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GastroGuide-User: AndiHa
hat Linde in 71409 Schwaikheim bewertet.
vor 6 Jahren
"Ein gemischtes Doppel aus italienischer und griechischer Küche"
Verifiziert

Geschrieben am 11.05.2015 | Aktualisiert am 11.05.2015
Besucht am 09.05.2015
Die Linde in Schwaikheim gibt es, gefühlt, schon ewig. Ebenso vor Urzeiten schon ein- zweimal hier gewesen und mich daran erinnert, dass es zumindest nicht schlecht war.

Ob es damals aber schon eine ungewöhnliche Mischung zwischen griechisch und italienisch war, daran kann ich mich nicht erinnern.
Da die Entfernung nach einem langen Tag nicht allzu weit führen sollte erinnerten wir uns an die Linde und zogen diese an diesem sonnigen und einigermaßen warmen Tag in Betracht.
 
Grillrestaurant – Pizzeria Linde
Das klingt, wenn man mal die Speisekarte auch schon überflogen hat, etwas, naja, anders als gewohnt.
Zieht man die Karte oder den Flyer, der mit der gesamten Speisekarte (wohl für außer Haus Bestellungen) ausliegt, dann dürfte der Inhaber namens Georgios Karafillidis wohl eher griechischer Abstammung sein. Wer dann für den italienischen Part zuständig ist lässt und ließ sich nicht herausfinden.
 
Wir kamen an dem Haus, mitten im Wohngebiet und ohne ersichtliche eigene Parkplätze, so gegen 19 Uhr an. Die warme Witterung ließ uns sofort mit einem Platz auf der eher kleinen aber netten Außenterrasse liebäugeln.
Ich sprang nur kurz rein um dort bekannt zu geben, dass weitere Gäste (es waren schon zwei Parteien anwesend) draußen Platz zu nehmen gedachten.
Vom Pizzabäcker (Herr des Hauses?) wurden wir darauf hingewiesen, dass der ebene Teil der Terrasse schon reserviert sei. Der andere Teil aber nach unserem Gusto belegt werden dürfe. Das reichte uns vollkommen. Der Teil war zwar leicht abschüssig aber noch im tolerablen Bereich. Interessanterweise wurde es gegen später ganz leicht frischer und ich denke im Nachhinein, die Reservierung wurde nach innen verlegt. Egal.
Drinnen, wie wir dann im Laufe des Abends feststellen konnten, war es dann später rammelvoll. Das Haus läuft also gut.
„Drinnen“ wird beherrscht von einer großen Theke mit Sitzgelegenheiten (die natürlich weitgehend ausgeschöpft waren) die auch den Pizzaofen beherbergt. Das sieht ganz gut aus. Es wird mit Pizza aus dem Holzbackofen geworben.
Der Rest besteht aus Massivholztischen der rustikalen Art die nicht besonders geschmückt oder drappiert sind. Ein Rundbogen im mittleren Bereich ist fast alles an Gimmick. Dennoch sieht es nicht ungemütlich, eher gepflegt aus.
 
Service:
Alsbald kam eine umtriebige, flotte und freundliche Bedienung an unseren Tisch.
Sie schien, auch im Nachhinein, die einzige Bedienung zu sein. Dennoch hatte sie den ganzen Trubel sehr gut im Griff und Zeit auch mal das eine oder andere zu erklären ohne dass man sich gehetzt fühlte. Für diese Leistung, Freundlichkeit war auch immer gegenwärtig, bei dieser Besetzung und Aufgabe eine sehr gute Leistung. Einzig, dass sie sich gegen Ende draußen nicht mehr zeigte (und mich dazu nötigte drinnen zu bezahlen und auch dort bat den Rest einpacken zu lassen) kostet den 5. Stern. Aber sehr gute viereinhalb will ich gerne vergeben!
 
