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GastroGuide-User: AndiHa
hat Pizzeria La Sicilia in 73614 Schorndorf bewertet.
vor 2 Monaten
"Was haben wir hier erwartet? Nach erster Inaugenscheinnahme durchaus weniger als dann überraschend geliefert wurde"
Verifiziert

Geschrieben am 09.02.2019 | Aktualisiert am 09.02.2019
Besucht am 03.02.2019 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 29 EUR
Es war mal wieder an der Zeit ein neues Haus zu entdecken. Meine liebe Frau und ich hatten einfach mal wieder Lust darauf. Oder andersrum: Wir waren unerschrocken einem eventuellen Tiefschlag gegenüber.
Und wenn man gerade sowieso in Schorndorf und dazu so unerschrocken ist, dann schaut man mal was es denn hier so alles gibt. Das Meiste mit italienischer Küche hatten wir schon besucht. Aber meine Frau war im Netz und auf Tante Maps unterwegs und fand da ein kleines Ristorante in einer Kleingartensiedlung.
Humpf, doch soo unerschrocken? Gut, die Pächter wohl Italiener und so wagten wir es einfach. Nicht zuletzt die durchgehende Öffnungszeit am Sonntag lockte. Sonntags bei uns immer ein Thema da spät gefrühstückt wird und wir dann nicht schon um 13 Uhr wieder essen wollen.
Aber bedeutet durchgehend offen auch durchgehend warme Küche? Ein kurzer Anruf sollte Erhellung bringen:
 
R- irgendwas La Sicilia.
A= Hallo, habe Sie für 14:30 noch Platz für zwei Personen und haben sie Heute Nachmittag auch durchgehend warme Küche?
R- Moment (Hörerwechsel am anderen Ende)
R- irgendwas La Sicilia
A= Hallo, haben sie durchgehend warme Küche?
R- ja Pizza warm, wolle Sie reservieren.
A= (überrumpelt von dieser Direktheit) Ja, für zwei Personen um 14:30
R- Geht in Ordnung
 
Gegrinst und meine Frau angeschaut: „Bin ja mal gespannt was uns da erwartet“.
 
Man muß schon ungefähr wissen wo es ist. Das Schild an der Straße kann man wegen bevorstehender Kurve und Brücke ca. 1km außerhalb von Schorndorf durchaus auch übersehen. Neben der Kleingartenkolonie gibt es auch einen großzügigen Wanderparkplatz so, daß man sein Schnauferle bequem abstellen kann. So auch wir und gingen dann mal los. Es waren nur deren 50m zu überbrücken in denen man zwischen gepflegten Kleingärten mit goldigen „Casas“ und „Haziendas“. Und dann kam es wie es kommen musste. Das Vereinsheim war natürlich ein Barackenbau. Im Nachhinein nicht verwunderlich sondern erwartbar. Aber mit schöner Veranda und unter traumhaftem altem Baumbestand. Da ließe es sich im Sommer sicher klasse aushalten. Aber ob wir das mal genießen würden musste sich ja erst noch zeigen. Auf dem Teller. Im Hochwinter geht man dann doch lieber rein.
Ja und da war es mollig warm. Ein Kaminofen bollerte und heizte den schlichten, mit zweckmäßigen Tischen und Stühlen ausgestatteten Raum. An den Wänden fanden sich einige wenige Vereinsutensilien und stirnseitig machte sich eine ebenfalls zweckmäßige aber nicht besonders aufgehübschte Theke mitsamt Pizzaofen breit. Das hatte vor 50 Jahren sicher auch schon so ausgesehen.
Die Hälfte der Tische war belegt. Dem Anschein und der Fröhlichkeit nach Vereinsmitglieder welche gerade dabei waren nicht erst den ersten (und wohl auch nicht erst den zweiten) Schoppen zu sich zu nehmen.
Die Begrüßung fand vermutlich durch die Dame von zuvor am Telefon statt. Freundlich aber wortkarg wurden und die Tische in der Mitte angeboten. Einen besseren in einer Ecke erbaten wir und auch das war kein Problem.
Bedient wurden dann alsbald aber von einer weiteren Dame welche deutlich umgänglicher war (und damit auch freundlicher rüber kam). Die einfachen Karten (Kunstledermappe mit Klarsichtfolien) brachte sie gleich mit und erbat zurückhaltend (wissen sie schon oder wollen sie noch….?) unsere Getränkewünsche.
 
Die Getränke (Cola und Spezi (0,4l zu je 2,30) kamen recht zügig. Genauso wie unsere Essensentscheidungen fielen.
 
