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GastroGuide-User: Jenome
einen Beitrag zum Pizzeria Rosario in 01900 Großröhrsdorf geschrieben.
vor 2 Jahren
"Der Pizza-Ofen glüht wieder"

Geschrieben am 14.06.2017
Der Name Rosario ist geblieben. Den Teig in der Großröhrsdorfer Pizzeria an der Bischofswerdaer Straße knetet Pierri Rosario aber seit dem Jahresanfang nicht mehr. Nach fast 20 Jahren hatte er sich aus dem Geschäft in Großröhrsdorf zurückgezogen und die Pizzeria verkauft. Schon damals kündigte der Ex-Chef aber an, dass der Holzofen nicht lange kalt bleiben soll. Den heizt jetzt Patrizio Parente an – wie sein Vorgänger gebürtiger Italiener. Aus Neapel, betont er – quasi der Heimat des italienischen Traditionsgebäcks, sagt Parente. So geht auch sein Rezept für den Teig auf ein Rezept zurück, das seit vielen Jahren in der Familie weitergegeben wird. Was die Besonderheit ausmacht, sei natürlich geheim, sagt Patrizio Parente.

Seinen jüngeren Bruder Claudio hat der Italiener gleich mitgebracht. Gemeinsam schmeißen sie seit Kurzem den Laden und haben jetzt im Vergleich zum Vorgänger auch mittags geöffnet. Es spreche sich inzwischen herum, sagt der Chef, während sein Bruder im Ofen nachlegt. Eine Kiste mit Buchen- und Eichenscheiten hat er gerade hereingeschleppt. Ein paar davon lodern in der Kuppel des Ofens in angemessenem Abstand zu drei Pizzen, auf die schon eine Familie im Biergarten draußen wartet. Mit der Pizzaschaufel und geübter Hand dreht Patrizo Parente das Gebäck, damit es gleichmäßig bei 300°C bräunt. Fünf Minuten brauchen die Pizzen etwa. Sein Bruder hat mit den Bestellungen zu tun. Er lässt schon wieder einen Pizzaboden in der Luft kreisen, bis er die richtige Größe erreicht hat. Das sei Gefühlssache. Dann kommen die Beläge drauf: zum Beispiel Salami, Paprika, Oliven, Zwiebeln. Und „nur italienischer Mozarella“, versichert Patrizio Parente, bevor das Backwerk in den Ofen kommt. Dort ist schon wieder eine Pizza fertig. Mit geübtem Schwung gleitet sie von der Schaufel in den Karton und kann abgeholt werden.

Seit 30 Jahren backe er Pizza, erzählt Patrizio Parente, seit 25 Jahren in Deutschland. Zuletzt in Dresden auf dem Neumarkt als Angestellter. Da habe er erfahren, dass für die kleine Großröhrsdorfer Pizzaria ein neuer Betreiber gesucht wird. Er habe die Chance genutzt, sich selbstständig zu machen. Er kenne sich auch gut mit Holzöfen aus: Eine Pizza aus dem Holzofen habe eben einen ganz besonderen Geschmack. „Es gibt nichts Besseres“, ist sich ein Gast sicher. Er holt gleich Pizza für vier Mann aus der Frühschicht: „Gerade die Calzone kriegt keiner so hin“, schwärmt der Mann und muss los, seine Leute haben Hunger.

Viele Pizzafreunde waren Ende des Vorjahres traurig, als Rosario schloss. Nun flackert wieder ein Feuerchen im Ofen der Pizzeria Rosario: „Einen guten Namen soll man nicht ändern“, sagt der neue Chef. So hat seine Pizzeria zwar innen und außen frische Farbe bekommen, aber der Name ist geblieben. Auch auf der Karte hat er viel Bewährtes übernommen. Aber ein paar neue Akzente setze er schon, wie mit der Pizza La Grotta mit Thunfisch, Krabbe, Meeresfrüchten und Knoblauch oder der Pizza Mafia. Es ist die Spezialität von Patrizio Parente. Der Name passe schon zu Italien, sagt der Chef und lacht. Die Zutaten habe er selbst zusammengestellt. Und so darf die Pizza Mafia mit Chili und Knoblauch auch ein bisschen schärfer sein. Für den nächsten Kunden gibt es aber erst mal eine Pizza Parma mit echtem Parmaschinken. Bruder Claudio Parente jongliert mit dem Teig und lässt ihn von Hand zu Hand fliegen. Patrizio Parente säubert den Ofen mit einem Besen, damit die nächste Pizza knusprig bräunen kann.

gefunden bei SZ Online/Kamenz


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