Zurück zu Hacker-Pschorr Wirtshaus im alten Augustiner Kloster
GastroGuide-User: manowar02
hat Hacker-Pschorr Wirtshaus im alten Augustiner Kloster in 93047 Regensburg bewertet.
vor 5 Tagen
"Essen war besser als der Service"
Verifiziert

Geschrieben am 24.03.2020
Besucht am 23.02.2020 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 34 EUR
Geplant war für Mittag alles anders. In Regensburg war der Hauptbahnhof gesperrt wegen Sprengung des Studentenheim den Martin-Luther-Turm der über 50 Jahre stand. Natürlich lässt man sich sowas nicht entgehen da der Bus eh nicht fährt wo wir hin wollten. Erst mal die Massen an Menschen hinter uns lassen und etwas abseits gewandert. Als es dann ruhiger wurde machten wir uns auf den Weg Richtung Dom . Bei der Neupfarrkirche am Neupfarrplatz lasen wir ein Schild mit Biergarten und Wirtshaus. Es ist von vorne sehr unscheinbar , ein Torbogen mit der Aufschrift Wirtshaus im alten Augustiner Kloster. Hier durch kommt man in einen Hinterhof und ins Gasthaus. Von vorne glaubt man nicht wie groß das ist. Im Sommer gibt es hier auch einen ruhigen Biergarten abseits vom Trubel der Stadt. Eingang und Toiletten befinden sich beide barrierefrei. Parkplätze sind hier mitten in der Stadt nicht vorhanden.
 
Service
Wenn man rein kommt klingelt erst mal eine Kuhglocke und je nachdem wie sie Zeit haben kommt jemand und fragt nach für wie viele Personen man einen Tisch braucht. Bei uns ging es rasch, andere mussten schon eine Zeitlang warten. Die beiden Service Damen trugen hier einheitliche Dirndl. Die Dame begrüßte uns freundlich brachte uns zu einen Tisch und legte während wir die Jacken auszogen die Karten an den Tisch. Kurz darauf kam eine andere Dame und meinte - zu trinken-. Eine Begrüßung wäre auch nett gewesen. Diese Dame war dann auch für uns zuständig ( sagen wir mal so, wieviel sie Lust darauf hatte ) Die Getränke kamen rasch mit einem so an den Tisch und der weiteren Frage - zu essen-. Eine Nachfrage welches Dressing ich möchte ( gab zwei zur Auswahl) oder wie ich mein Fleisch gebraten haben möchte gab es nicht. Zwischen drinnen wurde ein Körbchen mit Brot an den Tisch gestellt, so richtig lieblos, ja mei mus i hoad hi stein. Die Essen erreichten uns alsbald und der Teller wurde einem mit der Ansage wer was bekommt in die Hand gedrückt. Von einer Bedienung erwarten wir eigentlich schon das sie den Teller an den Tisch stellen kann. So im Abgang meinte sie dann noch , ach- guten Appetit. Dann waren wir auch nicht mehr interessant für sie bis unsere Teller leer waren. Hier gab es ein kurzes hat es geschmeckt was nichts mit fröhlichen Faschingssonntag zu tun hatte. Ob wir noch was möchten fragte sie nicht nach. Die leeren Gläser  bemerkte sie gleich - war es Zufall - wir wissen es nicht und gehen vom besten aus. Sie meinte - noch was- und wir teilten mit das wir zahlen möchten. Mit dem Bon kam sie dann rasch wieder . Was hier mit ihr geschehen war ist uns ein Rätsel. Sie bedankte sich freundlich, fragte nach ob alles gepasst hatte, wünschte uns noch einen schönen Sonntag und verabschiedete uns freundlich. Nur mit den verabschieden haben wir als Bayern in einem bayrischen Wirtshaus ein Problem- hier sagt man NICHT Tschüss. Ach ja, wir hatten es noch besser. Am Nebentisch bekamen sie die Essen und danach erst die Getränke. Lief irgendwie nicht so rund und es war gar nicht so viel los. 2 Sterne
 
Essen
Es gibt hier eine blaue Speisekarte mit dem Namen vorne drauf. Im inneren werden die Blätter eingeheftet und ist schön aufgebaut. Sie ist nicht zu überladen aber für jeden Essensstil ist was vorhanden. Auch der Metzger wird erwähnt wo sie Fleisch und Wurstwaren her haben. Die Karte ist auch auf der HP einsehbar und aktuell.
 
