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GastroGuide-User: Gast im Haus
hat Pfälzer GenussFraktion in 76835 Hainfeld bewertet.
vor 3 Jahren
"Gute genussreiche Küche"
Verifiziert

Geschrieben am 30.04.2017 | Aktualisiert am 30.04.2017
Besucht am 30.04.2017 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 36 EUR
Nach MarcO74s  grandioser Rezension über Dominic Theobalds Pfälzer Genuss-Fraktion in Hainfeld, die noch durch Grande Borgos phänomenalem Bericht über das Meeting mit Marco zwecks Vernichtung französischer Meeresfrüchte im groß(artig)en Stil – war es ein absolutes „Must have“ den Weg ins kleine Hainfeld zu nehmen.  Da meine GöGa an diesem wunderbar sonnigen letzten Apriltag ebenso danach drängte, doch einen Ausflug in die Pfalz zu machen, konnte ich Beides zum eigenen Vorteil vereinen und ein frohes „Auf ihr Brüder in die Pfalz“ anstimmen.
 
Fahrten in die Pfalz an solchen Sonnentagen unterliegen dem Problem einer gewissen Massenflucht in diese Richtung, wobei die Spezies derjenigen, die die 70km/h, die an manchen Straßenkreuzungen einzuhalten sind. großzügig über die gesamte Strecke – unsinnigerweise teilweise auch incl. Ortsdurchfahrten – einhalten. Zumeist sind das auch die ersten ieiner langen Schlange dahinter, die man als zwanzigstes Fahrzeug leider auch nicht en passant rechts liegen lassen kann.
 
In Edesheim bewiesen dann auch drei Fahrzeuge mit Kennzeichen SÜW, dass Ampeln an Baustellen vermutlich unnötig sind, kamen die doch, kurz nachdem unsere Ampel auf grün geschaltet hatte und vier Fahrzeuge und wir in die Baustelle eingefahren waren, munter auf der einspurigen kurzen Baustelle entgegen. Gsd war Gruppe in meiner Fahrtrihtung so flexibel, zwischen die Baken auf die gesperrte Spur auszuweichen - worauf dann erst massives Winken die SÜW-Fahrzeuge wieder Fahrt aufnahmen – die erste Fahrerin beschwerte sich auf meine bei geöffnetem Fenster gestellte Frage, ob sie die Ampelregelungen in der Fahrstunde verstanden hätte,  dass es so schlimm sei – das wäre ihr jetzt schon dreimal passiert. Soviel zu Autofahrern  mit SÜW –Kennzeichen – Vorsicht die – Sind Übel Wild.
 
In den engen Sträßchen von Hainfeld mit dem Lagebild von Google Maps im Kopf und einer falschen Hausnummer im Navi-System lenkt uns die Dame im Cockpit zuerst zielsicher zum Weingut Koch – nicht das, was wir suchen, aber auch ein „Self-Service“ der bei dem strahlenden Sonnenwetter bereits kurz nach halb eins voll von Pfälzer-Schorle-Trinkern , Schnitzelessern und Platzsuchenden überbordet. Wir wollen auf die andere Ortsseite- Richtung Weingut Hundemer, auf dessen Gelände sich auch das Objekt unserer Begierde befindet - Achtung Parkplatzsuchende – entweder 30m vorher bereits in Richtung der Ausschilderung Weingut Hundemer abbiegen und landwirtschaftliche Flächen dem Hinweis  P folgen- oder aber wie wir dann hinter dem Ort rechts ab in den Wirtschaftsweg  entlang der Straße zurück Richtung Dorf und an der  PGF- Wiese, auf der einige Gartenmöblierte Tische platziert sind dann tricky auf den Parkplatz einzubiegen.
 
Vor dem Sandsteinhaus der PGF sind die Aussenplätze direkt an der Straße in voller Sonne, nur teilweise beschattet bereits gut besetzt. Doch wie wir bei unserem ersten Fehlversuch gemerkt hatten – in der Sonne verglüht, im Schatten erfriert man und ab und zu kommen wechselwarme Windböen, die nachweisen, dass der April noch vor wenigen Tagen Schnee gebracht hatte.
 
Wir gehen also rein in das sehr geschmackvoll moderne Innere. Die Selbstbedienungs-Theke mit Getränkeausgabe und Wärme-Pass begrüßt einen als Erstes – im Vergleich zu früheren Jahren sehr ungewohnt – inzwischen bei Restaurants mit Aussenfläche wohl wieder üblicher (so wie früher in den Pfälzer-Wald-Vereinshäusern) und Innen sind alle Plätze noch frei. Wir nehmen einen wunderschön großen Tisch, der mit Zwei Stühlen wie für uns gedacht zu sein scheint. An der Wand hängt auf ein Bilderrahmenglas geschrieben die aktuelle Speisekarte:
 

 
Auf dem Tisch liegt eine kleine viereckige Mitteldecke mit zwei Wurstdosen – eine umfunktioniert als Teelichtbox auf kleinen Kieseln – in der anderen ein Blumentopf, weiter 2fach eine laminierte Getränke- und ebenso eine Speise-Karte, deren Inhalt auch im Internet nachgelesen werden kann. (Kleiner Tipp am Rande -  es gibt Dosenöffner, mit denen man den sehr scharfen Rand von Pullring-Dosen wegbekommt)


