Zurück zu Sonne Stuben im Hotel die Sonne
GastroGuide-User: Carsten1972
hat Sonne Stuben im Hotel die Sonne in 35066 Frankenberg (Eder) bewertet.
vor 1 Jahr
"Hier scheint die (kulinarische) Sonne sehr hell......."
Verifiziert

Geschrieben am 19.03.2018
Besucht am 18.03.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 104 EUR
Und wenn meine Frau und ich schon im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind, siehe mein Bericht aus dem Schlosshotel Waldeck, bietet es sich an, über Frankenberg nach Hause zurück zu fahren. Genießer wissen wahrscheinlich schon, was ich meine. In Frankenberg residiert das Hotel „Die Sonne“ mit verschiedenen Restaurants, insgesamt ein in weiten Kreisen bekannter Ort für extrem exzellente Gastronomie.

Konsequent hatte ich also für den Sonntagmittag einen Tisch per Mail angefragt und der war unkompliziert reserviert worden. So fuhren wir also am Sonntag von Waldeck den Edersee entlang, später die Eder selber die 30 km nach Frankenberg. In Frankenberg kann man unkompliziert direkt vor dem Hotel parken. Die Innenstadt beeindruckt durch wunderschöne alte Fachwerkhäuser, es empfiehlt sich also vor dem Genuss noch ein wenig Sightseeing in Frankenberg.

Am Untermarkt residiert auch die Sonne in verschiedenen dieser Fachwerkhäuser, links vom alten Rathaus die Gastronomie, gehoben mit dem Philipp Soldan, regional mit den Sonnenstuben und etwas legerer im Bistro Philippo. Am Markt auch noch ein Geschäft mit Produkten aus dem Sonne-Universum, das Sonnenland, und ebenso gehören noch zwei externe Gastronomien in Battenberg und etwas außerhalb von Frankenberg zum gastronomischen Reich. Man ist geschäftlich sehr rege.

Für den Sonntag hatte ich einen Tisch in den Sonnenstuben reserviert. Steht man auf dem Untermarkt, und blickt zum alten Rathaus hinauf, liegt linker Hand das Gebäude mit den Sonnenstuben mit einer großen Terrasse davor.

Wir gingen hinein zu einer Rezeption und fragten nach dem Restaurant. Sofort wurden wir in Empfang genommen, die Garderobe wurde uns abgenommen und in einem Schrank verstaut, dann ging es durch eine Tür in den linker Hand gelegenen Gastraum der Sonnenstube. Auch die Kollegin an die wir weiter gereicht wurden, empfing uns herzlich und zugewandt. Wir blieben im vorderen Bereich und bekamen einen Tisch an der Rückwand zugewiesen.

Von dort schweift der Blick durch den sehr behaglich eingerichteten Raum durch große Fenster zurück auf den Platz vor dem alten Rathaus. Im Sommer lässt es sich hier wunderschön im freien Speisen, so viel ist sicher!

Die Karte wurde uns gereicht, einsehbar auf der HP, sowie die Weinkarte. In der Woche gibt es ein Lunchangebot, am Wochenende speist man auch mittags a la Carte. Eine kurze Information zu einem nicht mehr bestellbaren Gericht (Jakobsmuscheln sind aus), dann bestellten wir voran eine Flasche Wasser und schauten in das Angebot der Sonnenstuben. Die Karte ist überschaubar in der Auswahl, 4 Seiten kreative Küche mit einem Angebot für den Carnivor bis hin zum Veganer über alle Gänge. Das machte schon mal Freude. Das Wasser kam, und mit ihm ein kleiner Küchengruß

3 Sorten Brot, und drei Sorten Aufstrich, Tomate, Kräuter und ein Griebenschmalz. Inzwischen war auch die Weinkarte an unseren Tisch gelangt. Erfreulich die hohe Auswahl an offenen Weinen, und eine sehr intelligente Auswahl sehr anspruchsvoller Winzer aus Deutschland, Europa und der restlichen Welt. Ganz große Namen und große Gewächse fehlten, aber trotzdem, ich glaube nicht, dass hier jemand nicht fündig werden kann. Letztendlich wurden gewählt eine Chardonnay – Riesling Cuvee von Korrell, Riesling von Kruger Rumpf (Nahe rules!) und ein spanischer Rioja Reserva. Alle in 0,1 Liter Größen bestellt, dann kann auch der Fahrer zum Gang den passenden Wein aussuchen.

