Hotel Krone
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Landstraße 9-11, 69493 Hirschberg an der Bergstraße
Restaurant Hotel Biergarten Sternehotel
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GastroGuide-User: DaueresserGK0712
hat Hotel Krone in 69493 Hirschberg an der Bergstraße bewertet.
vor 5 Jahren
"Sehr gut schmeckendes Oster-Menü, sehr gute Weine, sehr guter Service !!"
Verifiziert

Geschrieben am 30.03.2016 | Aktualisiert am 30.03.2016
Besucht am 27.03.2016
Die heutige Gemeinde Hirschberg entstand 1975 durch Vereinigung der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Großsachsen und Leutershausen an der Bergstraße. Beide gehörten jahrhundertelang zur Kurpfalz. Wir besuchten in den letzten Jahren die Krone eigentlich regelmäßig, das letzte Mal vor drei Jahren, damals hatten wir das Degustationsmenü für knappe 70 Euro. Meine Frau fährt auch öfters vorbei, ihr ist das aktuelle Degustationsmenü für 68 Euro ins Auge gestochen u.a. mit Rinderfilet mit Kräuterkruste, Lachs vom Grill sowie Sorbet und sich gut anhörendem Dessert. Wir hatten im Vorfeld für Ostersonntag im "roten Raum" reservieren lassen, zuhause hatten wir so ein Budget um die 150 Euro veranschlagt, es sollte dann doch anders kommen ...




Autos, Traktoren, Straßenbahn. Wer regelmäßig den Sender Vox verfolgt hat vielleicht die "Doku Soap" Mein himmlisches Hotel gesehen, Inhaberin Sabine Grüber gewinnt den Wettstreit der Hoteliers um den vakanten Titel. Die Lage ist leider nicht optimal, direkt an der Straße gelegen, es gibt zwar einige wenige Parkplätze, die sind aber meist von den Hotelgästen beschlagnahmt, wir mussten heute etwas länger suchen, am Ende stellten wir uns Richtung Wohngebiet an einen Zaun (wir waren nicht die ersten), als wir dann zur Krone gelaufen sind waren doch tatsächlich auf der anderen Straßenseite noch 3 "Gemeinde-Parkplätze" frei.



Wir gehen die drei Stufen hinauf, vor der Tür tummeln sich einige dicke Autos (A6, A8, Porsche) das Publikum durchweg jung, fast alle unter 90, einige wohl schon im 3stelligen Bereich, aber gut, es ist Ostersonntag. Wir studieren im Außenbereich das Degustationsmenü für 68 Euro, dazu gibt es noch das Klassik-Menü für 18 Euro (auch nicht schlecht). In dem rechten Fenster etwas ältere Aufkleber von Guide Michelin und dem Schlemmeratlas, wir gehen die Stube rein und werden von einem etwas dickeren Herren mit zu kurzer Krawatte begrüßt. "Sie hatten im roten Saal reserviert ? Wollen sie alternativ woanders Platz nehmen ?" - Nein, wir wollten in den roten Saal. Am Anfang war der auch gemütlich und gut temperiert, aber als immer mehr Gäste kamen fehlte es massiv an Frischluft, es war zu warm, außerdem die Luft abgestanden. Ich ging 2x auf die Toilette um Luft zu schnappen, der Gang dahin gleicht einer Stadion-Runde, aber gut , es ist Ostersonntag, einer der Hauptfesttage der Christen.


Schlucken mussten wir, als wir die doppelseitige Menükarte aufgeschlagen hatten. Es gab an die 10 verschiedene 3 Gang Menüs, auseinandergebröselt u.a. vom Klassik Menü und vom Degustationsmenü. Eine Suppe und ein Dessert welches sich immer wieder wiederholte. Bei der Reservierung hat man uns leider nicht darauf aufmerksam gemacht, dennoch sollte an den Ostertagen für jeden Gast was dabei gewesen sein, das Angebot war gut sortiert, es gab sogar ein vegetarisches 3 Gang Menü. Als Weinempfehlung gab es 4 diverse Weine u.a. den bekannten Maximus ein Pinot Noir, vom Weingut Hollerrieth aus Maikammer, ob der zum Rind passen sollte ?. Ich hatte mich schon für Menü Nummer 6 entschieden - Dr. Snuggles sei dank. Ich musste an unseren Dok denken, der hin und wieder ein Rinderfilet bestellt, ich dachte mir, warum sollte ich nicht auch mal zum Filet greifen, wir hatten eh 150 Euro veranschlagt, bei dem Menüpreis von 28 Euro für die drei Gänge konnte ich ordentlich dazu bechern. Eine kurze Nachfrage beim geschult wirkenden Service. "Das Filet hat gute 250 Gramm", war also absolut im grünen Bereich. Selbst meine Frau griff zur Filet Alternative, bei ihr sollte es aber Menü Nummer 4 sein, das Filet Duo, Schweinefilet vom Odenwälder Bio-Schwein, dazu ein Medaillon Rinderfilet mit Spätzle und Champignons. Beide Menüs hatten einen Salat dabei.


