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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Brasserie in 54290 Trier bewertet.
vor 4 Jahren
"Was 2013 gut war, ist auch 2015 gut!"
Verifiziert

Geschrieben am 20.09.2015
Besucht am 12.09.2015
Auftakt unserer Moselsteigwanderung war Trier. Wir kamen am Nachmittag mit dem Zug an und checkten als Erstes in unser Hotel an der Porta Nigra ein. Vom Rucksack entledigt machten wir uns auf, Trier zu erkunden. Für 19:00 Uhr hatten wir einen Tisch in der Brasserie Trier reserviert, ohne Probleme vorab per Mail von zu Hause aus. Die Brasserie kannten wir schon, im Mai 2013 hatten wir den Ausoniusweg von Bingen nach Trier erwandert und schlossen diese Wanderung mit einem spontanen Besuch in der Brasserie Trier ab. Dieser war in so guter Erinnerung geblieben, dass ich mich daran erinnerte, als ich für den Abend ein Restaurant suchte, in dass ich meine Frau zum Geburtstag einladen wollte.

Die Brasserie liegt mitten in der Stadt an der Fleischstraße. Man betritt sie durch einen überdachten und abgegrenzten Außenbereich. Die Ausstattung ist sehr klassisch gehalten. Gediegenes Ambiente empfängt einen. Eine Dame vom Serviceteam empfing uns, und leitete uns zu einem Tisch. Dort die erste schöne Überraschung, der Tisch war für den Geburtstag meiner Frau festlich eingedeckt. Man hatte den Grund meiner Reservierung, er stand in der Mail, nicht überlesen. Sehr erfreulich.

Die Frage nach einem Apperitive beantwortete ich mit der Bitte um zwei Glas Champagner. Serviert wurde ein gut temperierter Ruinard. Mit diesem Glas in der Hand studierten wir die Karte. Klassisch französische und regionale Gerichte wurden angeboten, man kann die Karte auf der HP einsehen. Hinzu kamen ein paar Tagesempfehlungen niedergeschrieben auf Tafeln im ganzen Restaurant.

Mit dem Champagner kam frisches Baguette, serviert in einer Papiertüte, mit einem Sahnequarkdip. Die für unseren Tisch zuständige Kellnerin ließ uns ein wenig Zeit und erfragte dann unsere Auswahl.

Folgende Speisen sollten es werden:

Vorspeise:

Eine getrüffelte Blumenkohlsuppe für meine Frau
Für mich ein Tartar vom Rinderfilet

Die Blumenkohlsuppe meiner Frau war geruchlich äußerst verlockend, frisch über die Suppe gehobelter Sommertrüffel verbreitete sein verlockendes Aroma. Ich durfte kosten, die Suppe kam daher mit einem ausgeprägten Blumenkohlaroma, sehr sämig abgebunden, wäre sie auch ohne Trüffel geschmacklich gut gewesen, mit dem Trüffel wurde daraus eine sehr edle Vorspeise. Mein Tartar kam pikant abgeschmeckt, mit Gurken verarbeitet auf den Tisch. Ein frischer Geschmack durch eine exzellente Fleischqualität machte es zu einem Genuss, auch wenn ich es persönlich bei einem so guten Fleisch sehr viel weniger pikant abgeschmeckt hätte. Zusammen mit dem Bauernbrot ein sehr ordentliches Gericht!

Hauptspeise:
Pochierter Kabeljau für meine Frau
Perlhuhnbrust für mich

Der Kabeljau meiner Frau war hervorragend, auch hier durfte ich naschen, gerade beim pochieren wird dieser Fisch richtig schmackhaft. In Kombination mit Senfschaum, gebratenen Kräuterseitlingen, Puy Linsen und kleinen Kartoffeln ein extrem gutes Kabeljaugericht. Ich hatte mich für eine Perlhuhnbrust entschieden. Auf der Haut knusprig gebraten, war sie gefüllt mit einer Farce aus Ziegenkäse, getrockneten Tomaten und Thymian. Perfekt gegart, saftig, und durch die Farce im Geschmack sehr gut ergänzt. Dazu ein klassisches Risotto, auch hier perfekt zubereitet, genau al dente, der Reis mit einem Rest von Biss. Lecker!

Dessert:
Grießflammerie  für meine Frau
Ein Schokoladenpudding für mich

Das Grießflammerie meiner Frau wurde mit einem Zwetschgensugo serviert, optisch ein Leckerbissen. Ich bin Grieß nicht so zugetan, meiner Frau schmeckte es sehr gut. Ich schaffte es tatsächlich, in einem französischen Restaurant keine Creme Brulee zu bestellen. Stattdessen wollte ich den hausgemachten (weltbesten laut Karte) Schokoladenpudding probieren. Ich wurde nicht enttäuscht, dass war ein hervorragender Schokopudding. Sehr dunkle Schokolade ließ ihn eher herb denn süß schmecken, dass wurde ergänzt durch mit in den Pudding verarbeitete Sauerkirschen und eine Sahnehaube. Bien!

Neben dem Champagner begleiteten uns zwei Weine durch den Abend:

Eine Riesling Spätlese trocken SL vom VDP Weingut Schloss Lieser / Thomas Haag, einer der besten Weine der Mosel Wanderwoche, auch in der Konkurrenz zu einigen ersten und großen Lagen, die wir noch trinken würden. Wir haben Schloss Lieser in der Wanderwoche noch besucht.

Zu den Desserts ein fruchtsüßer Riesling auf Empfehlung des Hauses von einem Trierer Weingut, Namen weiß ich leider nicht mehr.

Ein besonderes Lob gebührt dem Serviceteam, es war wirklich voll an diesem Samstagabend, alle Servicekräfte hatten ununterbrochen zu tun, trotzdem hatte die Kellnerin, die für unseren Tisch zuständig war, immer ein Auge auf uns. Nachschenken, servieren, abräumen, neu eindecken, in keiner Phase des Abends kam ein Problem auf! Chapeau, das war wirklich ein gute Leistung.

Fazit:
wir haben und extrem wohlgefühlt, eine uneingeschränkte Empfehlung für die Brasserie Trier von unserer Seite. Ich nehme es vorweg, wir hatten in der Wanderwoche ein paar schöne Restaurantbesuche, aber dieser war einer, wenn nicht der Beste der Woche! Für gute 130 EUR ein sehr schöner Abend!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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