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GastroGuide-User: AndiHa
hat Nostos mezes and more in 73614 Schorndorf bewertet.
vor 5 Monaten
"Was meze auf Althochdeutsch bedeutet will ich hier nicht wiedergeben. Die griechische Übersetzung gefällt deutlich besser."
Verifiziert

Geschrieben am 11.04.2019 | Aktualisiert am 12.04.2019
Besucht am 06.04.2019 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 50 EUR
Meine liebe Frau hat im Netz ein Haus aufgetan welches wir zwar schon kannten aber irgendwie auch nicht kennen.
Kurze Aufklärung: Hier befand sich schon das „Domenico“, das „La Rondine“ und nun das „Nostos meze and more“.
Die ersten Beiden gibt es noch, nunmehr aber in anderen Häusern und ihnen hatten wir im alten Gemäuer derzeit auch schon unsere Aufwartung gemacht.
Fehlt nun das Nostas als Dritter im Bunde.
 
Vor einiger Zeit geschah es uns, daß wir uns beim Griechen zufällig nur durch diverse Vor- und Beilagenteller futterten und dies uns dann auch noch ganz gut gefallen hatte. So war zumindest meine Schussrichtung hier auch fast schon vorgegeben da ja mein geliebtes Gyros auf der Karte durch Abwesenheit glänzte.
 
Wir hatten zuvor während der Nachmittagsschließzeit schon angerufen und uns wurde für 17:30 ein freundliches „geht klar, kein Problem“ beschieden.
Ist ja oft so, daß, wenn man so kurzentschlossen ist, sich zeitig einfinden sollte. Dann geht meist was. So auch hier. Der Raum ist allerdings auch recht großzügig und es sollte sich eigentlich meist ein Platz finden. Die Küche könnte allerdings über kurz oder lang dafür sorgen, daß dies zunehmend schwierig werden könnte.
 
Aber der Reihe nach.
 
Wir fanden uns fast punktgenau ein und uns wurde von der Bedienung, welche uns sehr freundlich empfangen hatte, ein Tisch nach unserer Wahl angeboten. Es waren zu dieser frühen Abendöffnungszeit aber auch bislang nur deren drei belegt.
Und einer davon hatte es in sich.
 
Wir saßen kaum als an einem anderen Tisch ein Herr aufstand und deutlich in meine Richtung zu verstehen gab, daß er mich evtl. kennen würde. „Sag’ mal, bist Du nicht AndiHa?“ Ich kannte das Gesicht, wäre aber wahrscheinlich in hundert Jahren nicht darauf gekommen wer es war.
Es war ein Freund aus jugendlichen Tagen bzw. der Zeit als wir noch junge Erwachsene waren. Also so um die 20 plus x.
Meine Güte, was haben wir da umgetrieben.
Klar, daß wir umgehend einen Tisch gemeinsam bevölkerten. Immer mit der insgeheimen Bitte nicht alles aus Jugendtagen hier auszubreiten. War ja schließlich meine Frau dabei. Und die kennt mich bislang noch als mehr oder weniger vernünftigen Ehemann und Vater.
Kurzum, es war ein sehr schönes, peinlichkeitsloses und lustiges Wiedersehen. Viele Anekdoten wurden ausgetauscht und aufgefrischt und nach den verschiedenen Werdegängen gefragt.
Und der alte Kumpel hatte sich mittlerweile 'ne Badekappe wachsen lassen. Sind wir schon sooo alt?
Fast hätte dabei schon die Bedienung gestört, so nett war es. Aber nur fast.
Der Durst und der Hunger wollten ja auch noch bedient werden.
 
So orderten wir bei der netten und präsenten Bedienung ein Weizenbier (3,30), ein Spezi (2,80) und ein Mineralwasser (der dreiviertel Liter zu 4,80) um das Spezi zu strecken da meiner Frau das Colamixgedöns sonst zu süß ist.
 
Die Gespräche gingen weiter, die Getränke kamen und die Speisen wollten gewählt werden. Wie schon erwähnt beinhaltete die Karte kein Gyros. So starteten wir einfach einmal mehr mit unseren Vorspeisenfavoriten Pita (1,50) und Zaziki (3,90).
Zeitgleich wurden auch noch gegrillte Peperoni (3,90) entdeckt und Saganaki (4,30) ist auch immer gerne am Tisch gesehen.
Das Pita kam schon geviertelt an den Tisch und war soweit ok. Leicht mit Kräutern bestreut konnte es gefallen.

Das Zaziki war schön sahnig und hätte eine Spur mehr Knoblauch vertragen. Aber auch hier kein Fehl und Zufriedenheit bei den Essern.

Das Saganaki war eben Saganaki. Man muß den panierten Schafskäse schon mögen.

Sonst wird man nie ein Freund davon. Aber ansonsten schmeckt er fast überall fast gleich. Ich mag ihn und meine Frau ebenfalls. Hier kam er mit einer Zitronenscheibe daher. Das gefiel mir sogar ausnehmend gut. Damit beträufelt gewann er sogar noch dazu.
Was hinten herunter fiel waren die gegrillten Peperoni.

Diese waren zwar nicht schlecht aber entsprachen nicht den Erwartungen. Statt heißer Peperoni im Knoblauchölbad kamen Peperoni in Art Antipasti daher. Kalt eben. Schmeckten schon gut aber wir hatten es uns anders erhofft. Ein etwas aufmerksamerer Blick in die Speisekarte hätte dieses Dilemma aber auch verhindern können. Standen die Paperoni doch unter den „kalten Vorspeisen“. Tja, Augen auf beim Speisenkauf!
 
