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GastroGuide-User: Minitar
hat Altes Forsthaus in 72805 Lichtenstein bewertet.
vor 4 Jahren
"Grandiose Aussichtslage"
Verifiziert

Geschrieben am 05.05.2016
Besucht am 04.05.2016
Das Alte Forsthaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Burgstil sehr malerisch auf einem Bergkamm über Honau erstellt und liegt nur 100 Meter von dem „Märchenschloss“ Lichtenstein entfernt – und verfügt über dieselbe grandiose Aussicht in das darunterliegende Tal und die Schwäbische Alb. Ebenfalls in Fusslaufnähe befinden sich die Nebelhöhle und ein groß angelegter Abenteuer-Hochseilgarten. Für Publikum in Form von Touristen und Tagesausflüglern ist also mehr als gesorgt!
 
Schloss Lichtenstein befindet sich in privater Trägerschaft, was u.a. bedeutet, dass aus allem Geld gemacht wird. Ein Parkplatz etwas unterhalb des Forsthauses kostet pauschal 2 Euro, während der Parkplatz für Gäste des Forsthauses kostenlos ist. Von dort aus hat man auch einen schönen Blick auf das architektonisch reizvolle Gebäude, den kreativ angelegten Garten und die Terrasse vor dem Haus, die quasi als „Biergarten“ genutzt wird und in Selbstbedienung funktioniert, tatsächlich auch in „Selbstzahlung“, was sehr viel Ehrlichkeit der Gäste voraussetzt. Aber offenbar hat die Wirtsfamilie Göhrum damit noch keine schlechte Erfahrung gemacht. Ein Kaffeevollautomat mit mehreren Wahlmöglichkeiten an Kaffeespezialitäten, eine sehr gepflegte Auswahl an Teesorten (wir waren begeistert von der Pfefferminze von Eilles), sowie ein gut bestückter Kühlschrank mit diversen Bieren und Erfrischungsgetränken lädt zum Selbstbedienen ein. Auch Besteck, Zucker und Milch, Senf und Mayo liegt großzügig aus. Das Geld wird in eine Kasse eingeworfen. Essen kann auf einer Karte ausgewählt und im Lokal bestellt werden. Es wird dann selbstverständlich auf die Terrasse gebracht.  An einem sonnigen Nachmittag Anfang Mai waren auch fast alle Tische besetzt mit Gästen, die Kaffee und Kuchen oder ein deftiges Vesper konsumierten – und sich natürlich sonnten.
 
Das Lokal und auch die Toiletten liegen im Gebäude im 1. Stock. Eine offene Theke lädt zum Bestellen ein. Zwei sehr gemütlich wirkende Gasträume sind mit hölzernen Schiebetüren, die an Eisenbahnwaggons erinnern, abgetrennt. Beide Räume fassen schätzungsweise zwischen 20-30 Personen und sind mit gepolsterten Bänken ausgestattet. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick, irgendwie fühlt es sich beim Aus-dem-Fenster-Schauen an, als befände man sich hoch oben, in einem Adlerhorst. Da die Schiebetüren in der Regel geschlossen sind, wird man nicht immer gleich vom Service entdeckt und hat unter Umständen an weniger frequentierten Tagen einige Zeit zu warten. Unsere Servicedame glänzte durch Natürlichkeit, Freundlichkeit, Aufgewecktheit und einer Herzlichkeit, die man bei anderen Routiniers schmerzlich vermisst. Hier fühlte man sich wirklich geborgen und willkommen. Die Bestellungen verwaltete die Servicekraft übrigens mit ihrem Handy, nicht mit einem der sonst oft gesehenen mobilen Endgeräte. Diese App hätten wir auch gerne….
 
Die Karte ist ganz nach meinem Gusto: sehr viel regionale Klassiker wie Maultäschen, Spätzle und Braten, auch saisonale Highlights wie Bärlauch und Pilzspezialitäten, etliche Salate und sehr viel Frisches. Und Speisen, die man sonst eher selten im Angebot findet, wie z.B. Ochsenbäckle, die ja gottseidank als Delikatesse wieder entdeckt werden.
 
Mit unserem ausländischen Besucher, der sehr auf Maultaschen steht, testeten wir die hier hausgemachten Maultaschen an, die so überzeugend wohlschmeckend waren, dass wir am liebsten ein paar erworben und mit nach Hause genommen hätten. Es gibt diverse Variationen in unterschiedlichen Größenordnungen (von 1-3 Maultaschen), z.B. in der Brühe, geschmälzt oder gratiniert. Die von uns gewählten 2 Maultaschen geschmälzt rangierten zwar unter „Seniorenteller“, doch darüber haben wir generöse hinweg gesehen. Die Herrgottsbscheisserle waren sehr aromatisch und ausgewogen mit Hack und frischen Kräutern gefüllt und ganz knackig-knusprig angebraten. Vermutlich sind sie auch noch kurz unterm Salamander oder im Backofen gebräunt worden. 2 Stück sättigten vollkommen, zumal sie von einem sehr schmackhaften kleinen Salat begleitet wurden (Eichblattsalat und gehobelte Rohkost, die sehr verträglich und leicht sahnig angemacht worden war). Das Teinacher medium bestellten wir in der formschönen 0,7 Liter-Glasflasche (in Tropfenform). Gerne hätten wir noch einen der Zimtpfannkuchen-Variationen versucht, die hier offenbar eine Spezialität sind. Aber das heben wir uns für den nächsten Besuch auf.  
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
Preis/Leistung
keine Wertung


PetraIO und 3 andere finden diese Bewertung hilfreich.

Keeshond und 3 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.