Arabesq
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Ludenberger Staße 1, 40629 Düsseldorf
Restaurant Ausflugsziel
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GastroGuide-User: x2x
hat Arabesq in 40629 Düsseldorf bewertet.
vor 3 Jahren
"Eine arabische Spitzenküche ? Das weiß nur Allah."
Verifiziert

Geschrieben am 10.06.2016 | Aktualisiert am 11.06.2016
Besucht am 04.06.2016 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
* Manche bezeichnen das ArabesQ als das führende arabische Restaurant im Rheinland. Ist es so ? Nun wir kannten es bisher nicht, obwohl wir die arabische Küche gerne genießen. Also auf ins Dorf an der Düssel. Das Restaurant befindet sich nicht - wie man vermuten könnte - in der Düsseldorfer Altstadt oder in der Nähe der Kö, sondern im Stadtteil Grafenberg, gut 8 Kilometer östlich der Düsseldorfer-City. Bereits das äußerliche Erscheinungsbild des Hauses erzeugt schon Aufmerksamkeit. Kein arabischer Baustil, sondern eher die kleine Ausgabe eines Stadtschlösschen mit Türmchen, strahlend weiß. Das weckt schon eine gewisse Erwartungshaltung.

* Was das Haus von außen verspricht, setzt sich innen überzeugend fort. Wirklich - ohne wenn und aber - ein arabisches "1001 Nacht" Ambiente. Sehr hohe Gewölbedecken, Mosaike im Überfluss, im Entree ein Brunnen, man erwartet das Aladin gleicht zur Begrüßung erscheint. Allah fügte es wohl das er nicht erschien, dafür aber eine freundliche und vor allem sehr hübsche junge Dame, die uns ein "Herzliches Willkommen" zelebrierte. Und das in Form von warmen Tüchern, die offensichtlich in Rosenwasser gebadet hatten. Dazu reichte sie ein Getränk das erkennbar gefrostet war. Obwohl ich der arabischen Küche sehr nahe stehe, bin ich bei Getränken aus arabischen Ländern immer sehr vorsichtig. Im Regelfall trinkt Hasimausi zuerst, um mir dann zuzuflüstern: "Nichts für Dich". Hasimausi probierte und war begeistert. Fruchtig, erfrischend, eisgekühlt, lecker - so Ihre Kurzbewertung, allerdings mit der erwarteten Anmerkung: "Nichts für Dich". - Nun ab und zu siegt die Neugier und ich wagte ein Schlückchen zur Probe. Um es kurz zu machen, es blieb beim Probeschlückchen. Können Sie sich eisgekühlte Limonade angereichert mit viel Minze vorstellen ? 

* Die Dame führte uns zum reservierten Tisch, wir nahmen Platz. Hasimausi vernichtete meine Minze-Limo und betonte nochmals den erfrischenden Effekt, den ich nicht erleben durfte. Der Tisch war ordentlich eingedeckt, die Karten wurden gereicht. Übersichtlich präsentierte sich ein Angebot, was unseren Wünschen entsprach. Natürlich arabische Vorspeisen (Mezze), etwa 10 Hauptgerichte (Dorade, Thunfischsteak, Lamm und Rind) und Dessert. Dazu noch 3 Menüs, die neben den Vorspeisen jeweils 3 Hauptgänge zur Auswahl hatten. Beiläufig wurde auch ein vegetarischer Überraschungsgang aufgeführt. Ich wollte mich ungern überraschen lassen. - Die Dame nahm unsere Getränkewünsche auf. Meine Dame entschied sich für einen Weißwein aus dem Libanon, worauf ich gerne verzichtete. Betont werden muss allerdings, dass das Weinangebot einen sehr ausgesuchten Eindruck machte, was man in arabische Restaurants nicht so häufig erlebt. Neben Wein aus "Nah-Ost", auch Weine aus französischen und italienischen Lagen. Wie (fast) üblich reduzierte ich mich auf Gerstensaft, wobei dort die Lage nicht so wichtig ist. - Schnell wurden die Getränke serviert, inkludiert mit einem kleinen Gruß. Oliven, ein Schälchen Sesam, eine Joghurt-Creme und natürlich wunderbares frisches Fladenbrot. Nett präsentiert, nicht aufwendig aber aufmerksam.  

* Die Dame die an unserem Tisch servierte - nicht identisch der Dame vom Empfang, aber genauso hübsch und genauso aufmerksam, fragte nach unseren Wünschen. Wir hatten uns beide für das Menü Abu Soli entschieden. Diese beinhaltete die in arabischen Restaurants üblichen, zahlreichen Vorspeisen. Als Hauptgerichte wählten wir das Thunfischsteak und für mich ein Rinderfilet. Das Menü war mit 43,- a Person ausgepreist, inklusive Dessert. Die Dame vom Service übersah keine leeren Gläser und machte einen aufmerksamen Eindruck. Das Restaurant war inzwischen ordentlich gefüllt. Geschätzt knapp die Hälfte der Gäste konnte man dem arabischen Raum zuordnen, was bestimmt für das Restaurant spricht. Hasimausi klärte mich auf, dass in 2 Tagen (06.06.2016) Ramadan beginnt und man bestimmt deshalb gerade jetzt nochmal ordentlich die arabische Küche zu Tageszeiten genießen kann, die dann für die nächsten rund 4 Wochen vor Sonnenuntergang verboten sind.

