Tische sind schön eingedeckt. Tischdecken, Stoffservietten, frische Gerbera-Blümchen, Salz- und Pfeffermühle. Alles durchdacht. Toiletten gepflegt und sauber.

Fazit:
Bringt das Essen heiß, raffinierter gewürzt und nicht mit übertriebenen Begrifflichkeiten und Preisen an den Tisch, dann passt es!
Mit einer Zeche von knapp 100,-- € für den Abend kann man dies erwarten.

3 –wenn es sich ergibt wieder (aber die Konkurrenz im Ort schläft nicht!)

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder - nach "Küchenreise").
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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