Bei der Vorspeise waren wir uns einig, für uns Beide ein Carpaccio von Seeteufel und Bio-Lachs mit Orangen-Fenchel-Salat und gebackener Krustentierpraline

Unten das Carpaccio auf dem Teller. Optisch ungewöhnlich, ich vermute, dass ein Seeteufel Filet um einen Kern aus Lachsfielt gewickelt worden war, das Ganze dann fest gepresst wurde, und an gekühlt in hauchdünne Scheiben geschnitten wurde. Resultat allerfeinst sowohl optisch wie  geschmacklich. Darauf ein wenig Klecksdekoration, aber vor allen Dingen ein äußerst leckerer Salat. Ich vermute hier, dass der dünn gehobelte Fenchel in Orangensaft minimum mariniert, vielleicht auch kurz blanchiert wurde. Heraus kam eine wunderbare Kombination von ätherischen Ölen des Fenchel, und der leicht sauren Süße der Orange. Einfach nur Schmackofatz die Pralinen vom Krustentier, hätte ich auch gerne 10 Stück davon gehabt! Wir beide waren extrem angetan vom ersten Gang!

Beim Hauptgang gingen wir getrennte Wege, meine Frau orderte hausgemachte Nudeln mit Bärlauchpesto und glasiertem Frühlingsgemüse mit frisch gehobeltem Parmesan

Sah gut aus, roch noch besser und meiner Frau schmeckte es hervorragend. Ich war mal wieder bei einem Fischgericht hängengeblieben, gebratenes Doppelfilet von der Makrele gefüllt mit Thymian auf geschmorten Süßkartoffeln und Sesam Pak Choi

Makrele hat ja nicht den besten Ruf, aber ich mag sie seit meiner Kindheit, seit den Tagen langer Räucherabende, an denen im Freundeskreis die mühsam selbst erangelten Makrelen frisch nach dem Räuchern verzehrt wurden. Außerdem sollte gerade eine anspruchsvolle Küche aus den nicht so hochwertigen Produkten tolle Gerichte zaubern. Darauf verlies‘ ich mich bei der Bestellung und war nach der Vorspeise deswegen auch nicht mehr besorgt. Der Makrele war die Gräte entfernt worden, dann war sie wieder zusammengeklappt worden, zuvor mit Thymian gewürzt. Das Resultat schmeckte äußerst gut. Dazu gab es geschmorten Pak Choi mit Sesam aromatisiert. Zu diesen beiden kräftigen Komponenten ein ideal passendes Püree von der Süßkartoffel, umlegt mit einem Saucenspiegel aus einer mit viel Soja gewürzten Sauce. Alles zusammen eine glatte Eins!

Dessert passte noch gerade eben, und auch hier bietet die Sonnenstube etwas, dass ich liebe. Wenn es für ein a la carte Dessert nicht mehr reicht, dann liebe ich es, eine gute Tasse Kaffee mit ein paar Trüffeln zu kombinieren. Und genau das geht hier, der Service bringt eine Box mit Trüffeln zur Auswahl, man entscheidet wieviel und welche Art von Trüffel man möchte und dann werden diese am Tisch belassen.

Der sehr gute Kaffee kam etwas später und wir naschten uns durch die Auswahl. Ich weiß nicht mehr alle bestellten Sorten. Gut waren, ohne wertende Reihenfolge, der Portweintrüffel, der Salzkaramelltrüffel, der Nougattrüffel, und auch die anderen, die ich nicht mehr erinnere. Alles in Allem ein feines Mittagessen.

Der Service war von hinten bis vorne eine Freude. Gut ausgebildete Damen und Herren, den Gast immer im Blick und dabei äußerst zugewandt und freundlich im direkten Kontakt. So möchte man es als Gast und hat es doch viel zu selten! Sonderlob für die Damen und Herren. Alleine dieser Aspekt kann aus einem durchschnittlichen Essen ein besonderes Erlebnis machen.

Komm ich also zum Fazit unseres Mittagessens in den Sonnenstuben des Hotel Zur Sonne in Frankenberg. Eine kreative, regionale Küche gepaart mit einem hohen Niveau in dieser sowie beim Service und dem Ambiente. Die Einkehr war eine Freude, und es sei schon verraten, wir kommen wieder, und dann werden wir auch im Philipp Soldan speisen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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