Wir hatten ein Paulaner dunkel für 3,90 € und ein Münchener Kellerbier für 3,90 € . Zum essen entschieden wir uns für das Pfefferhaxerl - Spanferkelhaxe in der Pfefferkruste mit Natursoße und Kartoffelsalat für 12,40 € und den Gaucho Salat - bunte Salatauswahl mit gebratener Rinderlende vom deutschen Weiderind für 13,90 €
Beim Gaucho Salat hätte es zwei Dressing zur Auswahl gegeben - Hausdressing ( Apfel/ Senf) oder Essig und Öl. Geschmacklich würden wir sagen wurde das Hausdressing verwendet. Es war eine schöne Senfnote vorhanden, eine ausgewogene Säurenote , leicht cremig und vom würzen her passte es, es schmeckte einfach. Es war auch ausreichend über dem kompletten Blattsalat verteilt worden, so soll es sein. Nicht das ich jetzt was falsches schreibe, die beiden Chicoree Schiffchen am Rande hatten kein Dressing abbekommen, brauchen wir aber auch nicht. Genauso wie in dieser Zeit die Tomaten ohne Geschmack. Hier gab es in jedem Schiffchen ein achtel . Der Blattsalat war sehr frisch und darunter gab es noch Überraschungen. Frische schmackhafte Gelberübenstreifen, Gurkenscheiben die eigens angemacht waren und mit Dill verfeinert wurden. Paprikastreifen die mit Zwiebeln in einer Marinade lecker waren. Dann war da noch etwas was mir zu sauer war und komisch schmeckte. Spotzl meinte so eine Art Mix Pickels wie er es aus der Kindheit in Gedanken hatte. Das Gemüse war so weich und sauer und verblieb auch auf dem Teller, was bei uns selten der Fall ist. Bei der Rinderlende hatte ich ein wenig Angst, wurde nicht nach Gargard gefragt und hatte auch vergessen ihn zu sagen. Hier geht man anscheinend davon aus dass es jeder medium mag. So war es auch super klasse geraten, aber der Koch sich anscheinend nicht sicher den die Stücke wurden durchgeschnitten. Das mögen wir nicht, wir wollen wenn es nicht Streifen heißt unser Fleisch selber aufschneiden. Egal jetzt, es war super zart, klasse gegart mit frisch gemahlenen Pfeffer gewürzt und war mega lecker. Auch an Salz hatte es ausreichend abbekommen.
 
Aber warum zu so einem Klasse Gericht so ein ordinäres Baguettbrot. Geschmacklos, innen knatschig, kalt und so richtig frisch vom Bäcker schmeckte es absolut nicht. Ein Stück geteilt und mehr wollten wir nicht weiter essen, abgestempelt.
 
Die Spanferkelhaxe hatte eine schöne Größe und war super saftig und zart. Sie löste sich wunderbar vom Knochen. Die Ansage in der Karte war auch vorhanden - eine Pfefferkruste. Verschiedene grob zerstoßene Pfeffersorten gaben einen ordentlichen Geschmack ab. Man traut sich hier das angesagte wiederzugeben - Klasse, danke dafür. Die Natursoße hatte einen schönen Geschmack aber wir hätten uns ein wenig mehr anderen Geschmack dazu gewünscht wie zum Beispiel etwas Kümmel. Der Kartoffelsalat war selber gemacht , allerdings waren unterschiedlich große Stückchen vertreten und die größeren waren noch sehr knackig im Kern, sozusagen nicht ganz gar. Er war leicht schlotzig aber sehr dezent gewürzt worden. Säure wenig vertreten und auch an Salz und Pfeffer fehlte es uns ein wenig.

Es hat uns geschmeckt, Kartoffelsalat etwas mehr würzen, Mix Pickels weg lassen und das Brot überdenken , 4 Sterne
Ambiente
Wenn man rein kommt geht man erst mal durch einen Vorhang und dabei bimmelt eine Kuhglocke. Für den Service praktisch, man bekommt mit wenn einer rein kommt, aber sie bimmelt auch beim raus gehen, wieder nicht so praktisch wenn sie dann auch kommen müssen. Wenn reger Verkehr ist kann dann das aber auf die Dauer schon nerven , denn leise ist das Ding nicht. Dann steht man erst mal vor einem runden Tisch mit einem großen künstlichen Blumenirgendwasstrauß. Darüber am Lampenschirm hängen Glasvögel und wenn man sich so umschaut gibt es vieles an Deko was wir finden hier in dieses Haus nicht rein passt- oder braucht hier jemand eine „ Aladin Wunderlampe“ oder ein weißes Porzellan Pferd Duo ?
 
Es ist ein altes Gasthaus mit einer schönen Stuck Decke und was wir vom Nachbartisch gehört hatten einem Wappen an der Wand. Bilder zieren die Wand , aber auch alles etwas unterschiedlich.
 
Es gibt dunkle Stühle und helle Tische dazu. Sie sind in unterschiedlichen Größen gestellt , je nach dem wie viele Personen Platz brauchen. Ein Nebenraum ist auch vorhanden und vor dem Eintritt hier grüßt ein Bild vom KINI.
 
Auf dem Tisch gibt es ein Häckeldeckchen, darauf einen Ständer mit einer Stabkerze, Salz-und Pfefferstreuer, einen Zuckerstreuer und einen Teller mit Guten Appetit  Servietten und Besteck.
 
Wir lieben ja so alte Gasthäuser, aber man sollte sie nicht mit Krimsch-Kramsch überladen was hier nicht rein gehört. Wir finden das immer schade, einfach schlicht halten so wie es früher war. 3,5  Sterne
 
Sauberkeit

Im Gastraum war alles sauber. Auf den Toiletten gab es auch nichts zu bemängeln. 5 Sterne
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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