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GastroGuide-User: simba47533
hat Fruits de Mer in 66111 Saarbrücken bewertet.
vor 2 Jahren
"Es war wie jedesmal: sehr gut!"
Verifiziert

Geschrieben am 23.05.2017 | Aktualisiert am 30.05.2017
Besucht am 22.05.2017 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 112 EUR
Mit unserem Besuch (Verwandtschaft aus Leipzig) haben wir gestern am Abend wieder einmal im "Fruits de Mer" gegessen. Einer Reservierung unsererseits hätte es diesmal nicht bedurft; waren wir zunächst die einzigen Gäste und konnten nach Belieben unter den Tischen wählen, kamen später noch zwei ältere Herren und ein einzelner "Versprengter" hinzu. Erstaunlich, wo es hier doch ansonsten abends  immer gut voll war und ohne Reservierung so gut wie nichts lief. Hat etwa die Küchenleistung stark nachgelassen? Sollte es diesmal der berühmtberüchtigte "Griff ins Klo" werden? Nichts von alledem! Etwas lästig fand ich, dass wir das Gespräch der beiden Herren ungewollt bis ins letzte Detail mitbekamen, ob wir wollten oder nicht; der Gastraum ist eben klein.. Eigentlich war es eher ein Monolog; der eine Herr schmiss dabei mit den Namen berühmter Sterneköche nur so um sich, schiss ihn quasi damit zu. als ob er mit ihnen seit Jahrzehnten familiären Umgang pflegte und bei ihnen tagtäglich aus und ein ginge und "für lau" tafelte, um anschliessend ein "qualifiziertes Urteil" über deren Leistung abzugeben. Ich fand dieses "Hasengespräch", SaarländerInnen wissen was ich meine, zum Kotzen.Hier war Fremdschämen schon ein wenig angezeigt.

Zu Ambiente, Sauberkeit etc. haben GG-Kollege DerChris wie auch ich ausreichend berichtet und da sich hier zwischenzeitlich nichts ge- oder verändert hat, kann ich mir weitere Ausführungen in diesem Zusammenhang sparen. Auch der Service war wie immer sehr aufmerksam, freundlich, beschlagen und auf Ballhöhe. Dass meiner Frau anstelle des bestellten Averna zunächst ein Fernet Branca serviert wurde; was solls. Das Anti -Vampire-Getränk ging nach Miniverkostung durch meine Frau und mich zurück und Averna kam. Dafür knapse ich nun wirklich nicht an den Service-Sternchen herum. Vier Sterner für den Service, für die Sauberkeit und das Ambiente (hier wäre es nur schön, wenn die Aussicht auf die wunderschöne alte Puppenküche mit dem Smörebröd - Smörebröd - Römmtömmtömm-Koch darin nicht durch vorbereitet  gefaltete Servietten fast komplett zugestellt wäre).

Trinken und Essen: Nach wie vor gibt es neben einer großen Getränkekarte u.a. mit vielen sehr ordentlichen Weinen die gewohnte kleine gelbe Karte mit Vorspeisen und Desserts, ansonsten nur die Angebote auf zwei Schiefertafeln. Gilt dies für den Abend so gibt es für den Mittagstisch zusätzlich noch etwas Gedrucktes.

Getrunken haben wir Averna (EUR 4,00), Weizenbier (0,5l EUR 3,50) und Karlsberg Urpils (0,3l EUR 3,00); nach Wein war heute niemandem.

Meine Cousine wählte als Vorspeise (bzw. ihr Hauptgericht; so richtig Hunger hatte sie heute offenbar nicht) von der kleinen gelben Karte "Gegrillter Lachs auf Salat" (EUR 11,50). Ihr Mann und meine Frau verzichteten auf die Vorspeise; sie bestellte von den Schiefertafelangeboten "Rinderfilet in Roquefortsauce mit Bratkartoffeln und Böhnchen" (EUR 28,00) und er, auch von der Schiefertafel, "Nieren in Senfsauce mit Bratkartoffeln und Böhnchen" (EUR 19,00). Ich hätte als Vorspeise ganz gerne von der kleinen gelben Karte "Oeufs mayonnaise mit Sardelle" für EUR 6,00 genommen, ein in Frankreich durchaus beliebter Starter. Nachdem ich aber von Vorbesuchen  wusste, dass  man hier lediglich drei hartgekochte und mit Mayonnaise überzogene und mit einem einzigen Sardellenstreifen belegte Eihälften bekommt, habe ich Abstand genommen. Sechs Euro gebe ich dafür nun wirklich nicht aus. Nur ich wählte ein Dessert (natürlich von der kleinen Gelben): den "Colonel" für EUR 6,00. In Sachen Hauptgericht orderte ich auch die Nieren.

Als kleinen Gruß aus der Küche gab es neben französischem Weißbrot zwei Scheibchen von mit Öl übergossenem Schinken; sehr fein. Sehr fein waren auch sämtliche Gerichte. Verliebt war der Koch jedenfalls nicht; die Böhnchen (leider keine Speckböhnchen) konnten jeweils eine kräftige Prise Salz vertragen. Das Rinderfilet kam wie bestellt medium und schmeckte ganz ausgezeichnet, die Roquefortsauce erschlug den Fleischgeschmack nicht, die Kalbsnieren waren einwandfrei, die Senfsauce pikant und die Bratkartoffeln waren wirklich schön kross. Auch Lachs und Salat mussten sich geschmacklich nicht verstecken. Der "Colonel" war wie immer: zwei Kugeln Zitroneneis, großzügig mit Wodka "geflutet". Für Essen und Trinken vier Sterne.

Preis-/Leistungsverhältnis: nicht immer so ganz stimmig, siehe z.B. die "Oeufs mayonnaise". Kalbsnieren in gleicher Küchenqualität bekomme ich im "Adler" für EUR 16,80 und auch ein Rinderfilet bekomme ich mit den gleichen Beilagen wie hier für weniger als EUR 28,00. Gutgemeinte dreieinhalb Sterne.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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