Über Kuchenkaiser

ZUR GESCHICHTE DES HAUSES




Im Jahre 1866 gründete Konrad Kaiser seine Firma Kuchen-Kaiser am Oranienplatz in Kreuzberg, wo sie sich noch heute befindet. In dem Haus, das extra für diesen Zweck errichtet wurde, befanden sich Konditorei, Café und die Backstuben. Die Angestellten des Konrad Kaiser, zeitweilig über 100 Personen, wohnten auch in dem Haus.
Kuchen-Kaiser besaß die erste elektrische Ammoniak Kühlanlage für die Kühlräume und die erste Eingangs­drehtüre in Berlin, aus der so mancher Kunde von dem Personal befreit werden musste.
1890 übernahm Eugen Fluß die Firma und baute sie weiter aus. Für den Stadttransport führte er Dreiradfahrräder mit Kofferaufbau ein, die bald eine bekannte Erscheinung im Stadtgebiet wurden. 1904 kaufte man für diesen Zweck den ersten speziell gestalteten Motorlieferwagen, der allerdings beim Anlassen vor dem Haus explodierte.
Otto Reuter beschreibt eine von Kuchen-Kaisers Buden in dem Gedicht Jahrmarktsrummel.

Für den Heinz Rühmann-Film „Kleider machen Leute“ wurde eine original Kuchen-Kaiser Torte in Szene gesetzt, allerdings mußten mehrere Torten geliefert werden, weil sie meist vor Beginn der Dreharbeiten verspeist worden sind.
Einer der berühmten Stammgäste war der Komponist Paul Lincke, der in der Oranienstraße wohnte und bei Kuchen-Kaiser regelmäßig Skat spielte.
Als 1906 die Oranienbrücke über den damals noch bestehenden Luisenstädtischen Kanal gebaut wurde, scheute Eugen Fluß kein finanzielles Opfer, um die Brücke in Sandstein ausführen zu lassen und den angrenzenden Platz gut ausstatten zu lassen. So sorgte er dafür, daß die Umgebung seines Geschäftes ein würdiges Aussehen bekam.
Im Ersten Weltkrieg wurde die gesamte Kuchen-Kaiser Automobilflotte mit ihren Kastenaufbauten als Sanitätswagen an der Westfront mit den dazugehörigen Fahrern eingesetzt. Dabei wurden alle Fahrzeuge vernichtet, kein Fahrer überlebte.
Nach dem Tod von Eugen Fluß übernahm sein Sohn Günter Fluß die Firma.

In extra angefertigten Containern wurde Speiseeis von Kuchen-Kaiser nach London geflogen und das Luftschiff LZ 129 Hindenburg hatte einen elektrischen Kühlschrank mit Kuchen-Kaiser Köstlichkeiten an Bord. Gelegentlich wurde auch Kuchen ins Reichsaußenministerium geliefert. Die Geschäftsbeziehungen wurden aber jäh unterbrochen als zu Silvester zwei Pfannkuchenlieferungen verwechselt wurden und die Gäste des Reichsaußenministers in Senfpfannkuchen bissen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Unternehmen durch Kriegsschäden, Plünderungen und die nun nahe Sektorengrenze nicht mehr richtig auf die Beine, so daß 1957 die Firma nach einem Vergleich schließen mußte.

Im Juni 1998 gründete sich die Kuchen-Kaiser GbR und eröffnete an historischer Stelle ein Restaurant, welches nun wieder den Traditionsnamen Kuchen-Kaiser trägt.

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18.05.2010 angelegt
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am 26.01.2015