Kaiserhof Guldental
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Hauptstr.2-4, 55452 Guldental
Restaurant Weinstube Hotel
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GastroGuide-User: Nolux
hat Kaiserhof Guldental in 55452 Guldental bewertet.
vor 2 Jahren
"Der Kaiserhof ist nach wie vor eine sichere Bank im Nahetal!"
Verifiziert

Geschrieben am 08.09.2017
Besucht am 31.08.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 115 EUR
Kaiserhof


Ein knappes Jahr ist der letzte Besuch nun her, und aus aktuellem Anlass reservierte ich vorfreudig einen Tisch eigentlich für Montag. Leider mussten wir kurzfristig absagen, konnten aber einen Tag später schon erneut reservieren, für eben jenen Donnerstag Abend. Mir sind die Tage in der Woche eh meist lieber, da ist nicht so viel los, man muss sich nicht um den Service Gedanken machen und mit etwas Glück schaut dann mal auch der Chef des Hauses vorbei.
So auch diesmal der Plan. Und heuer gab es sogar einige Neuerungen zu bewundern. Das die Karte alle sechs bis acht Wochen wechselt war bekannt. Diesmal hatte man aber dem Innenbereich ein neues Ansehen verpasst. Gab es vormals rustikales und edles Ambiente zeigt sich der Kaiserhof nun moderner. Nicht mehr ganz so nobel wie im oberen Bereich (der entfallen ist und nun zum Lümmeln auf einer großen Couch einlädt) und nicht mehr sehr rustikal, bürgerlich wie im alten Weinhaus. Es wirkt grundsätzlich heller, allein die Beleuchtung ist nach wie vor eher dezent und zurückhaltend. Inmitten des Raumes der ganze Stolz des Patron, eine lange Tafel an der man mit Barhocker sitzen darf.

Neue Tischmöbel und Ambiente

Die paar Tische sind ohne Tischdecke, allein eine Blumenvase und eine Kerze teilen sich die rustikale Tischplatte mit Messer, Gabel, Serviette und einem schönen, bauchigem Wasserglas. Die Stühle sehen sehr nach Designer aus und die eine Wand wurde mit einer grünlichen Stofftapete geschmückt. Motto: Kolibri.
Dazu gibt es türkisfarbene Sitzkissen. Das neue Ambiente gefällt durchaus. Das aber jetzt weniger Gäste als zuvor bewirtet werden können hat logistische Gründe.
Bei unserem Eintreffen wurden wir nach der Reservierung gefragt und freundlichst zu unserem Tisch geleitet. Die beiden Damen die an diesem Abend den Service machten waren für uns ebenso neu. Nur die Chefin war uns ein bekanntes Gesicht. Dennoch wurden wir (im Gegensatz zum letztjährigen Besuch) wieder wie gewohnt gut umsorgt und durch den feinen Abend gebracht.
Wir saßen kaum, wurde uns die ebenfalls neu gestaltete Karte gebracht(Achtung Mausefalle ;-)) und gleich nach einem Aperitifwunsch gefragt. Ich war mir nicht sicher, Fräulein fragten nach dem aktuellen Hausaperitif (6€) und war überzeugt. Alleine Trinken ist doof, also bestellte ich mir einen einfachen, aber sehr guten Winzersekt (0,1 / 5,20€) vom hauseigenen Weingut. (Die Geschichte hierzu habe ich in früheren Bewertungen hier erläutert)
Die Speisekarte ist stets online einzusehen und somit hatte ich mir in hoher Erwartung schon vorab mein Menü ausgesucht. Beim Fräulein ist das immer so eine Sache und tagesformabhängig. Somit musste ich ein wenig umdisponieren und die Tatsache das ein Tagesgericht angeboten wurde schmiss dann komplett meinen Plan durcheinander. Zum Glück! Also diesmal kein angebotenes Vier- oder Fünf-Gang-Menü.
Nachdem wir uns also einig waren und die Bestellung aufgeben konnten, noch kurz Ratschlag bzgl. der Weine zum Essen eingeholt. Auch hier konnte uns kompetent geholfen und mir sogar ein Wein außerhalb der offenen Weinkarte angeboten werden.

Als Gruß aus der Küche gibt es hier immer verschiedene Sorten Brot mit diversen Aufstrichen oder Dipps. Dieses Mal der der Klassiker TOMATENPESTO und eine Kugel GEFLÜGELLEBERPARFAIT (gerollt in gehackten Pistazien und Pumpernickel) Als Brot ein normales Baguette, eine rustikalere, dunklere Variante und ein mediterranes Brot mit Oliven und Tomaten. Jedenfalls alle drei Sorten sehr gut. Zum Tomatenpesto muss ich eigentlich keine Worte mehr verlieren. Ein Selbstläufer. Überrascht hat mich das Leberparfait im Brot-Nussmantel. Die Kugel war nicht mehr so kalt wie befürchtet, das Leberaroma vorhanden aber nicht zu streng. Eine feine Sache, die ich glücklicherweise alleine verputzen durfte.