Der junge Mann hinter der Theke, der wohl neu im Job ist und vom Chef persönlich in Kaffeemaschine und den Wärmepass wie auch die Klingelboxen für die SB-plätze außen eingewiesen wird,  kommt an unseren Tisch – ich bestelle ein Glas vom bereits von Grande Borgo benannten Chardonnay-Sekt (o,1l 5€) – allerdings scheint es da bei der Versorgung Probleme zu geben (evtl. Folge von Grande Borgo und Marcos-Besuch??). Das und dann tatsächlich kredenzte Glas prickelt wirklich auch geschmacklich wunderbar jeden Champagner an die Wand – top. (Könnte nach Hörensagen evtl. ein Sauvignon gewesen sein – verwunderlich gut). Ebenso scheinen auch die Riesling Bestände gelitten zu haben – ein Pinot Grigio – freiwillig Grauburgunder genannt -Schorle (Pfälzer Art = 0,5l ) wird von uns nominiert und eine Flasche Mineralwasser (0,75l) – beide jeweils zu angenehmen 3,50€. 

Schorle und Sekt

Unsere Entscheidung fürs Essen steht – die Pasta  des Tages- mit grünem Spargel, Tomaten-Sugo, Rucola und Gran Padano zu 11,50€ für meine Frau – und für mich wird es das Winzersteak vom Schweinenacken mit Riesling-Zwiebeln und frittierten neuen Kartoffeln zu 12,50€ ( was ich auf einem Teller, den ich beim Reinkommen im Außenbereich sah, zunächst für Kalbsleber gehalten hatte).
 
Dominic Theobald kommt an unseren Tisch – und platziert den Sekt vor meiner Frau, Schorle vor mir – auf meinen Hinweis, beides sei für meine GöGa – das Wasser für mich – sagt er, ihm würde das auch so gehen, wenn er mit seiner Frau in ein Restaurant gehe und er einen Salatteller und seine Frau ein Steak bestellt, dann wird ihm automatisch der Steakteller hingestellt – ein Schicksal, das zartgebaute Männer wohl teilen (Grand Borgo geht es Dir auch so, oder isst Du deshalb lieber allein?).
 
Nach angenehmer Wartezeit werden uns von Dominic Theobald auch die Speisen gebracht – eingedenk der vorherigen Diskussion tippt er allerdings fälschlicher Weise darauf, dass ich die Nudeln bekäme - was jedoch eher daran liegen  wird, wie er die beiden Teller je in eine Hand genommen hat.
So sieht das Ganze aus:

Pasta mit grünem Spargel , Tomaten-Sugo , Rucola, Gran Padano

 
Die Pasta (Penne rigate)  sind al dente, dazu schräg geschnitten feste, leicht angedünstet/gebratene dünne Scheiben vom grünen Spargel, eine tomatisierte Sugo lecker gibt mit leicht scharfem Nachklang in Verbindung mit dem Rucola und dem Gran Padano einen wunderbaren, geschmacklichen Gesamtklang, meine Frau ist begeistert – was mir natürlich noch besser gefällt, als die gute Probegabel die für mich dabei abfällt.
 
Winzersteak (Schw.-Kamm) mit Reisling-Zwiebeln und neue Kartoffeln frittiert


Das  Winzersteak sind zwei gut geschnittene Scheiben Schweinenacken – mit all dem, was einen komplett entbeinten Schweinenacken so ausmacht -  verschiedene Strukturen, leichte Sehnen, nur kleine Fettzähren. Das Schweinesteak ist top gebraten, durch -dabei noch leicht rosig im Inneren, saftig, überhaupt nicht trocken und geschmacklich vollmundig.

 Letzteres wird durch die Riesling-Zwiebeln unterstützt – die leichte Süße der roten Zwiebel, dazu der Riesling und ein Fleisch-jus von dem ich nicht sagen kann, woher die über die minimale Zwiebelbindung die leicht angedickte Soße kommt. Auf dem Teller sind weiter kleine halbierte neue Kartoffeln in Schale fritiert, die aber wie aus der Pfanne bzw. dem Backofen wirken. Die recht festen Kartoffelhälften bieten nur geringe Chancen, den schmackhaften Rieslingsoßen-jus der Zwiebeln ohne Zwiebel oder das Fleisch aufzunehmen. So fallen die Kartoffeln leider geschmacklich leicht gegenüber Zwiebel und Fleisch ab – bringen aber die notwendige Sättigungsgrundlage. Selten habe ich ein so gutes Winzersteak serviert bekommen – Lob an die Köche!
 
Fazit – auch wenn die Speisekarte nicht mit so einem Sonderereignis der Pariser-Fischmarkthallen-Platte im Standard aufwartet (erst wieder im Dezember, also in sieben Monaten  auf den Plan kommt) nichtsdestotrotz ist die einfache kleine Speisekarte interessant, die Küchenleistung schlichtweg gekonnt, die Weine vermutlich sehr süffig -   das PLV stimmt - so wird die Pfälzer Genuss-Fraktion in unsere „Da gehen wir unbedingt wieder hin“­ Liste aufgenommen, (zumal wir jetzt den Weg zum Parkplatz kennen).
Danke an Mark  und Grande Borgo für den Tipp!    
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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