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GastroGuide-User: DerSilberneLoeffel
hat Zum Goldenen Roß in 07407 Uhlstädt-Kirchhasel bewertet.
vor 5 Jahren
"Eines der wenigen Lokale mit Mittagstisch in der Umgebung"
Verifiziert

Geschrieben am 10.05.2016 | Aktualisiert am 10.05.2016
Besucht am 10.05.2016 Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 38 EUR
Die Familie hat gerufen - der Werksverkauf von DeBeukelaer-Griesson in Kahla will besucht werden. Wurde er, aber Kekse zum Mittag? Nein Danke.

Früher haben wir Jani´s Speisetempel besucht, aber nach dem letzten Desaster (siehe Bewertung), ist uns die Lust auf dieses Lokal vergangen. Die Lokale im Umkreis: Mittags geschlossen. Da war doch was in Uhlstädt...? Und es liegt auf dem Weg nach Saalfeld, dem nächsten Ort der Werksverkäufe...

Sprachs und fuhr auf den Parkplatz des an der Hauptstraße gelegenen Lokales.

Das Lokal ist barrierefrei zu erreichen, wir nahmen allerdings auf dem Freisitz vor dem Lokal Platz, da das Wetter dazu einlud. Die Toiletten wurden ebensowenig besucht wie der Innenraum, hierzu kann ich leider nichts sagen. Allerdings ist vor dem Lokal ein Aushang, welcher auch mit den Speisekarten übereinstimmt, leider aber nicht mit der tatsächlichen Abrechnung.

So wurden die einzelnen Speisen auf der Abrechnung teurer abgerechnet, als diese auf der Karte verzeichnet waren. Mein Würzfleisch steht mit 3,50 € angeschlagen, auf der Rechnung mit 3,80 €. Warum wir nicht reklamiert haben? Weil wir erst im Auto auf dem Weg die Rechnung diskutiert haben. Umdrehen? Nein, denn auch so waren die Preise angemessen.

So standen nun reell auf der Karte:
3 Mineralwasser 0,3 Liter mit sehr günstigen 1 € je Glas,
1 Softdrink (Cola-Mix) 0,5 Liter zu fairen 2,20 €
1 Würzfleisch zu 3,80 €
1 Spargel, Schnitzel Wiener Art, Kartoffeln zu 13,90 €
1 Schweinemedaillons überbacken, mit Rotkraut zu 7,50 €
1 Schweinegulasch mit Klößen und geschmelztem Gemüse zu 8,10 €

Die Getränke kamen schnell und gut gekühlt an den Tisch. Sehr gut, weil es an diesem Tag in Richtung 25° ging. Die Servicekraft war sehr freundlich, mit uns und den teils recht naiven Sprüchen der uns begleitenden Rückbänkler nachsichtig, dafür ein Dank!

Der Freisitz hat sich dann noch recht schnell gefüllt, Bestellung um Bestellung ging in der Küche ein. Wir haben nach einer Wartezeit, die auf frisches Essen schließen ließ, auch frische Ware bekommen.

Den Anfang machte das "Rotkäppchen" für meine Mutter. Eigentlich ein Kinderessen, zwei Scheiben Schweinelende, mehr gekocht als gebraten, somit etwas fester im Anschnitt. Obenauf eine Käsehaube, eine handvoll knuspriger Kartoffelkugeln und Rotkraut. Und zusätzlich etwas Weißkraut und Gurke. Die Kugeln hätte ich fast geklaut, diese sahen lecker aus, der Rest war gut, so war zu vernehmen.

Als nächste Speise wurde der Spargel serviert. Eine ordentliche Portion, ein großes Schnitzel nach "Wiener Art", geschmolzene Butter mit feinen Bröseln auf dem Spargel und dazu Salzkartoffeln. Für den Preis wirklich viel, auch meiner gegenüber Fleisch recht kritischen Schwester hat es gut geschmeckt. So gut, dass im Auto ein Jammern anhob, welches die zu große gegessene Menge betraf.

Dann wurde Gulasch gebracht. Schweinegulasch, dazu Klöße nach thüringer Art, geschmelztes (Kaiser-)Gemüse dabei. Optisch schon einmal sehr schön angerichtet, auf Wunsch auch eine reduzierte Portion - aber noch immer ausreichend für einen normalen Hunger. Meine Tante, die Verzehrerin des Gulasch, isst zwar in der Regel langsam, aber diese Geschwindigkeit war doch verdächtig,. Auf meine Nachfrage, wie denn das Essen sei, wurde mir beschieden: "Die Klöße sind sehr gut." Was übersetzt heißt, dass der Rest dann eben wenigstens nicht sehr gut ist. Auf dem Teller blieb dann auch das meiste des Fleisches übrig. "Gemüse war gut", war noch zu entlocken. Was mich veranlasste, einen Probierhappen zu nehmen. Das Fleisch war recht fest von der Konsistenz, innen atypisch dunkel, eher wie Rind - oder Pferd. Die Sauce war recht sauer, nicht im Sinne von verdorben, sondern wie Zitrone oder Essig. Wir konnten uns erst keinen Reim darauf machen, haben dann aber vermutet, dass etwas von der Worcesterhire-Sauce in die Sauce gegeben wurde. Was dann auch die Färbung des Fleisches erklären würde. Satt wurde die Esserin trotzdem, somit das die Fleisch-Fehlleistung in Richtung Sauerbraten zu verschmerzen.

Den Abschluss der Serviertätigkeit bildete mein Würzfleisch. Wo immer in den Ostländern ich dieses bekommen kann, esse ich es. Es sei denn, es gibt Sauerbraten ;-) So auch an diesem Tag. Wie bisher fast überall, habe ich auch heute die Bestellung nicht bereut. Schade, dass es Würzfleisch immer nur als Vorspeise in einer sehr, sehr überschaubaren Größe gibt. Ich würde es auch als Hauptspeise akzeptieren. Ein kleiner Tiegel, überbacken mit Käse, dazu zwei Hälften gerösteter Toast, ein Fläschchen der guten Sauce und einen Schnitz Zitrone. Und ich war erstaunt und musste dabei etwas grinsend an den Kollegen "Wastel" denken - in einem Zitronenquetscher. Endlich mal ein Lokal, in dem man nicht die Zitrone zwischen den Fingern ihres Saftes berauben muss.
Neu war für mich diese Variante - mit Möhrchen und Erbsen. Der Geschmack war gut, ich habe schon Schlechtere gegessen, allerdings konnte es an den Spitzenreiter in Kleinhettstädt nicht anknüpfen. Als Vorspeise und auch für sich gesehen eine gute Wahl.

Wenn jetzt noch die Preise aus der Computerkasse auf die Preislisten vor dem Kunden angepasst werden (oder umgekehrt), dann bekommt das Lokal meine volle Empfehlung. Ich schaue auch wieder vorbei, dann aber innen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


hbeermann und 5 andere finden diese Bewertung hilfreich.

Lobacher und 5 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.