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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Weinschänke Kraatz in 17291 Nordwestuckermark bewertet.
vor 2 Monaten
"Auch a la carte fein gespeist"

Geschrieben am 03.06.2019 | Aktualisiert am 03.06.2019
Besucht am 30.05.2019 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 99 EUR
Ich war endlich wieder in der Feldberger Seenlandschaft! Das lange Himmelfahrtswochenende 2019 nutzten ein befreundetes Pärchen, meine Frau und ich wieder einmal zu einem Besuch in diesem so schönen Stück Europa. Eigentlich besuchen wir die Gutsschänke Kraatz möglichst an den Samstagabenden, wenn dort ein Gastkoch eingeladen wird und ein Menü anstatt der kleinen Bistrokarte angeboten wird, siehe dazu meine vorherigen Berichte. Aber dieses Mal war der Samstagabend geblockt durch einen noch "wichtigeren" Besuch in der kulinarischen Lehranstalt von Daniel Schmidtthaler, somit hatte meine Frau am Donnerstag, den 30.05.2019 Abends einen Tisch für 4 Personen vorab reserviert.

Somit kann ich also mal meine Gastkochberichte durch einen Eindruck der a la carte Gerichte des Weinbistro Kraatz ergänzen. Der Weg von führte uns von Fürstenhagen nach Kraatz und hinein in die gute Stube.

Helles, gewachstes Holze bestimmt diesen, ein riesiger Holzofen und Lehm verputzte Wände, sommers wie winters ein immer wieder gastfreundlicher Ort. Nachdem wir etwas Prickelndes aus Apfel und Birne noch außen in der Sonne genossen hatten, ging es zum speisen nach drinnen, da sich Regen ankündigte. Hier geht man als erstes mal durch die Apfelweinkarte, und ich landete mit meiner Wahl bei dieser Flasche:

2018 Bohnapfel trocken aus dem Holzfass, der Bohnapfel ist ein klassischer Mostapfel und wird bevorzugt vergoren. Ganz leichte Holznoten (nicht geröstetes halbes Stückfass) ergänzten den leicht säurebetonten Wein. Die Alkoholgehalte der Apfelweine machen es möglich, sich ohne Probleme eine Flasche zum Essen zu ordern, und es ist wirklich interessant, wie groß der Geschmackseinfluss einzelner Sorten wie Bohnapfel oder Boskop auf den letztendlichen Wein ist.

Zum Essen, vorweg gab es Antipastivariationen für 3 Tischgenossen mit hausgebackenem Sauerteigbrot

hervorragend hier der Wildschweinschinken aus der Gutseigenen Jagd. Die Gemüse ziemlich guter Antipasti-Standard. Mir persönlich stand der Sinn nach Suppe

Spargelsuppe, klassisch mit einer Mehlschwitze zubereitet mit einer Wildfleischwurst als Begleitung. Die Spargelsuppe war guter Standard, etwas zu viel Pfeffer war darüber gemahlen worden vor dem servieren. Die Wurst fügte sich gut ein. Der erste Gang hinterließ vier zufriedene Münsterländer. Weiter zum Hauptgang, zwei der vier will ich bewerten, weil verkostet. Zuerst die Gnocchi mit Mangold.

Die Gnocchi selber waren schon mit Gemüsen verfeinert, feine Julienne von Möhre, Sellerie und weiterem fanden sich im Kartoffel-Mehl-Teig. Dazu die blanchierten Mangoldstiele mit einer ganz leichten Mehlschwitze. Zusammen mit dem darüber gehobelten Parmesan eine leckere Sache! Für mich das Donnerstagsangebot der Kraatzer Weinschänke, Piroggen mit einem Salat

und

Ein knackig frischer Salat begleitete die Piroggen, die leicht angebraten serviert wurden. Rote Beete war drin, andere mit einer Kalbsfarce gefüllt und letztlich klassisch polnisch welche mit Kartoffel (hervorragend gut mit Muskat abgeschmeckt) und Frischkäse. Das war ein sehr leckerer Hauptgang für mich. Und weil wir alle noch nicht genug geschlemmt hatten noch ein Dessert.

Heißer Apfelcrumble mit Sahne. Was sonst auf einem Apfelweingut? Das müssen sie hier dann aber auch wirklich so perfekt zubereiten wie serviert.

Kann ich also zum Fazit kommen, 4 zufriedene Münsterländer mit recht anspruchsvollen Zungen wurden auf feinste empfangen in einem wohligen Ambiente, aufs zufriedenste bedient durch den altbekannten Service und können von einer guten Küchenleistung im Gutsausschank Kraatz berichten. Fein! Wir kommen spätestens 2020 wieder!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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