Wir bestellen eine Flasche Gerolsteiner medium (5 Euro), zur Suppe - Möhren-Ingwer Suppe mit Sahnehaube sollte es ein Weißburgunder sein vom Weingut Deinhard aus Deidesheim, das Viertel für erfreuliche 6,50. Einen Gruß aus der Küche kam leider nicht, nach wenigen Minuten kam dann schon die Suppe mit den Worten "seien sie froh, dass sie die Suppe jetzt schon bekommen, später, wenn es voll ist, kann es zu Wartezeiten kommen" - nicht gerade passend, aber er hat es wohl nicht so gemeint mit seinen ernsten Worten. Der Kellner der uns begrüßte und auch die Suppe servierte war uns nicht so sympathisch, dennoch wirkte er sehr aufmerksam und professionell, allerdings ließ er die Softskills vermissen. Der etwas ältere Herr, der uns die Weinempfehlungen (nicht in der Osterkarte stehend) gab, war uns symapthischer, am Ende des Abends ließ er aber auch ein paar Aufmerksamkeitsdefizite aufblitzen, dennoch runde ich auf sehr gute 4 Sterne im Service auf. Beim Ambiente gibt es lediglich Abzug wegen der Wärme und der fehlenden Frischluft, auch hier sehr gute 4 Sterne.


Die Suppe hat meiner Frau sehr gut geschmeckt, ich fand die Temperatur etwas unpassend, zu heiß. Der Geschmack erinnerte an Karotte und Ingwer, ich lege aber meine Hand nicht ins Feuer, ob hier mit Suppen-Brühpulver nachgeholfen wurde, schön war der Kontrast mit der flüssigen Sahnehaube und den frischen Kräuter. Für mich hätte sie einen Tick besser abgeschmeckt gehört, auch war sie mir einen Tick zu sauer - wenn ich eine Karotten-Ingwer Suppe mache karamelisiere ich die Zutaten zuerst mit Zucker, bevor ich mit Weißwein und Salz ablösche. aber gut, es ist noch kein Meisterkoch vom Himmel gefallen. Unser Koch hat andere Stärken. zB beim Zubereiten der Hauptgänge. Meine Frau und ich waren begeistert. Das Fleisch auf den Punkt "medium" (Rind), innen mit leicht rohem Kern, schön saftig, so muss es sein. Selbst das Schwein war schön medium-done, also leicht rosa und super saftig. Zum Rinderfilet hatte ich mir einen Syrah (großes Gewächs) von einem Odenwälder Winzer, Wibbling oder so ähnlich bestellt, der schmeckte famos und begleitete das Filet perfekt. Der Koch hat lediglich  vergessen das Fleisch perfekt zu würzen, es fehlte etwas Salz und Pfeffer. Das 250 Gramm Rinderfilet vom Mastochsen war dennoch sehr gut zubereitet, hatte auch ordentlich Ruhezeit, so dass kein Fleischsaft (selbst beim Zusammenpressen des Fleisches) ausgetreten ist. Serviert auf einem vorgewärmten Teller. Obendrauf war noch ein Bärlauch Schaum, witzigerweise in der Menükarte als "Kruste" stehend, aber eine Kruste war das natürlich nicht. Den Balsamico Perlzwiebeln fehlte es etwas an Pep, hier und da hätte man in der Küche noch mit etwas Salz beim Gemüse nachhelfen können, die Kartoffel-Krustel dagegen schön weich und fluffig (kannte ich so nicht), insgesamt war das schon eine sehr gute Küchenleistung, welches ich mit 4,5 Sterne bewerte. 


Das Dessert vervollständigte den wirklich sehr guten Gesamteindruck, eine Art Himbeere-Mousse mit Sahneklecks, schön im Glas angerichtet, der Preis von 28,50 für das Rinderfilet Menü sowie 21,50 für das Duo Schweine&Rinderfilet mehr als fair.


Fazit:
Heute hat die Krone wiederum Werbung in eigener Sache gemacht. Empfehlung !!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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