Danach trennten sich unsere Wege. Also der kulinarische meiner Frau und der meinige. Mir war weiter nach Kleintierfutter und meine Frau wollte noch was Herzhaftes.
 
Sie orderte… ja was eigentlich?
Laut Beleg vermutlich Kotopoulo Skares (9,80)


Ein außergewöhnlich schmackhaftes und sehr zartes ausgelöstes Hähnchenkeulenfleisch mit selbstgemachten Pommes und Bulgursalat.
Der Bulgursalat war  angenehm gewürzt und wurde von meiner lieben Fau als sehr lecker beschrieben. Wie sich die Geschmäcker doch unterscheiden. Mich könnte man damit foltern. Egal ;-). Nur die Pommes, zwar irgendwie schon anders jedoch durchaus auch gut, schwächelten leicht durch ihre latente „Lätschigkeit“.
Dennoch: Meine liebe Frau war begeistert. Sehr, sehr schön!
 
Mir war nach frittierten Käsekroketten (4,30) und Tomatokeftedes (3,90).


Die Käsekroketten waren soweit ok. Aber vom Geschmack her waren sie nichts Besonderes. Die hätte ich mir auch sparen können. Kannte jedoch ich vorher nicht und bin jetzt eine Erfahrung reicher.
Aber die Tomatokeftedes, kleingehackte Tomatenstückchen mit ebenfalls kleingehackten Zwiebeln und was weiß ich noch allem rausgebraten, waren schon ein Pfund. Extremst intensiv im Geschmack haben sie mich sehr begeistert. Kannte ich ja vorher auch nicht, bin jetzt aber ein Lieblingssnack weiter. ;-)
 
Der Abend war weiterhin nett und unterhaltsam und wir verließen das Haus mit einem Ouzo und mit dem Vorsatz alsbald wieder zu kommen.
 
Und das geschah gerade eine Woche später.
Daß ich aufgrund der Gespräche alsbald vergessen hatte Bilder zu machen war der nichtigste Grund dafür.
Diesmal hatten wir uns kurzentschlossen dorthin aufgemacht und mit einem Plan B im Hinterkopf einfach mal „die Türe eingetreten“ (wie es ein Monnemer Permanenthungriger (neuerdings AVON-Berater) immer gerne beschreibt).
Jepp, da würde noch Platz für uns sein. Um diese Zeit (wiederum kurz nach Abendöffnungszeit) war das Haus noch recht leer. Aber auch dieses Mal sollte es sich dann doch ganz nett füllen bis wir gingen.
Wir wurden wieder freundlich begrüßt und dieses Mal hat uns keine Bekanntschaft dazu aufgefordert den Tisch unserer Wahl doch zu wechseln.
Gewechselt hatten auch die Starter nicht. Zaziki und Pita waren wieder gewünscht und bald am Tisch. Wieder deckte sich der Geschmack mit dem zuvor erlebten.
Diesmal sollte neben Saganaki aber auch Bugiurdi (4,30), was wir erst vor nicht allzu langer Zeit woanders für uns entdeckt hatten, den Beginn bereichern.
Nochmal zur Erinnerung: Bugiurdi ist geschmolzener Feta mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln Knoblauch und „irgendeiner“ Kräutermischung. Dieser schmeckte auch hier recht gut, wenngleich er nicht ganz so sämig daher kam wie in einem anderen Haus erlebt. Eher stark flüssig war die Konsistenz zwar nicht gar so toll aber geschmacklich war er „zum gerne wieder bestellen“.


Während meine liebe Frau fast schon natürlich wieder das Kotopuolo Skares nahm probierte ich mich neben den Tomatokeftedes, welche wieder ausgesprochen schmackofatz schmeckten, in der griechische Bauernwurst mit grüner Spitzpaprika in Tomatensoße (4,30). Auch diese haben wir erst vor nicht allzu langer Zeit mal gehabt und eigentlich für richtig gut befunden. Hier war sie aber eher lasch und verhältnismäßig langweilig im Geschmack. Die griechischen Bauern im Fellbacher Raum schienen mehr Bums drauf zu haben als diese in Schorndorf. Die Tomatokeftedes aber waren wieder eine Wucht! So bald die Tomaten im heimischen Garten soweit sind wird das nach gekocht. Das Rezept wurde meiner Frau schon am nächsten Tag von einer griechischen Bekannten umgehend liebevoll aufgeschrieben übergeben.
 
Und schon wieder sind wir nicht unzufrieden aus diesem Haus gegangen. Der Ouzo hat übrigens auch nicht gefehlt. Allerdings war der zur Begrüßung und nicht zum Abschied.


 
Kurz den Rest: Es ist sauber hier. Ohne Makel. Die Toiletten liegen allerdings im UG. Den Eingangsbereich kann man auch nur über Stufen entern. Aber so ist das ja meist in einer Altstadt.
Was übrigens auch sehr angenehm hier war: Es war gut Platz zwischen den Tischen.
 
Fazit: Gute Mezze-Küche und der Rest kann auch was. Sogar abseits meines geliebten Gyros. Wir waren nicht zum letzten Mal dort.
 
 
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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