Meiner Lieben gefielen die Spaghetti Mafiosi mit Hackfleisch, Champignons, Schnken und Sahnesoße (6,90) aber ohne das ebenfalls annoncierte „scharf“ (verstehe ich nicht ;-)). Zuzüglich, wegen meiner Knoblauchorder wünschte sie sich eben diesen ebenfalls (verstehe ich).
Meiner Wenigkeit fiel ziemlich schnell die Pizza Fantasia (8,40) in’s Auge. Mit Thunfisch, Salami, Knoblauch, Zwiebeln und Oliven blieb fast kein Wunsch aus.
Zuvor sollte es, wie immer, noch ein großer Salat für uns gemeinsam sein. Insalata Capricciosa (7,10). Er beinhaltete (nach Gedächtnisprotokoll) Blattsalate, Gurken, Cocktailtomaten, Oliven, Schinken, Käse.
 
Die Dame zog sich hernach in die Küche zurück die man an der Seite der Theke etwas einblicken konnte.
Zeit den spröden Charme des Vereinsheimes zu genießen. Nein, es war nicht schnuckelig und gemütlich eingerichtet. Unwohl musste man sich hier aber auch nicht fühlen. Schon wieder das Wort zweckmäßig. Sicherlich ließe sich noch etwas mehr aus dem Ensemble herausholen. Ob dies aber gewünscht oder gar angestrebt wird erschließt sich uns natürlich nicht. Vielleicht ist man in seinem kleinen Kleingartenkosmos ohne großartige Visiten von „Auswärtigen“ ja auch ganz zufrieden.
 
Der Salat kam. Der sah schon mal gut aus. Aber das Besteck! Ein Mischmasch aus einigermaßen wertigem Besteck und billigstem Blechstanzzeugs lag da auf dem Tisch. Sorry das geht aber nicht. Wir tauschten an dem für 4 Personen eingedeckten Tisch das Besteck punktuell flugs in handhabbareres aus.


Der Salat war nur ganz unterschwellig mit Dressing versorgt worden. Trifft man beim Italiener ja oft so an. Eine, am Tisch bereit gestellte, nette Menagerie mit Peffer- und Salzmühle und (Balsamico-) Essig und Öl half aus.

Der Salat war frisch und passte. Der Käse, wohl Edamer, etwas grob geschnitten aber auch i.O. Den (Vorderkoch-) Schinken haben wir schon liebevoller drapiert gesehen. Aber im Grunde war der Salat in Ordnung. In Ordnung waren auch die Tischdecken. Vor Reichung des Salates. In Ermangelung von Extratellern konnte man das hernach nicht mehr unbedingt behaupten. Da ist wohl die Lernkurve des Hauses noch etwas ausbaufähig.
 
4 Pizzabrötchen begleiteten den Salat und waren noch warm, schön luftig und angenehm würzig.

Gefiel ebenfalls.
 
Zu den Hauptspeisen fragten wir nach einem scharfen Öl und die Dame erwiderte auch gleich, daß sie gerne auch Parmesan für die Spaghetti bringen würde.


 
Meiner Frau Spaghetti waren nach ihrer Aussage richtig gut.

Perfekt im Gargrad und mit schöner Würze vermochten sie in ihrem tiefen Pastateller durchaus zu begeistern. Der geriebene Parmesan dazu war gut. Nicht mehr und nicht weniger. Er stand sicherlich nicht schon Tage so in seiner Schale. Das war eine sehr positive Überraschung. Einziger Schwachpunkt war das Fehlen des nachgeorderten Knoblauches. Aber sie mochte mich dennoch auch danach noch. Holte sie das Manko doch umgehend zuhause nach  ;-)
 
Zur Pizza gab es dann jedenfalls „a g’scheits“ Messer.


Meine Pizza konnte ebenfalls was. Würziger Teig, dünner aber fester Boden und einigermaßen luftig aufgegangener Rand. Das Sugo ebenfalls ganz gut und der Belag reichlich. Dummerweise wurde das Gesamtbild dadurch geschmälert, daß der Käse obendrauf kam und in dem Fall leider schon etwas kross geworden war. Das war sehr schade, denn das drückte geschmacklich natürlich etwas sehr nach unten. Das scharfe Chiliöl dazu war wiederum gut.
 
Im Grunde haben wir hier aber ganz gut gegessen und das zu einem, für die Lage im vorderen Remstal, sehr zurückhaltenden Preis.
Eine Einkehr im Sommer im schönen Garten können wir uns durchaus vorstellen. Auch in Fahrraddistanz ist es ein interessantes Objekt um dann auch mal das eine oder andere Weizen zu schlürfen. Oder einfach, daß ich mit meiner lieben Frau noch mal hin gehe und ich was trinke damit sie mal fahren darf. ;-) Nur muß ich dann (ich weiß nicht warum ich das nicht gleich erwähnt hatte) mal mit der Küche über die Reihenfolge des Belages/Käse diskutieren ;-)
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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PetraIO und 16 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.