Essen:
Aus der Speisekarte (in DIN A3 aus schwerem versiegeltem Papier, doppelt gefaltet) entnahmen wir dann die doppelte Küchenausrichtung.
Es gibt griechische und italienische Klassiker (zumindest für D) und sonst nicht sehr viel drumrum. Das wäre wohl auch zu viel gewesen. Schon so hat die Karte einen Umfang, der Jeden zufrieden stellen dürfte.
Gespannt wie das klappen sollte oder ob nicht doch die eine oder andere Richtung dann doch allzu stiefmütterlich besetzt ist bestellten wir dann:
 
Als Vorspeise:
Pepperoni (2,50)
Tsatziki (3,50) diese Schreibweise habe ich extra von der Rechnung abgekuckt
 
Die Pepperoni leider nicht gegrillt und ohne Knoblauch, darauf wurde aber auch zuvor hingewiesen, waren ordentlich an der Zahl und gute Eimerware.
 
Das Tsatziki hatte dafür gut Knoblauch gesehen und hatte dadurch eine nette Schärfe. Den 10%igen Joghurt hat man an der Cremigkeit schnell ausmachen können. Das passt einfach immer. Nichts einfacher als das: man nehme einen Joghurt mit hohem Fettanteil und haue Knoblauch nach Gutdünken und etwas Salz und Pfeffer rein. Besser wird es nicht. Leider schaffen das manche immer noch nicht. Seltsam. Aber hier hat alles gestimmt.
 
Die Hauptspeisen waren:
Gyros mit Pommes und Beilagensalat (10,50)
Pizza Salami mit Knoblauch und extra Käse (8,70)
 
Das Gyros war zwar etwas grob geschnitten aber von der Würze eine Punktlandung. Auch hat das Verhältnis kross/weich/saftig genau gestimmt. Knorpeliges war nicht zu spüren.
Die Pommes dazu waren passend im Frittiergrad und ansonsten anständige TK-Ware.
Der Beilagensalat hat dagegen durchaus überrascht. So gar nicht typischer Vertreter der maßgeblichen Küchen, tendierte er fast schon zu einem Abkömmling aus gutbürgerlichen Lokalen. War doch tatsächlich auch etwas Kartoffelsalat dabei. Geschmeckt hat er dann zwar nicht ganz so gut wie im Gutbürgerlichen, aber anständig war er allemal.
 
Die Pizza wiederum war sehr ambivalent!
Ein perfekter Teig mit leicht krossem und gut luftigem Rand, perfektem, dünnen und weitgehend festen Boden, könnte sich da so manch Holzofenjunkie dafür begeistern.
Auch die gewaltige Portion an (Extra-) Käse brachte keine Fettseeen zum Vorschein und so sah es schon saugut aus.
Leider war es das dann auch schon.
Der Teig an sich hatte ja noch etwas, wenn auch wenig, Würze. Jedoch der Belag und insbesondere das spärliche Sugo war derart geschmacks- und würzarm, dass es einem schon fast Leid um den klasse Teig war. Was da schief gelaufen war kann ich nicht sagen. Aber es lief heftig schief. Selbst ein „scharf“ in Form von Chilipulver konnte da nicht mehr helfen. Evtl. wäre ein Chiliöl passender gewesen aber da war „die Katz’ schon den Baum hoch“.
 
Sauberkeit:
Alles was wir in Augenschein nahmen war sauber. Auch die Toiletten machten einen sehr guten und wohl frisch renovierten Eindruck.
 
PLV:
Das ist soweit in Ordnung. Es ist tendenziell eher günstig für die Lage vor den Toren Stuttgarts. Da das „L“ aber auch mit rein spielt gibt es nur deren 3,5 Sterne.
 
Fazit:
Im oben skizzierten Fall hatte die italienische Küche heute das Nachsehen.
Da ich mir aber nicht vorstellen kann, dass eine solche Pizza den Laden so füllt glaube ich an irgendein Versehen und bin gerne bereit es ein ander Mal wieder zu versuchen. Die griechische Küche war jedenfalls anständig und gut.
 
Daher nach Küchenreise die 3 – wenn es sich ergibt wieder
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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