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GastroGuide-User: trebor
hat Malinas in 40476 Düsseldorf bewertet.
vor 3 Jahren
"Tak, bardzo dobrze to jest."
Verifiziert

Geschrieben am 15.11.2016
Besucht am 06.10.2016 Besuchszeit: Abendessen 6 Personen Rechnungsbetrag: 116 EUR
Die Sommer-Pause ist vorbei – alles sind wohlbehalten aus ihren Urlauben zurück. Es ist wieder Zeit sich präzisionssportlich zu betätigen. Oft funktioniert es nicht mit „Einfallswinkel = Ausfallwinkel“ und um das Seelenheil nicht zu gefährden, motivieren wir uns anschließend mit einem gemeinsam Essen.
 
Es ist herbstlich draußen und die Richtung geht zur Hausmannskost. Im demokratischen Entscheidungsprozess haben die Wahlmänner für deftig polnisch gestimmt: das Malinas.
 
Über eine Stufe betritt man den ersten Gastraum. Alles ist freundlich hell und farbenfroh. Einen sehr guten Eindruck erhält man anhand der Bilder auf der Homepage.
 
Die Tischreservierung hat funktioniert. Es war im hinteren Gastraum eine große Tischreihe aufgebaut, die wir in Besitz genommen haben. Unsere Mannstärke ist krankheitsbedingt kleiner als angekündigt gewesen. Freundlich hat man uns eine kürzere, aber breitere Tafel angeboten und wir haben uns umgesetzt.
Nach kurzem Umbau waren die „alten“ Tische vereinzelt und sofort wieder besetzt. Für einen gewöhnlichen Wochentag war das Malinas voll ausgelastet.
 
Der Service ist freundlich und Aufmerksam. Die Getränke sind schnell geordert und preislich im Rahmen: die Cola für 2,50 €, die kleine Flasche Füchschen für 3,20€ und das Erdinger Hefe a-frei für 4 €. Gegen den gemeinsamen Durst wird eine Karaffe hausgemachte Rhabarberschorle für 8,20 € geordert – diese kann aber nicht durch intensiven Geschmack überzeugen.
 
Dazu wird ein gutes Graubrot mit intensivem Aroma in Krume und gute ausgebackener Kruste gereicht. Eine Paprikabutter sorgt als Schmierstoff und gibt weitere Würze.

In den verschiedensten Infozeitschriften wird auch gelobhudelt: von "grundsympathische Pierrogeria" bis hin zu „Beste böhmisch-schlesische und polnische Küche“ ist vieles zu finden.
Ergänzt um die hauseigene Erklärung „Wir verzichten auf Konservierungsstoffe, Instantbrühen- und -soßen und überhaupt auf alle industriell hergestellten Fertig-Elemente.“ sind unsere Erwartungen geweckt und hoch.
 
Heute ist mein kritischer Blick gefragt – von Haus aus kenne ich die polnische Küche in den verschiedenen Varianten von Mutter, Tanten und der Oma.
Die Internet-Speisekarte betet mit genauer Inhaltsbeschreibung alle Spezialitäten runter.
 
Es fällt auch gleich auf, das gerade im Pierogi-Bereich reichlich Neu-Interpretationen zu finden sind – ich freue mich und konzentriere mich mit meinen Bestellungen auf diesen Bereich.
 
Der geschätzte Kollege teilt mit mir die kleine Vorspeisen-Portion Piroggen mit gegrilltem Hähnchen und gegrillter Paprika (6,60 €). Vier große Teigtaschen, gegart und hinterher in der Pfanne goldbraun überknuspert machen sofort Appetit. Die Füllung ist eine fleischig zerfaserte Hähnchenmasse. Diese ist schmackhaft, lässt aber kaum gegrillte Paprika erkennen.
 
Im Hauptgang geht es für mich mit Pierrogis "Mama Eugenia" (6 Stück für 12,90 €) weiter. Hier jetzt klassisch mit hausgemachter Pilzsoße – eränzt um Cherry-Tomaten, Rucola und geriebenem Parmesan.
Die Pierrogi wie erwartet nur gegart und mit guter Füllung. Die Pilzsoße als aromatisches Extrakt verschiedener Waldpilze ist super und gibt den richtigen Kick.
 
Hiernach bin ich pappsatt und überglücklich. Etwas Wehmut schwingt mit, denn ein Nachtisch mit Pierrogis auf Süße Art will nicht mehr passen. Für den nächsten Besuch brauche ich eine andere Essenstrategie. Das sehen auch die Mitstreiter so.
 
Die anderen Pierrogi-Gerichte liegen in der gleichen Preiskategorie und stehen meinem in der Qualität in nichts nach. Das Bigos – „ein Weißkohl-Rindfleisch-Gulasch mit geräucherter Wurst & Speck (eine schlesisch-polnische Spezialität, Wurst und Speck original aus Schlesien)“ ist authentisch zubereitet und duftet wie von meiner Tante (11,90 €).
Der Kollege hatte noch das „gegrillte, große Schweinekotelett (Rohgewicht ca. 280-300g mit Knochen), mit hausgemachten Fritten aus frischen Kartoffeln, selbstgemachter Mayonnaise als Dip, hausgemachtem Krautsalat (aus frischem Weißkohl und Möhren) und kleinem Blattsalat mit Dill-Joghurt-Dressing“.
Insgesamt geschmacklich gut –das Kotelett war gut geröstet aber leider dann zu trocken. Damit haben sich die 15,90 € für ihn leider nicht rentiert.
Hier sind dann vor allem dann die geschmorten Gerichte zu empfehlen.
 
In der Zusammenfassung also eine klare Empfehlung. Und da teile ich meine Meinung mit Tom Hanks.
 
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtgespraech/tom-hanks-neues-lieblingsrestaurant-in-der-tannenstrasse-aid-1.4271349
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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