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GastroGuide-User: Ehemalige User
hat Good Friends in 10623 Berlin bewertet.
vor 6 Jahren
"Ich bin ein Fan von authentischer, ..."

Geschrieben am 15.05.2014 | Aktualisiert am 15.06.2014
Ich bin ein Fan von authentischer, regionaler Küche. Aber Currywurst in Berlin war mir vorgestern einfach ein wenig zu profan. Und wo gibt es neben Hamburg die besten Chinesen Deutschlands ??? Genau, in Berlin !!

Ich wäre liebe in die Peking-Ente in Mitte gegangen, aber aufgrund der Größe der Stadt und meinen späten / langen Arbeitszeiten während Geschäftsreisen fiel meine Wahl auf ein Restaurant in Charlottenburg, nicht weit entfernt von meinem Hotel und meiner Wirkungsstätte. Und Küche bis 1.00.

89 Beiträge bei Yelp, bei denen die Kenner durchaus begeistert waren (die Schweinefleisch-süß-sauer-Fraktion weniger), meine Kollegin und der Taxifahrer konstatierten nur "Ach ja, der Laden, der gerade so gehypt wird". Na ja, nicht so ein klasse Einstieg.

Das Restaurant ist recht groß und hallenartig, also schon mal ziemlich authentisch.

Angeboten wird neben der deutsch-chinesischen Standardkarte eine kantonesische Karte, farblich vom deutschen Teil abgesetzt.

Auch die Kellner waren so, wie ich sie aus China kenne: Ziemlich kurz ab, bis auch einen sehr netten, den ich beim Rauchen vor der Tür traf , der sich aber als Thai herausstellte und auch noch Tai hieß.

Es war schon 22.30 und ich orderte zunächst mal einen gemischten Dim Sum-Teller (7,80), der sich als ziemlich langweilig erwies und nur 6 Teilchen hatte. 2 davon hatte meiner Meinung nach chinesische Würste drin verarbeitet, die ich sehr mag. Aber kein Vergleich mit dem Xiao Xiang in Hamburg.

Die dazu servierten 2 Saucen waren hölle sauer-scharf und eine saure Sojasauce.

Danach war ich aber noch nicht satt und bestellte noch Mapo Tofu (11,50), ein scharfes Gericht aus Hackfleisch und Tofu. Das war eigentlich ganz lecker, aber "scharf" sollte man hier wirklich SEHR ernst nehmen. Hier gibt es keine Skala von 1 - 4 Chili, hier ist scharf wirklich scharf.

Wenn man hier mit mehreren Leuten hingeht und sich selbst ein Menü aus sanften und würzigen und scharfen Gerichten zusammenstellt, mag das angehen, aber bei so einer geballten Ladung Chili zu der Uhrzeit streikte mein Magen. Der Tofu war mir persönlich zu weich; ich mag ihn lieber fester. Nach einem Drittel gab ich auf. Ich hätte doch lieber den gegrillten Schweinebauch mit saurem Gemüse nehmen sollen, den ich am Anfang im Visier hatte.

Warum nur 3 Sterne:
- die Dum Sums waren nicht gut, vielleicht sind sie in der kantonesischen Küche kein fester Bestandteil
- allein sollte man hier nicht hingehen; mit mehr Auswahl hätte ich mich vielleicht besser anfreunden können, denn es gab schon einige andere interessante Gerichte
- ich habe unter den Gästen keine Chinesen gesehen gesehen; vielleicht waren sie alle schon weg
- den Hype konnte ich nicht so ganz verstehen.


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