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GastroGuide-User: simba47533
hat Confisserie Cafe Schubert in 66111 Saarbrücken bewertet.
vor 3 Jahren
"Ob wir mit einer der Tagesempfehlungen mehr Glück gehabt hätten ?"
Verifiziert

Geschrieben am 09.09.2016 | Aktualisiert am 11.09.2016
Besucht am 08.09.2016 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 28 EUR
Die alteingesessene "Confisserie Café Schubert" ist mit ihren Kuchen, Torten und Pralinen weit über die Grenzen der Landeshauptstadt Saarbrücken bekannt. Das Credo von Karin Schubert-Hintze, die in dritter Generation seit  2004 das Unternehmen führt, ist laut Schubert-Homepage "Qualität aus Leidenschaft". Für die Patisserie-Produkte, die wir kennen und sehr schätzen, mag dies durchaus gelten. Nicht jedoch für die Angebote der Speisekarte; da haben wir schon manche Hochs und viele Tiefs erlebt. Gestern war ein ausgesprochenes Tief. Ich habe mir vorgenommen, bei "Schubert" künftig nur noch Süsses zu mir zu nehmen. Denn da ist die Qualität wenigstens stets gleichbleibend und auf wirklich hohem Niveau, für Herzhafteres gilt dies mit Sicherheit nicht.

Der Service im Hause Schubert ist sehr bemüht, allerdings nicht immer freundlich. Zumindest gilt dies für das Stammhaus in der Sulzbachstrasse. Da geht man in der Filiale Schwarzenbergstrasse, das ist zumindest unser Eindruck, weitaus entspannter und gelassener zu Werke. Hier wie da sind die Service-Damen im etwas gereifteren Alter und schon lange in Schubert-Diensten tätig. Der Sulzbachstrassen- Service wirkt schlicht und ergreifend verkniffener und gestresster, lässt sich dann im Aussenbereich auch zu Kommentaren wie: "Soll ich wegen Ihnen über die Tische springen, damit ich noch schneller bei Ihnen bin ?" (nicht an uns gerichtet, ich habe das nur aufgeschnappt) hinreissen. In einem Brauhaus ist Ähnliches an der Tagesordnung, die meisten Gäste warten dort sogar auf "deftige" und volkstümliche Äusserungen der Servicekräfte (Köbesse etc.). In Konditorei, Café oder Confisserie sollte es hingegen mit etwas mehr Contenance und Höflichkeit zugehen. Es war gestern sehr warm, das "Schubert" drinnen wie draussen sehr gut besucht und unsere Servicedame  deshalb insgesamt wohl nicht so richtig bei der Sache. An Freundlichkeit fehlte es bei ihr in jedem Fall; ich hatte den Eindruck, sie wäre gerade lieber im Freibad oder auf einer Liege im eigenen Garten anstatt sich hier um Gäste kümmern zu müssen. Na ja, Kellnern bedeutet selbst dann Freundlichkeit den Gästen gegenüber wenn man selber mal nicht ganz so gut drauf ist. Ist wohl noch nicht bis zu ihr durchgedrungen.

Die Tagesgerichte, vier oder fünf an der Zahl, sagten uns nicht besonders zu. Meine Frau und ich wählten deshalb von der Standardkarte "Hausgemachter Wurstsalat mit Bratkartoffeln" (ca. EUR 10,80; der Kassenzettel ist weg, den exakten Preis weiß ich deshalb nicht mehr und habe ihn auch nicht auf der Schubert-Homepage gefunden). Meine Frau trank dazu eine Apfelsaftschorle, genauer Preis nicht mehr erinnerlich, und ich einen Elsässer Riesling (0,25l EUR 5,20). Der Wurstsalat entsprach unseren Erwartungen nicht. Ich bezweifle sogar, dass er wirklich "hausgemacht" war; er kam wohl eher aus dem der grossen grossen "Metro"-Gebinde sprich aus dem Eimer. So wie er geschmacklich fade daherkam erinnerte er mich in der Tat an Wurstsalat von Aldi, Lidl oder Netto; haben wir ab und an auch schon gekauft, dann allerdings zuhause noch aufgebrezelt um ihn wirklich schmackhaft zu machen. Auch von der Menge her war der Wurstsalatanteil (siehe Foto) eher einer Seniorenportion  oder eines Kindertellers zuzurechnen. Wir waren beide nicht annähernd gesättigt. Gibt es ein Spray das Bratkartoffern knuspriger aussehen lässt als sie es sind? Das frage ich mich ernstlich, denn unsere Bratkartoffeln waren eher "lätschig" als knusprig obwohl sie eigentlich ganz gut gebräunt ausgesehen hatten. Wir haben ziemlich viel davon auf unseren Tellern liegengelassen, denn wirklich geschmeckt haben sie nicht. Nicht geschmeckt hat auch mein Elsässer Riesling; für EUR 5,20 darf man schon ein bisschen mehr erwarten. Dieser Wein käme für mich allerhöchstens als billiger Kochwein infrage, mehr hat er nicht drauf und dafür war er einfach zu teuer.

Fazit. Für den schnellen Hunger gibt es in Schubert-Nähe den von unserer Fußpflegerin favorisierten Thai-Imbiss; dort hätten wir für drei oder vier Euro weniger erheblich besser gegessen! "Schubert" kommt für uns weiterhin für Kuchen, Torten und Pralinen infrage, für Herzhaftes vermutlich nicht mehr. Da wir heute enttäuscht waren, kann der Gesamteindruck für speziell diesen Besuch   auch nicht mehr als zwei Sterne bringen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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