* Die Vorspeisen wurden serviert. Nein ich habe sie nicht gezählt. Es waren gute 15 oder noch mehr. Hübsch angerichtet in kleinen, weißen Designer-Schälchen. Obwohl wir schon vielfach und in sehr unterschiedlichen Restaurants die arabische Küche konsumiert haben, kann ich immer noch nicht alles richtig zu-oder einordnen. Das stört mich allerdings keinesfalls. Solange die Vielfältigkeit, die Produktqualität und der Geschmack überzeugt, kann ich mit meinem Unwissen vorzüglich leben. Zum Beispiel mit Frischkäse gefüllte Weinblätter, Kichererbsenpüree, frittierter Käse, Teigtaschen die gehacktes Lammfleisch beinhalten, Garnelen und ähnliches kann ich zuordnen. Aber das ein oder andere Püree aus Auberginen, Sesam, oder Pasten angereichert mit Joghurt, eine Fischcreme oder Salate die Grantapfelkerne beinhalten, wird für mich immer ein Herkunfts-oder Zubereitungsgeheimnis bleiben. Fazit der hier servierten Vorspeisen: Perfekt ! Und dass das wunderbare frische Fladenbrot mal wieder viel zu schnell verzehrt wurde, entging der Servicedame nicht. Unaufgefordert serviert sie neues Brot. Aufmerksam !

* Angenehm war nach diesem üppigen Vorspeisenfeuerwerk ein (Trink) Päuschen von guten 30 Minuten. Trotz der Deckenhöhe von geschätzt 4 oder 5 Metern, den zahlreichen Mosaiken und den weitläufigen Räumen, war die Geräuschkulisse noch verträglich. Nein es war nicht leise, aber vertretbar. Offensichtlich leistet der Holzboden eine akustische Hilfestellung. Wer es leiser haben will, soll in die Kirche gehen oder eine Moschee besuchen. Wir fühlten uns sehr wohl und gut versorgt. - Zwei Damen traten an unseren Tisch und servierten die Hauptgerichte. Das Thunfischsteak (für meine Dame) war gut präsentiert und auf dem Teller von Couscous begleitet. Beim Anschnitt des Steaks zeigte sich ein perfekt rosa und auf den Punkt zubereitetes Stück vom Thunfisch. Hasimausi bemerkte einen ganz leichten, süßlichen Beigeschmack, konnte diesen aber nicht zuordnen. Wie sich später herausstellte (nachträglicher Blick in die Karte), wurde dieser süße Hauch ausgelöst vom Dattelsirup, der sich noch auf dem Teller befand. Eine bisher noch nicht erlebte Kombination. Meine Dame lobte es ausdrücklich. Ähnliches Lob für mein Filet vom Rind. Sicherlich nicht gerade ein typisch arabisches Gericht. Die Beilagen bestanden aus einer Kartoffelcreme und einem orientalischen Gemüse, dass etwas an Paprika erinnerte, allerdings schärfer. Zum Fleisch gibt es nur eine Aussage: Perfekt. Perfekt das Produkt, perfekt den Garpunkt getroffen, perfekt angerichtet. Zufriedenheit ohne wenn und aber. Wir teilten es dem Service ausdrücklich mit. Und was fehlt noch ? Natürlich wie üblich in arabischen Restaurants - Baklava ! Also die arabische Süßspeise, bestehend aus (Schicht) Blätterteig, Mandeln, Pistazien und Rosenwasser. Tja und was wurde serviert ? Etwas Baklava, aber dazu noch Joghurt mit Rosenwasser und wunderbares Kardamom-Eis, wirklich eine Dessertüberraschung, viel mehr als erwartet. Selbst für mich, der süßes Dessert nur in kleinen Portionen ertragen kann. Aber was hier serviert wurde - Hut ab. Kreativ und lecker.

* Wir rundeten das Essen mit Mocca und Digestif ab und waren völlig zufrieden. Allah und Mohammed sein Prophet waren uns wohlgesonnen. Wir werden wiederkommen. An die Küche und ebenso an den Service ein ganz herzliches Shukran !

Fazit: Für das Essen 4,5 Sterne, ebenso für den Service, gleiches für das Ambiente. Als Gesamteindruck gerne volle 5 Sterne.

ps. Der Inhaber des Restaurants Dr. Shukrallah Na' amnieh macht gemeinsam mit seinen 3 deutschen Geschäftspartnern gerade weltweit Schlagzeilen, mit einem Startup (TunaTech) Unternehmen. Der in Japan extrem teure Blauflossen-Thunfisch ist vom Aussterben bedroht. Alle Versuche ihn zu züchten waren bisher nahezu erfolglos. Nun haben 3 Düsseldorfer Biologen eine Hormon-Methodik entwickelt, mit der die Züchtung des Blauflossen-Thunfisch möglich ist. Mit der enormen finanziellen Unterstützung (2 stellige Millionen Euro Summe) eines nicht genannten Investors aus dem Sultanat Oman, entsteht gerade in Ägypten eine Aquakulturanlage, in der die Fische gezüchtet werden sollen. Die Eröffnung ist für Ende 2016 vorgesehen. Wenn das alles wie erwartet gelingt, wird es ein Millionengeschäft.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Carsten1972 und 19 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.