Vorweg gab es noch eine Flasche Mineralwasser (Bad Camberger, 0,75/5,90€), den Sekt hatte ich schon zeitig ausgetrunken. Den Wein hatte ich erst zur Vorspeise bestellt. Eine trockene Riesling Spätlese (0,1/2,30€) vom Hausweingut. Ich tippe mal auf mindestens Jahrgang 2015 anhand des reifen Aromas. Der Wein war gefällig und konnte wunderbar mit meiner Vorspeise:


Variationen vom Soonwald Reh (18,50€)

Variationen vom Soonwald Reh

Um es vorweg zu nehmen . Das war somit das Beste was ich je essen durfte. Aber vor allem das Beste was ich jemals im Kaiserhof auf dem Teller vor mir hatte. JEDERZEIT WIEDER! Die Varianten entpuppten sich als dreierlei vom heimischen Reh. Die TERRINE war fein gewürzt und perfekt in der Konsistenz. Gebettet wurde die große Scheibe auf einem Spiegel von eingekochten Brombeeren.
Als zweites gab es „marinierte“ SCHEIBEN von der KEULE. Wenn ich es nicht besser wüsste hätte ich erst auf Schinken getippt oder etwas gebeiztes. Die Streifen waren jedenfalls sehr aromatisch. So schmeckte ich Wacholder und Piment heraus. Etwas wenig aber fein. Die Krönung waren aber die beiden perfekt gegarten Tranchen des REHRÜCKEN. Die bekamen eine Kruste von gehobelten! Erdnüssen. Das Fleisch perfekt. Saftig, hocharomatisch und einfach nur geil. Hier diente als Unterlage eine Art „Coleslaw“ . Dazu ein marinierter / fermentierter Strunk eines weißen Kohls der genauso knackig war wir der Rest. Die beste Beilage fand ich aber das Püree vom jungen Wirsing. Man war das fein. Für diese Vorspeise kann es nur 5* geben!


Mediterraner Salat von Gemüse mit Burrata und Avocado. (15,80€)

Mediterraner Salat von Gemüse und Burrata

Fräuleins Wahl vom vegetarischem Menü. Und beileibe keine Schlechte. Das Gemüse bestand aus Pilzen, grünem Spargel, Zucchini, Paprika, Stangensellerie. Dazu kleinste Würfel von Möhre und (evtl.) Kohlrabi. Alles perfekt abgestimmt und zubereitet. Die Burrata war wie erwartet sehr sahnig, mild im Geschmack und sehr frisch. Als Deko diente neben einer dünnen (leider überflüssigen) Gebäckstange, frittierter Basilikum und diverse Soßenspritzer. Die Scheibe der Avocado fügte sich gut in das Gemüseensamble ein. Ebenfalls 5*!

Fräulein ließ sich dazu einen Blanc de Noir empfehlen (0,2/6,50€) den sie dann auch zur Hauptspeise trank:


Tortelloni vom Pfifferling mit Artischocke (19,50€)

Tortelloni vom Pfifferling mit Artischocke

Alleine optisch schon wieder ein Gedicht. Vier oder fünf große Tortelloni versteckten sich unter gedünsteten Zucchinischeiben, gebratenen Pfifferlingen, der Artischocke, diversen Kräutern und ein paar Tomatenstückchen. Die Pastafüllung schmeckte intensiv nach Pfifferlingen, auch wenn die Basis aus Ricotta war. Wunderbar abgeschmeckt hatten die Nudeln noch einen schönen Biss. Und auch hier kam das Wirsingpüree zum Einsatz und passte ebenfalls wunderbar. Allein die Soße vermag ich nicht zu identifizieren. Lecker war sie allemal. 5*


Kotelett vom Schwäbisch-Hallischen Landschwein mit Tomatenravioli und mediterranen Gemüse (26,80€)

Kotelett vom Schwäbisch-Hällischen mit Tomatenravioli

Das Gericht wurde mir vorab empfohlen und habe es mit keinem Bissen bereut. Das war ne Megaportion, mindestens 350 Gramm Fleisch (mit Knochen) fast drei Zentimeter dick. Saftig, feinwürzig und äußerst schmackhaft. Sogar der leicht krosse Fettrand wurde von mir verputzt. Die Ravioli hatten mir anfangs noch etwas zu viel Biss, die zogen auf den gut gewärmten Tellern zum Glück noch etwas nach. Das gerillte Gemüse unterschied sich nicht großartig von dem der vegetarischen Vorspeise. Auch hier Spargel, Paprika und Zucchini in vorderster Front. Ich war satt und glücklich! 5*

Leider war für ein Dessert kein Platz mehr. Musste ich ja schon die Reste der Dame mir gegenüber mitessen. Diese ließ sich noch einen Espresso (2,60€) bringen. Ich begnügte mich mit dem kleinen Feingebäck welches beigelegt wurde und mit dem Rest meines roten Cuvée Royal (0,2/5,20€), den ich mir zur Hauptspeise orderte.
Dann kam noch der Chef, wir unterhielten uns ein wenig über die Neuausrichtung des Kaiserhofs und freuten uns des Lebens. Nach dem Bezahlen wurden dann noch mal die Örtlichkeiten aufgesucht und es ging leider m,al wieder viel zu früh nach Hause.


Fazit:

Der Kaiserhof ist nach wie vor eine sichere Bank im Nahetal!
Das Essen war diesmal wieder sehr nah an der Perfektion, da gibt es kaum was zu meckern. Ganz klar 5*
Der Service war diesmal wieder gewohnt kompetent, freundlich und jederzeit präsent ohne aufdringlich zu werden. So wünsche ich mir als Gast perfekten Service! 5*
Das Ambiente war und ist weiterhin genau nach meinem Geschmack. Hier passt alles, hier ist es nie zu laut und man hat stets genug Platz um nicht auf Nachbars Schoß sitzen zu müssen. 5*
Was Sauberkeit und sanitäre Einrichtungen angeht gibt es auch nichts zu beanstanden. Vorbildlich! 5*
Das PLV ist auch 5* wert. Was hier geboten wird ist jeden Cent wert!
Natürlich kommen wir wieder!


5–unbedingt wieder

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder - nach "Küchenreise")
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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